Sicherer Umgang mit Benutzerkonten im digitalen Raum
Screenshot youtube.comDie digitale Durchdringung aller Lebensbereiche hat dazu geführt, dass die Registrierung bei Internetangeboten zur alltäglichen Notwendigkeit geworden ist. Ob beim Einkauf, bei der Nutzung von Dienstleistungen oder beim Zugang zu Informationen – überall werden persönliche Zugänge verlangt. Diese Entwicklung bringt sowohl Chancen als auch Risiken mit sich, die es zu verstehen und richtig zu handhaben gilt. Der bewusste Umgang mit den eigenen digitalen Identitäten wird zunehmend zur wichtigen Kompetenz für alle, die sich im Netz bewegen.
Die vielfältigen Funktionen von Benutzerkonten
Wer die gesamten Möglichkeiten zahlreicher Internetangebote ausschöpfen möchte, kommt meist nicht darum herum, ein persönliches Benutzerkonto einzurichten. Solche Konten erfüllen unterschiedliche Zwecke und Aufgaben. In erster Linie dienen sie der eindeutigen Identifikation der nutzenden Person. Gleichzeitig spielen bei der Kontoerstellung rechtliche Gesichtspunkte eine wesentliche Rolle. Für Unternehmen, die Werbung versenden, besteht mittlerweile die gesetzliche Verpflichtung, von privaten Personen die nachweisbare Zustimmung zum Erhalt von Werbebotschaften auf elektronischem Weg einzuholen. Dieser Nachweis erfolgt typischerweise im Rahmen der Kontoeinrichtung. Kann der Anbieter diese Zustimmung nicht belegen und versendet dennoch Werbung, drohen empfindliche rechtliche Konsequenzen und Geldstrafen.
Der Schutz vor automatisierten Systemen
Bei der Einrichtung eines Benutzerkontos werden Nutzende häufig mit speziellen Überprüfungsverfahren konfrontiert, die sicherstellen sollen, dass es sich um eine menschliche Person handelt. Diese Prüfungen mögen zunächst lästig oder überflüssig erscheinen, verfolgen jedoch einen wichtigen Zweck. Im digitalen Raum existiert eine Vielzahl automatisierter Netzwerke, die in großem Stil Benutzerkonten anlegen, um diese später für missbräuchliche Zwecke zu nutzen. Die Betreiber der Internetseiten wollen daher verständlicherweise sicherstellen, dass sie es mit echten Menschen zu tun haben und nicht mit automatisierten Programmen. Diese Sicherheitsmaßnahme dient dem Schutz aller Beteiligten und der Integrität des Angebotes.
Die zentrale Funktion für persönliche Einstellungen
Das Benutzerkonto dient den Nutzenden selbst als zentraler Sammelpunkt für alle persönlichen Einstellungen und Präferenzen. Bei Handelsplattformen ermöglicht es die Nachverfolgung von Bestellungen, die Hinterlegung von Zahlungsinformationen und die Speicherung von Interessen und Vorlieben. Betrachtet man alle diese Funktionen zusammen, erweist sich ein solches Benutzerkonto als durchweg positive Einrichtung, die das digitale Leben erleichtert und strukturiert. Es bietet Komfort und Übersichtlichkeit in einer zunehmend unübersichtlichen digitalen Welt.
Die Risiken der Verknüpfung persönlicher Daten
Leider geht mit der Kontoerstellung auch ein nicht zu unterschätzendes Risiko einher. Aus Sicht der meisten Anbieter erscheint es naheliegend, als Benutzernamen die persönliche E-Mail-Adresse zu verlangen. Dies erspart den Nutzenden eine weitere Eingabe und ermöglicht ein leichteres Merken des Zugangs. Im Hinblick auf mögliche Sicherheitslücken und Datenpannen ist diese Praxis jedoch problematisch. Je kleiner der Betreiber des Internetangebotes, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Sicherheitsmaßnahmen nicht den höchsten Standards entsprechen. Ist ein solcher Anbieter von einer Datenschutzverletzung betroffen, gelangen persönliche Daten in unbefugte Hände. Durch die E-Mail-Adresse lassen sich diese Informationen mit anderen Daten verknüpfen, wodurch das Profil über die betreffende Person immer detaillierter wird.
