Die Schattenseiten börsengehandelter Indexfonds – Eine umfassende Betrachtung der Nachteile und Risiken

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In der Welt der Geldanlage werden börsengehandelte Indexfonds seit Jahren als kostengünstige und unkomplizierte Möglichkeit beworben, ein breit gestreutes Wertpapierdepot aufzubauen. Millionen von Anlegern in Europa und weltweit haben diese Produkte in ihre Vermögensplanung aufgenommen und vertrauen auf die vermeintliche Einfachheit und Effizienz dieser Anlageform. Doch wie bei jedem Finanzinstrument existieren auch hier Schattenseiten, die in der öffentlichen Diskussion häufig untergehen oder bewusst verschwiegen werden. Wer eine fundierte Anlageentscheidung treffen möchte, muss sich nicht nur mit den Vorzügen, sondern auch mit den Schwächen und Gefahren auseinandersetzen, die mit dieser Anlageform einhergehen. Der folgende Text beleuchtet daher ausführlich die verschiedenen Nachteile und Risiken, die Anleger kennen sollten, bevor sie ihr Kapital in einen solchen Fonds investieren.

Die laufenden Kosten als dauerhafter Renditeabzug

In der öffentlichen Diskussion wird häufig behauptet, dass ein Indexfonds teurer sei als eine einzelne Aktie, doch diese Aussage bedarf einer genauen Differenzierung. Eine Aktie, die einmal erworben wurde, befindet sich im unmittelbaren Besitz des Anlegers und verursacht in der Folgezeit keine weiteren laufenden Kosten. Auch wer zahlreiche einzelne Aktien in seinem Depot hält, muss für diese keine jährlichen Gebühren entrichten, da die Wertpapiere nach dem Kauf einfach im Bestand verbleiben. Bei einem Indexfonds verhält es sich hingegen grundlegend anders, denn hier verlangt die Fondsgesellschaft in jedem Jahr einen bestimmten Betrag als Vergütung dafür, dass sie den zugrunde liegenden Index fortlaufend nachbildet und die Zusammensetzung anpasst. Diese jährliche Gebühr wird direkt vom Fondsvermögen abgezogen und mindert somit die tatsächliche Rendite des Anlegers in jedem einzelnen Jahr der Haltedauer.

Die Höhe der jährlichen Gebühren und ihre Wirkung

Die laufenden Kosten eines Indexfonds bewegen sich in der Regel in einem Bereich von einem Zehntel bis zu einem halben Hundertstel des investierten Kapitals pro Jahr. Auf den ersten Blick mag dieser Betrag gering erscheinen, doch über lange Anlagezeiträume summiert sich dieser Abzug zu einer beachtlichen Summe, die dem Anleger entgeht. Im direkten Vergleich mit einer einzelnen Aktie, die nach dem Erwerb keinerlei jährliche Kosten verursacht, stellt dieser fortlaufende Abzug einen strukturellen Nachteil dar. Der Anleger muss daher bei seiner Renditeerwartung stets bedenken, dass die ausgewiesene Wertentwicklung des Index um diese Gebühr reduziert wird. Dennoch wäre es voreilig, allein aufgrund dieser laufenden Kosten den Indexfonds als Anlageform abzulehnen, denn die Betrachtung muss stets im Zusammenhang mit den Gesamtkosten der Geldanlage erfolgen.

Der Kostenvergleich bei breiter Streuung

Indexfonds zeichnen sich durch eine sehr breite Streuung über zahlreiche Wertpapiere aus, was dem Anleger ein hohes Maß an Diversifikation bietet. Möchte ein Anleger mit einzelnen Aktien eine vergleichbare Breite erreichen, müsste er eine Vielzahl verschiedener Wertpapiere erwerben und für jeden einzelnen Kauf eine Handelsgebühr entrichten. Da ein Indexfonds die Gewichtung der enthaltenen Wertpapiere automatisch anpasst und neu ausrichtet, fällt beim Erwerb des Fonds lediglich eine einzige Handelsgebühr an, unabhängig davon, wie viele verschiedene Positionen im Index enthalten sind. Jeder einzelne Kaufauftrag auf dem Markt verursacht Gebühren, und je mehr Kapital ein Anleger zu Beginn zur Verfügung hat, desto weniger stark fällt die einzelne Handelsgebühr ins Gewicht. Wer eine breite Streuung anstrebt, fährt daher trotz der laufenden jährlichen Kosten mit einem Indexfonds in den meisten Fällen günstiger als mit dem mühsamen Aufbau eines breit gestreuten Aktiendepots.

