Die bewusste Gestaltung der eigenen Wahrnehmung und emotionale Unabhängigkeit

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Die moderne Gesellschaft ist von einem ständigen Streben nach Optimierung und einem hohen Leistungsdruck geprägt, was dazu führt, dass Menschen alltägliche Rückschläge oft als persönliches Versagen oder unabwendbares Schicksal interpretieren. Die psychologische Forschung zeigt deutlich, dass nicht die Ereignisse selbst unser Wohlbefinden bestimmen, sondern vielmehr die individuelle Bewertung und Gewichtung dieser Vorkommnisse. Wer lernt, die eigene Wahrnehmung aktiv zu steuern, kann sich aus dem Kreislauf der Unzufriedenheit befreien und eine stabile innere Balance entwickeln.

Die körperlichen und gedanklichen Folgen eines als verloren empfundenen Tages

Liegt man abends nach einem anstrengenden Tag im Bett und lässt die Ereignisse Revue passieren, stellt man nicht selten fest, dass sich dieser Abschnitt des Lebens einfach anfühlt wie ein einziger Fehlschlag. Man wünscht sich, diese Stunden einfach aus dem Kalender streichen zu können, da scheinbar nichts Positives geschehen ist. Der Kopf brummt und im Magen breitet sich ein schweres Grummeln aus, als hätte man Steine verschluckt. Beim Nachdenken fällt auf, dass man heute kaum etwas gegessen hat, sondern nur hastig zwischen Tür und Angel Nahrung zu sich nahm.

Die Spirale der körperlichen Wahrnehmungen und des Zeitdrucks

Atmet man tief ein, bemerkt man plötzlich eine leicht verstopfte Nase und fragt sich, ob eine Erkältung oder eine neue Allergie im Anmarsch ist. Der Blick durch das Zimmer offenbart, dass wieder einmal Ordnung geschaffen werden müsste, doch die Zeit dafür scheint zu fehlen, da der Tag nun einmal nur 24 Stunden umfasst. Das Stichwort Zeit lenkt die Aufmerksamkeit auf die Uhr und man berechnet panisch, wie wenige Stunden Schlaf noch bleiben, bevor der Wecker klingelt. Das Gedankenkarussell nimmt Fahrt auf und man presst die Augen zusammen, in der Hoffnung auf sofortigen Schlaf.

Die Unzufriedenheit mit der Umgebung und der Teufelskreis der schlechten Laune

Plötzlich ist das Kissen zu warm, die Decke zu kurz, die Matratze zu hart und der Schlafanzug viel zu weit, sodass keinerlei Zufriedenheit aufkommen will. Man weiß bereits im Vorhinein, dass der nächste Morgen wieder mit dem falschen Fuß beginnen und eine gereizte Stimmung mit sich bringen wird. Die Zündschnur wird immer kürzer, was einen endlosen Kreislauf aus schlechter Laune und Erschöpfung erzeugt. Man grübelt über die Ursachen und schiebt die Schuld auf den Stress im Büro, auf Sternkonstellationen, den Mond oder den eigenen Zyklus.

Die gesellschaftliche Gewichtung negativer Ereignisse

Das eigentliche Problem liegt jedoch nicht in den schlechten Tagen an sich, sondern in der grundlegenden Auffassung, welche die heutige Gesellschaft solchen Tagen beimisst. Viel zu oft werden negative Situationen übermäßig stark gewichtet, wodurch sich der Himmel mit grauen Wolken zuzieht und die Sonne verdeckt wird. Dabei vergisst man leicht, dass die Sonne weiterhin existiert, auch wenn sie gerade hinter den Wolken verborgen ist. Konzentriert man sich jedoch ausschließlich auf die Regenwolken, verliert man das Gefühl für die vielen schönen Dinge, die einem im Leben widerfahren.

Die Illusion der persönlichen Unglückswolke

Man hat selbst die Macht, diese grauen Gebilde vom Himmel zu verschieben und wieder die angenehmen Strahlen zu genießen, wobei es nicht darum geht, negative Gefühle komplett zu verbannen. Es geht vielmehr darum, sich von dem Glauben zu befreien, dass eine einzelne Unglückswolke einen ständig und überallhin verfolgt. In der italienischen Sprache existiert ein Ausdruck für diese eine Wolke, die eine Person verfolgt, um ständig Regen auf sie herabprasseln zu lassen. Diese Vorstellung symbolisiert das Unglück und das Unwohlsein, gegen die man scheinbar nichts unternehmen kann.

Der Ausbruch aus der passiven Opferrolle

Genau diese Einstellung, sich als Opfer der Umstände zu sehen, lässt die Wolke jedoch nur noch weiter anwachsen und das eigene Leid verstärken. Diese Wolke existiert nicht in der physischen Realität, sondern ist ein treffendes Bild für eine rein negative innere Haltung. Fühlt man sich wie ein Unglücksrabe, wird sich dieser Zustand nicht von selbst ändern, solange die innere Einstellung dieselbe bleibt. Die Wolke verschwindet erst in dem Moment, in dem man die eigene Einstellung grundlegend wandelt und die passive Opferrolle bewusst verlässt.