Die Strategie der anonymen E-Mail-Adresse
Das Risiko für die eigenen Daten bei der Einrichtung eines Benutzerkontos im Internet lässt sich verringern, indem man dafür nicht die primäre E-Mail-Adresse verwendet, sondern entweder eine anonyme Adresse oder eine speziell für diesen Zweck geschaffene temporäre E-Mail-Adresse einsetzt. Die normale E-Mail-Adresse sollte einen besonders geschützten Status genießen. Dies gilt insbesondere dann, wenn man Internetdienste wie Office-Pakete, Speicherdienste oder Kontaktverwaltungen nutzt. Diese Angebote sind nicht nur reine E-Mail-Dienste, sondern stellen auch umfangreiche Online-Speicher, Termin- und Kontaktverwaltungen sowie viele weitere Funktionen zur Verfügung. Ein Datenverlust an dieser Stelle würde folglich gleichzeitig eine große Menge persönlicher Informationen betreffen und hätte weitreichende Konsequenzen.
Die Einrichtung eines separaten Postfachs
Eine Möglichkeit besteht darin, neben dem Hauptkonto ein weiteres E-Mail-Konto bei einem Internet-Postdienst-Anbieter einzurichten. Dabei muss es sich nicht um einen der potenziell unsicheren Standardanbieter handeln. Es existieren auch Anbieter, bei denen der Datenschutz einen hohen Stellenwert genießt. Einige deutsche Anbieter zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie nur minimale Informationen von den Nutzenden verlangen. Auf Wunsch kann man sich dort mit einem Pseudonym anmelden, wodurch eine Identifikation nicht möglich ist. Auch die Bezahlung kann vollständig anonym erfolgen, auf Wunsch sogar durch Briefsendungen mit Bargeld, die keinerlei elektronische Spuren hinterlassen. Wichtig ist lediglich die Verwendung eines sicheren Passwortes, das nicht mit Passwörtern anderer Konten übereinstimmt. Auf diese Weise erhält man eine E-Mail-Adresse, die man ohne Risiko verwenden kann. Selbst wenn diese Adresse öffentlich bekannt würde, kann damit niemand auf die normalen E-Mails und andere Konten zugreifen.
Die automatische Weiterleitung von Nachrichten
Nun möchte man sich sicherlich nicht jedes Mal zusätzlich in diesem separaten Postfach anmelden, sondern die E-Mails, die in diesem zweiten Postfach eingehen, direkt im Standard-Postfach zugestellt bekommen. Dazu kann man Weiterleitungsregeln einrichten. Man meldet sich zunächst am separaten Postfach an und ruft die Einstellungen auf. In der Liste der Optionen wählt man den Punkt für Weiterleitungen aus. Dort gibt man eine E-Mail-Adresse an, an die eingehende Nachrichten automatisch weitergeleitet werden sollen. Gleichzeitig entfernt man die Option, dass E-Mails weiterhin im eigenen Postfach gespeichert werden. Damit wird jede eingehende E-Mail automatisch an das angegebene primäre E-Mail-Konto weitergeleitet und erst gar nicht im separaten Postfach gespeichert. Wer also Zugriff auf dieses Postfach erhält, sieht keine E-Mails. Da die Weiterleitung über interne Mechanismen stattfindet, tauchen die E-Mails auch nicht in den gesendeten Nachrichten auf.
Der praktische Nutzen der Trennung
Verwendet man diese separate E-Mail-Adresse für die Anmeldung bei Internetdiensten, kann man den vollen Funktionsumfang nutzen, mindert aber das Risiko, dass die eigenen E-Mails gefährdet sind. Wenn man das Gefühl hat, dass vielleicht doch jemand die Zweit-E-Mail-Adresse missbraucht, kann man das Konto sofort schließen, ohne E-Mails zu verlieren. Diese sind ja im normalen E-Mail-Postfach gespeichert und bleiben somit erhalten. Diese Strategie der Trennung bietet einen effektiven Schutz vor Datenmissbrauch und unerwünschter Werbung.
Die Welt des grenzenlosen Handels
Durch das Internet wird die Welt immer kleiner, oder besser ausgedrückt: Die eigene Reichweite wird immer größer. Wer hätte vor der breiten Nutzung des Internets ernsthaft daran gedacht, als Privatperson Waren direkt aus fernen Ländern zu bestellen? Die Angebote wären meist gar nicht auffindbar gewesen, Zahlung und Bestellvorgang zudem viel zu kompliziert. Heute ist es egal, wo ein Anbieter seinen Sitz hat: Die Ware ist nur einen Klick entfernt. Das führt aber auch dazu, dass man bei vielen Anbietern nur ein einziges Mal bestellt. Je exklusiver die Ware oder Dienstleistung, desto seltener wird man bei diesem Händler kaufen.