Einzelaktien als Alternative für vermögende Anleger

Verfügt ein Anleger über ausreichend Kapital und ist er bereit, sich intensiv mit der Auswahl einzelner Wertpapiere zu beschäftigen, können Einzelaktien tatsächlich die kostengünstigere Variante darstellen. In diesem Fall zahlt der Anleger zwar für jeden Kauf eine Handelsgebühr, entgeht aber der jährlichen Verwaltungsgebühr, die bei einem Indexfonds unweigerlich anfällt. Über viele Jahre hinweg kann sich dieser Unterschied zu einem beträchtlichen Betrag summieren, der dem Anleger bei der Einzelaktienstrategie erhalten bleibt. Allerdings erfordert diese Vorgehensweise ein erhebliches Maß an Fachwissen, Zeit und Disziplin, um eine vergleichbare Diversifikation zu erreichen. Für die meisten Privatanleger bleibt der Indexfonds daher trotz seiner laufenden Kosten die praktischere und insgesamt günstigere Wahl.

Der Unterschied zwischen Bruttorendite und Nettorendite

Es existiert eine weit verbreitete Annahme, dass ein Anleger, der breit in einen Markt investiert, lediglich die Durchschnittsrendite aller enthaltenen Wertpapiere erzielt. Diese Vorstellung klingt auf den ersten Blick plausibel, ist jedoch bei genauerer Betrachtung nicht zutreffend, denn in Wahrheit kann eine überdurchschnittliche Rendite erreicht werden. Um dies zu verstehen, muss der Anleger den Unterschied zwischen Bruttorendite und Nettorendite kennen. Die Bruttorendite beschreibt die Wertentwicklung vor Abzug sämtlicher anfallenden Gebühren und Kosten. Die Nettorendite hingegen ist der Betrag, der nach Abzug aller Gebühren tatsächlich dem Anleger gutgeschrieben wird und der für seine Vermögensentwicklung maßgeblich ist.

Die Nettorendite als entscheidende Größe

Die Nettorendite ist diejenige Größe, die für den Anleger tatsächlich zählt, denn nur dieser Betrag wird seinem Kapital gutgeschrieben und steht ihm zur Verfügung. Die Durchschnittsrendite eines Marktes ergibt sich, wenn man die Bruttorendite aller Marktteilnehmer betrachtet, also die Rendite vor Abzug der jeweiligen Kosten. Das passive Investieren in einen Indexfonds hilft dem Anleger dabei, den durchschnittlichen Wert des Marktes zu erreichen, da er keine aktiven Handelsentscheidungen treffen muss und somit nur geringe Kosten verursacht. Die Nettorendite eines passiven Anlegers liegt daher in der Regel nahe an der Bruttorendite des Marktes, da nur minimale Gebühren abgezogen werden. Bei aktiven Anlagestrategien hingegen werden deutlich höhere Gebühren fällig, was dazu führt, dass die Nettorendite trotz gleicher Bruttorendite erheblich niedriger ausfällt.

Die Gebührenunterschiede zwischen aktiven und passiven Strategien

Ein aktiver Fondsmanager muss in der Regel eine Gebühr von etwa drei Hundertsteln des investierten Kapitals pro Jahr berechnen, um seine Arbeit, seine Forschung und seine Handelsaktivitäten zu finanzieren. Ein passiver Indexfonds hingegen kommt mit einer Gebühr von etwa einem halben Hundertstel aus, da keine teuren Analysen und keine häufigen Umschichtungen erforderlich sind. Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass sich der Erfolg eines Privatanlegers und der Erfolg eines professionellen Fondsmanagers häufig abwechseln und dass eher der Zufall darüber entscheidet, wer in einem bestimmten Zeitraum besser abschneidet. Je länger der Anlagezeitraum gewählt wird, desto stärker verringert sich die Zahl der aktiven Verwalter, die den passiven Anleger übertreffen können. Die niedrigeren Kosten des passiven Ansatzes wirken über lange Zeiträume wie ein Zinseszins zugunsten des Anlegers und verschaffen ihm einen strukturellen Vorteil.

