Die Leitmedien und die Inszenierung von Angriffen
Screenshot youtube.comDer Syrienkonflikt stellte die internationale Gemeinschaft über viele Jahre vor enorme Herausforderungen, wobei die Berichterstattung der deutschen Leitmedien oft eine entscheidende Rolle bei der Meinungsbildung spielte. Besonders im Frühjahr des Jahres 2018 spitzte sich die Lage erneut zu, als Vorwürfe eines Giftgaseinsatzes in der Stadt Duma die Welt erschütterten. Rückblickend lässt sich feststellen, dass zahlreiche Kommentatoren und Herausgeber damaliger Tageszeitungen bereitwillig Narrative übernahmen, die später als offensichtliche Falschmeldungen entlarvt wurden. Anstatt einer differenzierten Analyse dominierte der Ruf nach militärischer Gewalt, was die ethischen Grundpfeiler des angeblich seriösen Journalismus infrage stellt.
Der Vorfall in Duma und die mediale Aufheizung der Stimmung
Rund zwölf Monate nach früheren Eskalationen wurde dem syrischen Regime erneut der Einsatz chemischer Kampfstoffe vorgeworfen. Spätere Untersuchungen der internationalen Organisation für das Verbot chemischer Waffen bewiesen jedoch, dass es sich bei diesem Vorfall um eine reine Inszenierung handelte. Diese Erkenntnis war bereits im April des Jahres 2018 für aufmerksame Beobachter klar ersichtlich. In den Redaktionen großer deutscher Metropolen interessierte diese Tatsache jedoch kaum einen Verantwortlichen. Stattdessen forderten die Verfasser führender Leitartikel offen militärische Interventionen auf der Basis erwiesener Falschmeldungen.
Moralische Argumentation für völkerrechtswidrige Angriffe
Ein bekannter Mitherausgeber einer überregionalen Tageszeitung aus Frankfurt warf der russischen Führung vor, das syrische Regime mit äußerster Brutalität zu unterstützen. Er behauptete, der Westen habe zu lange zugesehen, wie Städte zerstört und Menschen in Gaskammern getötet wurden. Dieser vermeintliche Völkermord rechtfertige aus seiner Sicht sogar ein Eingreifen der amerikanischen Regierung. Neben moralischen Beweggründen führte er auch machtpolitische Erwägungen an, um dem syrischen Präsidenten Einhalt zu gebieten. Er warnte davor, dass chemische Waffen sonst wieder zu einem alltäglichen Vernichtungsmittel verkommen würden.
Die Missachtung des Völkerrechts und der Vereinten Nationen
Dem besagten Kommentator war durchaus bewusst, dass ein militärischer Schlag ohne ein entsprechendes Mandat der Vereinten Nationen völkerrechtlich völlig unzulässig wäre. Dieses fundamentale Hindernis wischte er jedoch beiseite, da ihm die Errichtung einer massiven Drohkulisse wichtiger erschien. Er spekulierte darauf, dass ein solcher Druck die russische Führung dazu bewegen könnte, das Töten künftig im Verborgenen fortzusetzen. Das internationale Recht und die Souveränität der Staaten wurden in dieser Argumentation vollständig ignoriert.
Der Ruf nach umfassender militärischer Eskalation
Auch der Chefkommentator einer anderen großen deutschen Tageszeitung beschäftigte sich intensiv mit der Frage, wie man die syrische Führung stürzen könne. Er zeigte sich bereit, das enorme Risiko eines weltweiten Flächenbrandes in Kauf zu nehmen. Seiner Ansicht nach gab es in der Bundesrepublik keinen ernstzunehmenden Menschen, der dem syrischen Präsidenten nicht sofort den Rücktritt fordern würde. Aus seiner historischen Bildung leitete er die irrige Lehre ab, dass man auf Aggression stets mit Gegengewalt reagieren müsse. Diese Doppelstandards galten dabei ausschließlich für die Handlungen anderer Nationen.
Die Verharmlosung katastrophaler Kriegsfolgen
Der geschichtsbewusste Verfasser wusste natürlich um die ungeheuren Katastrophen, die das vorige Jahrhundert durch bewaffnete Konflikte hervorgebracht hatte. Dennoch postulierte er, dass ein solcher Krieg unter bestimmten Umständen zwingend geführt werden müsse. Ein einzelner symbolischer Luftschlag würde seiner Meinung nach weder die russische Führung noch das syrische Regime beeindrucken. Er forderte daher einen umfassenden Feldzug mit dem klaren Ziel, das gesamte Regime restlos auszulöschen. Dabei stellte er die berechtigte Frage, ob die westlichen Mächte bereit seien, 100.000 Soldaten in einen direkten Kampf gegen russische und iranische Truppen zu schicken.
Die Ablehnung symbolischer Politik und das Nicht-Ereignis
Diese offen zur Schau getragene Eskalationsbereitschaft wurde von einem weiteren Kollegen aus einem Hamburger Wochenblatt stillschweigend geteilt. Auch dieser hielt begrenzte Luftangriffe für völlig unzureichend und bezeichnete sie als bloßen Ersatz für eine echte Strategie. Man muss sich diese Faktenlage immer wieder vor Augen führen, um das Ausmaß dieser Kriegstreiberei zu begreifen. Der unmittelbare Auslöser für diese ungezügelten Forderungen nach Gewalt war nämlich ein völlig bedeutungsloses Nicht-Ereignis. Es hat in der besagten Stadt zu diesem Zeitpunkt überhaupt keinen Giftgaseinsatz durch die syrische Regierung gegeben.