Die freie Wahl der emotionalen Reaktion

Negative Erlebnisse und unangenehme Momente gehören untrennbar zum Leben dazu, doch es liegt in der eigenen Macht zu entscheiden, wie stark diese Aspekte das Wohlbefinden diktieren dürfen. Man trifft die ganz persönliche Entscheidung, ob man unter der Gewitterwolke ertrinken möchte oder ob man lernt, im Regen zu tanzen und durch die Pfützen zu springen. Es liegt in der eigenen Hand, Dinge auf sich beruhen zu lassen oder sich noch lange Zeit darüber aufzuregen. Man entscheidet, ob der Fokus auf der einen schlechten Sache liegt oder ob man mit der negativen Angelegenheit abschließt.

Die Suche nach Sündenböcken und die Übernahme von Verantwortung

Man trifft die Wahl, ob man weiterhin nach Sündenböcken sucht, die für die schlechte Laune verantwortlich sein sollen, oder ob man selbst die Verantwortung für das eigene Leben und die eigenen Gefühle übernimmt. Möglicherweise denkt man, diese Verantwortung bereits übernommen zu haben, da man sich um sich selbst kümmert und für ein gutes Leben sorgt. Doch die wahre Frage lautet, wie intensiv man sich um die eigene mentale Gesundheit kümmert und ob man negative Gefühle zulässt, um sie anschließend wieder ziehen zu lassen. Man muss sich fragen, ob man die eigenen Stärken kennt und ob es gelingt, selbst in unschönen Ereignissen etwas Positives zu erkennen.

Die echte Schönheit des Alltags erkennen

Bei diesem Prozess geht es nicht darum, sich eine rosarote Brille aufzusetzen und die Welt nur noch mit Glitzerstaub zu betrachten. Das Ziel ist keineswegs, sich auf die Suche nach mystischen Fabelwesen zu begeben und negative Ereignisse schlichtweg zu ignorieren. Vielmehr geht es darum, die Schönheit des Lebens wiederzuerkennen und diese in den kleinen alltäglichen Dingen zu finden. Es ist der Weg, das Leben zu genießen, die inneren Stärken besser kennenzulernen und mit einer positiven Grundhaltung durch die Welt zu gehen.

Die bewusste Lenkung der eigenen Lebensmelodie

Es bringt nichts, sich lange darüber aufzuregen, dass eine andere Person beim Bäcker das letzte Stück Kuchen gekauft hat, welches man selbst gerne gehabt hätte. Man kann sich ärgern und dieser Person wünschen, dass die Sahne durch den eigenen Gesichtsausdruck sauer wird, was dem Tag einen negativen Unterton gibt. Alternativ kann man sich für die andere Person freuen und sich selbst ein Stück eines anderen Kuchens bestellen, wodurch der Tag einen viel leichteren und fröhlicheren Unterton erhält. Man muss sich immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass man der Tonmeister des eigenen Lebens ist und selbst entscheidet, welche Hintergrundmusik läuft.

Die Entscheidung zwischen Resignation und aktiver Gestaltung

Man trifft die Entscheidung, ob man dem verlorenen Kuchen mit deprimierender Musik nachtrauert oder ob man mit einer fröhlichen Melodie einen neuen Kuchen probiert. Dieses Beispiel lässt sich auf sämtliche Situationen des Lebens übertragen, da man in jedem Moment die Wahl zwischen verschiedenen Reaktionen hat. Entweder fokussiert man sich auf das Negative oder man legt den Fokus bewusst auf das Positive. Zu behaupten, dass äußere Umstände einen zu einer gewissen Reaktion treiben, zeugt davon, dass man es sich in der Opferrolle bequem gemacht hat.

Die Anwendung der positiven Psychologie im Alltag

Die Liste der potenziellen Sündenböcke ist lang, doch ändert man den Tonfall und spricht sich aus, dass man sich bewusst für eine negative Reaktion entscheidet, klingt das völlig anders. Es ist ein gewaltiger Unterschied, sich vor Augen zu führen, dass es die eigene Entscheidung ist, negative Erlebnisse das Wohlbefinden diktieren zu lassen. Um aus dieser Opferrolle herauszukommen, kann man sich den Grundlagen der positiven Psychologie bedienen, welche sich mit einer angenehmeren und gesünderen Lebensführung befasst. Alles startet mit einer einzigen Entscheidung, nämlich der des linken Fußes, dem man die Schuld geben kann oder für den man einfach dankbar ist.

Das Erkennen der beständigen inneren Sonne

Das eigene Wohlbefinden, das Glück und der Erfolg hängen alle von diesen alltäglichen Entscheidungen ab, wodurch man einem erfüllteren Leben schon einen großen Schritt näherkommt. Sobald man versteht, wie diese neue Sichtweise das Leben dauerhaft verändern kann, wird man schon die ersten spürbaren Veränderungen bemerken. Gepaart mit passenden Übungen für den Alltag wird man jeden Tag Fortschritte merken und die Unglückswolke immer kleiner werden sehen. In dem Moment, in dem diese Wolke komplett verschwindet und die Sonne wieder strahlt, wird man feststellen, dass die Sonne nie weg war, sondern man sie lediglich nicht gesehen hat.

 

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