Der dauerhafte Vorsprung des passiven Anlegers

Der genaue Ursprung des Vorsprungs, den passive Anleger gegenüber aktiven Verwaltern besitzen, lässt sich nicht in jedem Einzelfall eindeutig bestimmen, und in Fachkreisen wird darüber lebhaft diskutiert. Immer wieder tauchen neue Strategien auf, die versuchen, die aktive Anlagestrategie nachzustellen und den Markt verlässlich zu schlagen, doch solche Erfolge bleiben ausgesprochen selten. Diese vereinzelten Ausnahmen ändern nichts an der grundlegenden Tatsache, dass das passive Investieren über lange Zeiträume eine überdurchschnittliche Nettorendite erzielt. Der Kostenvorteil ist dabei so deutlich, dass er auch durch gelegentliche Fehleinschätzungen des Marktes nicht zunichtegemacht wird. Für den langfristigen Vermögensaufbau bleibt der passive Ansatz daher die überlegene Strategie.

Die Grenzen des passiven Investierens bei großen Gewinnen

Ein weiterer Kritikpunkt am passiven Investieren besteht darin, dass es dem Anleger jede Chance auf außergewöhnlich große Einzelgewinne nimmt. Der Traum vom schnellen Reichtum und der Vervielfachung des eingesetzten Kapitals innerhalb kurzer Zeit lässt sich mit einem breit gestreuten Indexfonds nicht verwirklichen. Wer darauf hofft, sein Geld in wenigen Monaten oder Jahren zu vervielfachen, wird mit einem Indexfonds unweigerlich enttäuscht werden, da die breite Streuung extreme Ausschläge nach oben ebenso dämpft wie extreme Verluste. Gleichzeitig schützt diese Streuung den Anleger aber auch davor, sein gesamtes Kapital auf einen Schlag zu verlieren. Der Indexfonds ist somit ein Instrument der stetigen und gemäßigten Vermögensentwicklung, kein Werkzeug für spekulative Abenteuer.

Der Schutz durch breite Streuung

Ein Indexfonds ist so breit über verschiedene Wertpapiere, Branchen und Regionen gestreut, dass es äußerst unwahrscheinlich ist, das gesamte investierte Kapital auf einmal zu verlieren. Wer nichts riskiert, darf allerdings auch keine außergewöhnlichen Gewinne erwarten, und der passive Anleger sucht bewusst nicht den Nervenkitzel der Spekulation. Die breite Diversifikation sorgt dafür, dass der Verlust einzelner Wertpapiere durch die Gewinne anderer aufgefangen wird und das Gesamtdepot stabil bleibt. Wer eine Rendite anstrebt, die weit über der Marktrendite liegt, sollte sein Kapital nicht ausschließlich in Indexfonds investieren, da diese Konstruktion extreme Überrenditen strukturell ausschließt. Für Anleger, die eine solide und überdurchschnittliche Rendite bei überschaubarem Risiko suchen, sind Indexfonds hingegen genau das richtige Instrument.

Indexfonds und ihr Verhalten in Krisenzeiten

Wer in einen Indexfonds investiert, kauft nicht wahllos und blind alle verfügbaren Wertpapiere ein, sondern folgt einer klaren Systematik. Es gibt verschiedene Auswahlverfahren, die Wertpapiere nach bestimmten Kriterien filtern, etwa nach einer günstigen Bewertung oder nach einer besonders hohen Unternehmensqualität. Jeder Anleger kann dabei unterschiedliche Schwerpunkte setzen, indem er Fonds wählt, die bestimmte Branchen, Regionen oder Qualitätsmerkmale bevorzugen. Indexfonds decken verschiedene Nischen ab, sodass nicht jede enthaltene Aktie ohne Prüfung in das Portfolio gelangt. Wertpapiere, die in vielen verschiedenen Indexfonds vertreten sind, werden von den Anlegern naturgemäß stärker nachgefragt als solche, die in weniger passenden Segmenten angesiedelt sind.

