Der Wandel der privaten Geldanlage in Zeiten sinkender Zinsen
Screenshot youtube.comDie private Vermögensbildung hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt, da traditionelle Sparformen ihren einstigen Wert für den langfristigen Kapitalschutz verloren haben. Wer heute für das Alter vorsorgen oder ein zusätzliches finanzielles Polster aufbauen möchte, muss sich mit den Mechanismen der modernen Kapitalmärkte auseinandersetzen. Die nachfolgenden Ausführungen beleuchten, warum indexbasierte Wertpapiere für private Anleger an Bedeutung gewonnen haben und welche alternativen Wege in einem Umfeld sinkender Zinsen verbleiben.
Die Entwicklung börsengehandelter Indexfonds
Seit dem Jahr 2000 haben Sparer die Möglichkeit, ihr Kapital in börsengehandelte Indexfonds zu investieren und sich auf diesem Weg ein beachtliches Vermögen aufzubauen. Diese Anlageform hat in den vergangenen Jahren enorm an Beliebtheit gewonnen, was nicht zuletzt an ihrer einfachen und transparenten Struktur liegt. Im Gegensatz zu klassischen Investmentfonds werden diese Papiere kontinuierlich über die Börse gehandelt und nicht über eine teure Fondsgesellschaft abgewickelt. Dadurch entfallen hohe Ausgabeaufschläge, was die Kosten für die Sparer deutlich reduziert.
Vielfältige Anlageklassen und Kosteneffizienz
Die Flexibilität dieser Finanzprodukte ist enorm, da sie sich auf völlig unterschiedliche Anlageklassen beziehen können. Sparer können damit in Aktien, Rohstoffe, Währungen, Sachwerte oder Immobilien investieren und so ein breit gestreutes Depot aufbauen. Diese Art der Geldanlage ist äußerst kosteneffizient, denn für alle Beteiligten fallen nur sehr geringe Verwaltungsgebühren an. Während aktive Fondsverwalter versuchen, den Markt zu schlagen, bilden börsengehandelte Indexfonds lediglich die Wertentwicklung des ihnen zugrunde liegenden Maßstabs ab. Sie versuchen also nicht, den Markt zu besiegen, sondern folgen ihm einfach.
Hohe Liquidität und einfache Handhabung
Auch die hohe Liquidität macht diese Papiere für private Sparer so attraktiv, denn sie können während der Börsenzeiten zu jeder Sekunde gekauft und verkauft werden. Diese Anlageart ist bei vielen Finanzexperten verhasst, während sie bei privaten Anlegern auf große Begeisterung stößt. Der Grund dafür liegt in der total einfachen Aufbauweise und der hohen Transparenz der Produkte. Für Einsteiger sind diese Indexfonds schlichtweg die beste Wahl, um sich an der Börse zu betätigen. Die geringen Gebühren, die einfache Handhabung und die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten machen sie zu einem leicht zu steuernden Instrument.
Langfristiger Vermögensaufbau trotz kleinerer Nachteile
Natürlich gibt es auch diverse Nachteile bei dieser Form der Geldanlage, die man kennen und akzeptieren sollte. Wenn man diese Anlageart jedoch auf Dauer ausführen möchte, steht dem Aufbau eines kleinen Vermögens absolut nichts mehr im Wege. Es kursieren viele Mythen über diese Produkte, die jedoch bei genauerer Betrachtung nicht standhalten. Die Realität zeigt, dass die einfachen Mechanismen den Anlegern helfen, ihr Geld sicher und kostengünstig zu vermehren.
Das Problem sinkender Zinsen auf dem Sparbuch
Ein grundlegendes Bedürfnis aller Sparer ist es, das eigene Geld wachsen zu sehen, anstatt es schwinden zu sehen. Doch wo gelingt einem dies in der heutigen Zeit noch? Zum Zeitpunkt dieser Betrachtung sieht es so aus, als ob die Zentralbanken der Welt nach ohnehin niedrigen Zinsen die Leitzinsen erneut senken werden. In den Vereinigten Staaten deutet alles darauf hin, dass die amerikanische Notenbank schon bald wieder die Zinsen reduzieren wird. Die Europäische Zentralbank hingegen hat seit den Maßnahmen nach der Finanzkrise im Jahr 2009 die Zinsen nie wieder angehoben.
Drastische Maßnahmen der Notenbanken und negative Renditen
Um die Märkte vor einer neuen Krise zu schützen, muss die Europäische Zentralbank nun zu noch unbekannten und drastischeren Maßnahmen greifen. Auch die australische Notenbank hat ihren Leitzins bereits vor kurzer Zeit gesenkt. Daher haben auch private Sparer schon lange praktisch keine Zinsen mehr auf dem Sparbuch oder Tagesgeldkonto. Selbst auf dem Markt für festverzinsliche Wertpapiere wird es immer schwerer, noch Papiere mit guter Bewertung und einigermaßen hohen Zinsen zu finden. Die Bundesanleihe notiert zurzeit sogar im negativen Bereich.
Die Falle der staatlichen Altersvorsorge
Lediglich Institutionen wie die staatlich geförderte Altersvorsorge kaufen diese Papiere trotzdem, da ihnen aufgrund gesetzlicher Vorgaben keine andere Wahl bleibt. Der Staat macht also gerade damit Geld, indem er sich Geld leiht und dafür negative Zinsen verlangt. Am Ende wird die Rechnung für die Sparer der staatlichen Altersvorsorge nicht aufgehen, wenn die Institutionen weniger Geld zurückbekommen, als sie einzahlten. Somit bekommen die privaten Sparer wahrscheinlich kaum etwas zurück, oder das fehlende Geld muss vom Steuerzahler nachgeschossen werden.
Ausweichmöglichkeiten am Aktienmarkt
Was bleibt dem privaten Sparer also noch, um sein Vermögen zu mehren? Der Aktienmarkt zählt zu den wenigen Märkten, auf welchen sich Geld noch real vermehren lässt. Hochriskante Produkte wie spekulative Hebelwerte lassen wir bei dieser Betrachtung bewusst außen vor. Mit diesen lässt sich zwar noch mehr Rendite erzielen, aber ebenso lassen sich damit auch schnell enorme Verluste einfahren. Daher liegt der Fokus auf echten Aktien und Produkten, welche Aktien beinhalten oder Aktienindizes abbilden.
Grundlagen der Kursanalyse und Anlageentscheidungen
Neben grundlegenden Informationen zur Funktionsweise der Märkte benötigen Sparer auch konkrete Ideen zur richtigen Anlage. Die eigene Analyse von Kursverläufen ist dabei ein unverzichtbares Werkzeug, um fundierte Entscheidungen zu treffen. Es ist entscheidend zu wissen, wie man sich in verschiedenen Marktsituationen richtig verhält und welche Strategien in bestimmten Beispielsituationen greifen. Wer diese Prinzipien verinnerlicht, kann auch in einem schwierigen Zinsumfeld erfolgreich am Markt agieren.