Die Grenzen der Anonymität
Anonymität ist ein relatives Konzept: Absolute Anonymität wird man mit den hier beschriebenen Methoden nicht erreichen, aber man kann die vorhandenen Daten und damit das Risiko minimieren. Selbst wenn man eine anonyme E-Mail-Adresse verwendet, ist man nicht vollkommen anonym. Der E-Mail-Server speichert unter anderem auch die Internet-Protokoll-Adresse, von der die E-Mail versendet wurde. Diese kann der Internetanbieter für eine gewisse Zeit dem eigenen Anschluss zuordnen. Unter bestimmten Voraussetzungen können die Behörden sich diese Zuordnung aushändigen lassen. Nach einem Beschluss des höchsten deutschen Gerichts müssen dies auch die sicheren E-Mail-Anbieter leisten können, auch wenn sie die Adressen der Zugreifenden gar nicht aufzeichnen.
Das Problem unerwünschter Werbung
Gerade bei Anbietern, die nicht in der Europäischen Union beheimatet sind, zählen Datenschutz und Werbeverbot meist wenig bis gar nichts, und so erhält man schnell mehr und mehr Werbung im normalen Postfach. Nun wäre es ja eine Option, eine falsche E-Mail-Adresse einzugeben, die gar nicht existiert. Das scheitert aber meistens daran, dass man nach der Anmeldung eine E-Mail an die angegebene Adresse geschickt bekommt, in der man durch Anklicken eines Verweises die Registrierung freischalten muss. Ohne diesen Bestätigungsschritt bleibt das Konto inaktiv und unbrauchbar.
Die Lösung temporärer E-Mail-Adressen
Für einen solchen Fall sind temporäre oder Einmal-E-Mail-Adressen eine hervorragende Lösung. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie nur eine gewisse Zeit gültig sind, meist zwischen sechzig Minuten und dreißig Tagen. In diesem Zeitraum kann man diese Adresse verwenden. Nach der festgelegten Ablauffrist existieren diese Adresse und die im Postfach gespeicherten E-Mails nicht mehr. Sie werden automatisch und unwiderruflich gelöscht, was einen dauerhaften Schutz vor Datenansammlung bietet.
Die praktische Anwendung von Einmal-Postfächern
Einige Dienste bieten solche Einmal-E-Mail-Postfächer kostenlos an. Man legt dort ein kostenloses Einmalpostfach an und kann die E-Mail-Adresse entweder selbst wählen oder dies der zufälligen Auswahl durch den Anbieter überlassen. Man lässt das Einmal-E-Mail-Postfach geöffnet und ruft in einem zweiten Programmfenster die Seite des Händlers oder Diensteanbieters auf, bei dem man ein Konto anlegen will. Als Benutzernamen beziehungsweise E-Mail-Adresse gibt man die soeben angelegte Einmal-E-Mail-Adresse ein. Man wartet auf die Registrierungs-E-Mail, die in dem Einmal-Postfach eingeht, und klickt auf den Verweis in der E-Mail, um die Registrierung abzuschließen. Anschließend löscht man die E-Mail im Einmal-Postfach entweder sofort oder legt eine Ablauffrist fest, die es erlaubt, noch weiter über diese Adresse mit dem Händler Kontakt zu halten, bis die Ware angekommen ist.
Das Vertrauensprinzip bei temporären Diensten
Wie viele Dinge im Internet ist das Verwenden eines Einmalpostfachs eine Vertrauensfrage. E-Mails, die an dieses Postfach gehen, sind, solange das Postfach existiert, auch für den Anbieter lesbar. Man muss sich einfach darauf verlassen, dass dieser die E-Mails nicht liest und dass er sie nachher tatsächlich löscht. Es ist nicht empfehlenswert, über ein solches Postfach kritische oder vertrauliche E-Mails zu verschicken. Für die schnelle Registrierung bei wenig vertrauenswürdigen Anbietern oder bei einmaligen Bestellungen bietet sich diese Lösung jedoch hervorragend an. Sie ermöglicht die Nutzung von Diensten, ohne die eigene digitale Identität zu gefährden.