Die Nachbildung des Index und ihre Methoden

Um den jeweiligen Index möglichst genau nachzustellen, bedienen sich Indexfonds verschiedener Methoden, die jeweils eigene Vorzüge und Risiken mit sich bringen. Bei der einen Variante investiert der Fonds tatsächlich in die im Index enthaltenen Wertpapiere und verleiht einen Teil davon an andere Marktteilnehmer weiter, um zusätzliche Erträge zu erzielen. Bei der anderen Variante investiert der Fonds nicht selbst in die enthaltenen Wertpapiere, sondern lässt sich die Rendite des Index von einem Vertragspartner auszahlen, bei dem es sich häufig um eine Großbank handelt. Die erste Vorgehensweise birgt das sogenannte Wertpapierleihrisiko, während die zweite Variante das Kontrahentenrisiko mit sich bringt. Die Fondsindustrie hat in den vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen, um beide Risiken so weit wie möglich zu begrenzen und die Sicherheit der Anleger zu gewährleisten.

Die Absicherung bei Tauschgeschäften

Bei den Tauschgeschäften, die der zweiten Variante der Indexnachbildung zugrunde liegen, muss der Vertragspartner mindestens neun Zehntel des vereinbarten Wertes als hochgradig liquide Sicherheit hinterlegen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass das Ausfallrisiko auf höchstens ein Zehntel des Gesamtvolumens begrenzt ist. In der Praxis werden Indexfonds jedoch sehr häufig übersichert, indem Sicherheiten hinterlegt werden, die den eigentlichen Wert des Geschäfts um einige Hundertstel übersteigen. Viele Anbieter überprüfen die hinterlegten Sicherheiten auf täglicher Basis und passen sie unverzüglich an, falls sich die Marktbedingungen ändern. Dieses engmaschige Kontrollsystem sorgt dafür, dass das Kontrahentenrisiko in der Praxis äußerst gering bleibt und der Anleger wirksam geschützt ist.

Die Wertpapierleihe und ihre Sicherungsmechanismen

Bei der Wertpapierleihe, die vor allem bei der ersten Variante der Indexnachbildung zum Einsatz kommt, gestaltet sich die Absicherung etwas anders. Die Erträge, die aus der Verleihung der Wertpapiere erzielt werden, fließen zu einem großen Teil in den Indexfonds zurück und erhöhen dadurch die Rendite für den Anleger leicht. Die Menge der Wertpapiere, die gleichzeitig verliehen werden darf, ist auf eine bestimmte Obergrenze beschränkt, die in der Regel bei der Hälfte des Fondsvermögens liegt. Der Entleiher wird zudem einer gründlichen Prüfung seiner Kreditwürdigkeit unterzogen, bevor ihm Wertpapiere überlassen werden. Zusätzlich muss der Entleiher eine hochgradig liquide Sicherheit hinterlegen, deren Wert den Wert der geliehenen Papiere häufig sogar übersteigt.

Tägliche Kontrolle und Garantie der Fondsgesellschaft

Die hinterlegten Sicherheiten werden jeden Tag überprüft und bei Bedarf unverzüglich angepasst, um den Schutz des Fondsvermögens jederzeit zu gewährleisten. Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Ausfall kommen und die Sicherheitsmechanismen versagen, so springen die Fondsgesellschaften in vielen Fällen mit eigenen Mitteln ein und gleichen den Fehlbetrag aus. Sie garantieren auf diese Weise dafür, dass der Anleger keinen Verlust durch die Wertpapierleihe erleidet. Diese mehrfachen Sicherungsebenen machen die Wertpapierleihe in der Praxis zu einem äußerst risikoarmen Vorgang. Es ist zudem bemerkenswert, dass diese Methode auch bei aktiv verwalteten Investmentfonds weit verbreitet ist, obwohl in der öffentlichen Diskussion fast ausschließlich bei Indexfonds über dieses Risiko gesprochen wird.

Die praktische Erfahrung mit den Risiken

Wie hoch das verbleibende Risiko letztlich einzuschätzen ist, muss jeder Anleger für sich selbst entscheiden und dabei seine persönliche Risikobereitschaft berücksichtigen. In der gesamten bisherigen Geschichte der Indexfonds ist es noch nie vorgekommen, dass ein Anleger durch das Wertpapierleihrisiko oder das Kontrahentenrisiko einen finanziellen Schaden erlitten hat. Selbst während der großen Finanzkrise, die weltweit zu schweren Verwerfungen an den Märkten führte, blieb ein solcher Schaden aus. Die umfangreichen Sicherungsmaßnahmen und die tägliche Überwachung haben sich in der Praxis als wirksam und zuverlässig erwiesen. Dennoch sollte sich jeder Anleger dieser theoretisch vorhandenen Risiken bewusst sein, bevor er eine Anlageentscheidung trifft.

Die Frage der Liquidität in schwierigen Marktphasen

In einigen Nischenbereichen des Marktes kann die Liquidität, also die Möglichkeit, Wertpapiere schnell und ohne nennenswerte Preisabschläge zu handeln, sehr gering sein. Besonders in Phasen eines Kurseinbruchs kann die Handelbarkeit bestimmter Wertpapiere stark eingeschränkt sein, da viele Marktteilnehmer gleichzeitig verkaufen möchten, aber kaum Käufer vorhanden sind. Zu den Wertpapieren, bei denen die Liquidität besonders niedrig sein kann, zählen Schuldverschreibungen mit geringer Bonität, die von Fachleuten als hochspekulative Anlagen eingestuft werden. Indexfonds erleichtern den Zugang zu solchen schwer zugänglichen Anlagebereichen erheblich, da der Anleger nicht selbst die einzelnen Wertpapiere erwerben muss. In manchen Fällen ist der Indexfonds selbst sogar liquider als die ihm zugrunde liegenden Wertpapiere, zumindest wenn man den Durchschnitt betrachtet.

Die Handelbarkeit in Krisenzeiten

In schweren Krisenzeiten kann die Handelbarkeit von Indexfonds jedoch erheblich eingeschränkt sein, da die zugrunde liegenden Wertpapiere kaum noch gehandelt werden. In solchen Phasen ist die Liquidität der Märkte insgesamt äußerst schlecht, und es kann schwierig werden, den Indexfonds zu einem fairen Preis zu verkaufen. Dieses Problem betrifft in Krisenzeiten jedoch nicht nur Indexfonds, sondern gleichermaßen alle anderen Fonds und Anlageformen. Der Anleger sollte sich daher bewusst sein, dass in extremen Marktphasen der Verkauf eines Indexfonds schwieriger sein kann als in normalen Zeiten. Dennoch bleibt die Handelbarkeit von Indexfonds in der Regel deutlich besser als die vieler einzelner Wertpapiere, insbesondere in Nischenbereichen.

Das vorzeitige Ausnutzen von Indexanpassungen

Von Zeit zu Zeit müssen Indizes angepasst werden, indem bestimmte Wertpapiere aufgenommen oder entfernt werden, um die veränderte Marktlage abzubilden. Wenn ein Indexfonds solche Anpassungen nachvollziehen muss, ist er gezwungen, bestimmte Aktien nachzukaufen oder zu verkaufen, was bei umfangreichen Indexveränderungen starke Kursschwankungen hervorrufen kann. Einige sehr erfahrene und aufmerksame Anleger versuchen, diese Anpassungen vorherzusehen und für sich zu nutzen, indem sie vor der offiziellen Aufnahme in den Index in die betreffende Aktie investieren. Sie profitieren dann von dem Kursanstieg, der durch das neu zufließende Kapital der Indexfonds ausgelöst wird, und verkaufen ihre Position anschließend mit Gewinn. Für den passiven Anleger eines Indexfonds entsteht durch diesen Vorgang ein finanzieller Nachteil, da der Fonds häufig zu einem überhöhten Kurs einsteigt.

Die rechtliche Einordnung und die praktische Bedeutung

In der Fachsprache wird dieser Vorgang als vorzeitiges Ausnutzen von Indexanpassungen bezeichnet, und in Deutschland ist er in seiner extremen Form nicht erlaubt, da dabei sehr vertrauliche Informationen ausgenutzt werden. Dieses Verbot gilt jedoch nur so lange, bis die relevanten Daten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, danach ist der Handel mit den betroffenen Wertpapieren grundsätzlich erlaubt. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Kursveränderung betroffener Aktien im Zeitraum zwischen der Bekanntgabe und der tatsächlichen Aufnahme in den Index bei einem beachtlichen Zuwachs lag. Bei der Herausnahme von Aktien aus einem Index fiel die Rendite in der entsprechenden Zeitspanne sogar noch höher aus. Seit der Jahrtausendwende ist bei diesen Werten jedoch ein deutlich abnehmender Trend zu beobachten, und die jährlichen Verluste für Indexanleger sind auf einen verschwindend geringen Betrag gesunken.

Die Gegenmaßnahmen der Fondsgesellschaften

Die Fondsgesellschaften kennen dieses Problem und versuchen aktiv, ihm entgegenzuwirken, indem sie ihre Kaufaufträge über einen längeren Zeitraum verteilen und nicht auf einmal ausführen. Sie bemühen sich, ihre Käufe so diskret wie möglich zu gestalten, um keine Aufmerksamkeit auf die bevorstehenden Transaktionen zu lenken und den Kurs nicht vorzeitig in die Höhe zu treiben. Dennoch kann ein kleiner Verlust in Einzelfällen nicht völlig ausgeschlossen werden, da die Anpassungen letztlich öffentlich bekanntgegeben werden müssen. Das vorzeitige Ausnutzen von Indexanpassungen tritt in der Praxis jedoch sehr selten auf und betrifft nur einen kleinen Anteil der Indexfonds. Auf lange Sicht schlagen Indexfonds die aktiv verwalteten Fondsmanager in der großen Mehrzahl der Fälle, und dieser Vorteil wird durch das seltene Phänomen der Indexanpassung nicht geschmälert.

Die Marktmacht der großen Anbieter

Auf dem Markt für Indexfonds gibt es einige große Anbieter, die den Markt beherrschen und einen erheblichen Teil des verwalteten Vermögens auf sich vereinen. Daneben existieren jedoch auch zahlreiche kleinere Anbieter, die sich auf bestimmte Nischen oder Regionen spezialisiert haben und den Markt ergänzen. Theoretisch könnte eine starke Konzentration auf wenige Anbieter dazu führen, dass die Kosten für die Verbraucher steigen und die Qualität der Produkte leidet. In der Realität zeigt sich jedoch ein völlig anderes Bild, denn die Kosten von Indexfonds sind in den vergangenen Jahren sehr stark gesunken. Die Anbieter versuchen nicht, die Preise zu erhöhen, sondern liefern sich einen intensiven Wettbewerb, bei dem sie sich gegenseitig mit immer niedrigeren Gebühren unterbieten.

Die Frage des Insolvenzrisikos

Ein weiterer Punkt, der im Zusammenhang mit der Marktmacht diskutiert wird, ist das Insolvenzrisiko der Fondsgesellschaften. Man könnte sich fragen, was geschehen würde, wenn der Markt einmal vollständig zusammenbrechen sollte und die Fondsgesellschaften in finanzielle Schwierigkeiten geraten würden. Fondsgesellschaften sind jedoch keine Banken, und von ihnen gehen andere und geringere Risiken aus als von Kreditinstituten. Wenn die Kurse der im Fonds enthaltenen Unternehmen fallen, wird zuerst das Kapital der Anleger im Fonds in Mitleidenschaft gezogen, doch dies würde bei jeder anderen Anlageform ebenso geschehen. Ob ein Fonds aktiv oder passiv verwaltet wird, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle, denn das Anlagerisiko ist in beiden Fällen identisch.

Der Schutz des Anlegerkapitals durch das Sondervermögen

Selbst wenn eine Fondsgesellschaft insolvent werden sollte, wäre das investierte Geld der Anleger dennoch geschützt, da es als Sondervermögen geführt wird. Das Sondervermögen darf im Falle einer Insolvenz der Fondsgesellschaft unter keinen Umständen angerührt oder zur Befriedigung der Gläubiger herangezogen werden. Der Anleger erhält sein investiertes Kapital somit auch dann zurück, wenn die Fondsgesellschaft selbst in finanzielle Schwierigkeiten gerät. Dieser Schutzmechanismus ist gesetzlich verankert und gilt für alle Investmentfonds, unabhängig davon, ob sie aktiv oder passiv verwaltet werden. Das Insolvenzrisiko der Fondsgesellschaft stellt daher für den Anleger kein nennenswertes Risiko dar, da sein Kapital durch die rechtliche Konstruktion des Sondervermögens wirksam geschützt ist.

Indexfonds als Finanzprodukte und die Vorurteile gegenüber der Finanzindustrie

Indexfonds sind zweifellos Finanzprodukte, und viele Menschen hegen gegenüber der Finanzindustrie grundsätzliches Misstrauen und tief sitzende Vorurteile. Dennoch sollte man nicht vorschnell jedes Produkt der Finanzindustrie pauschal verurteilen, denn bei sachlicher Betrachtung bleibt von der negativen Kritik an Indexfonds inhaltlich wenig Substanzielles übrig. Wer fest davon überzeugt ist, dass die gesamte Finanzindustrie betrügerisch agiert und jedes ihrer Produkte eine reine Abzocke darstellt, wird sich auch durch noch so gute Sachargumente nicht vom Gegenteil überzeugen lassen. Für solche Personen, die sich von Fakten und rationalen Überlegungen nicht erreichen lassen, bleiben einzelne Aktien vermutlich die einzig akzeptable Anlageform. Alle anderen Anleger sollten sich jedoch von unbegründeten Vorurteilen nicht davon abhalten lassen, die Vorteile eines Indexfonds für ihren Vermögensaufbau zu nutzen.

Die wesentlichen Kritikpunkte im Überblick

Es gibt zahlreiche Fachleute, die Indexfonds kritisieren, und ihre Argumente reichen von den laufenden Kosten über die fehlende Möglichkeit, den Markt zu schlagen, bis hin zur Sorge um eine übermäßige Marktkonzentration. Für den Anleger selbst sollte jedoch in erster Linie der Kostenaspekt eine Rolle spielen, denn wer einen Indexfonds nutzen möchte, muss dafür die laufenden jährlichen Gebühren tragen. Zudem können Indexfonds in bestimmten Marktphasen dazu verleiten, kurzfristig zu handeln und damit die langfristige Anlagestrategie zu untergraben. Ein Indexfonds kann per Definition den Gesamtmarkt nicht schlagen, da er diesen lediglich nachbildet und keine aktive Auswahl betreibt. Über längere Zeiträume können Indexfonds jedoch effizienter werden und die gleichen bewährten Mechanismen nutzen, die auch bei aktiv verwalteten Investmentfonds zum Einsatz kommen.

Die Vielfalt der Indexfonds und die Notwendigkeit der Prüfung

Indexfonds sind nicht alle gleich, und bevor ein Anleger sein Kapital in einen bestimmten Fonds investiert, sollte er sich eingehend darüber informieren, wie der Fonds im Detail vorgeht und welche Strategie er verfolgt. Die Frage, ob der gewählte Fonds zu den eigenen Anlagezielen und zum persönlichen Risikoprofil passt, muss jeder Anleger für sich selbst beantworten und dabei verschiedene Faktoren berücksichtigen. Diverse Nachteile und Risiken sind bei Indexfonds zweifellos vorhanden, doch ändern diese nichts an der grundlegenden Tatsache, dass sie für den kleinen Privatanleger eine sehr gute und zugängliche Möglichkeit der Geldanlage darstellen. Indexfonds sind nach wie vor günstiger als die meisten anderen Anlageformen, sie sind vergleichsweise risikoarm, und man kann mit ihnen eine solide Rendite erzielen. Die kritischen Stimmen der Banken und der Anbieter aktiv verwalteter Investmentfonds, die durch die wachsende Beliebtheit der Indexfonds ihr Geschäftsmodell bedroht sehen, können an diesen Tatsachen nichts ändern.

 

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