Geschichte – Der geheime Krieg in Laos und die Rolle lokaler Verbündeter

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Ende der 1950er-Jahre deuteten amerikanische Geheimdienstler wiederauflebende Guerillaaktivitäten in Südvietnam und Laos als Anzeichen für kommunistische Vorhaben in Südostasien. Daraus entwickelte sich eine Strategie, die auf örtliche Verbündete, geheime Aufklärung und kleine, bewegliche Einheiten setzte. Die Darstellung schildert, wie diese Vorgehensweise die Hmong und andere Bergvölker in den Konflikt einbezog und welche persönlichen Handlungsspielräume amerikanische Mitarbeiter vor Ort erhielten. Zugleich beschreibt sie, wie unterschiedlich diese Männer mit dem Opiumanbau und dem Handel in den Bergregionen umgingen.

Eine Frühwarnstrategie für die Bergregionen

General Edward G. Lansdale, der unter Präsident John F. Kennedy die strategische Planung des Verteidigungsministeriums für Indochina leitete, erinnerte sich an die frühen CIA-Operationen mit den Hmong. Ihr ursprüngliches Ziel sei gewesen, ein Frühwarnsystem aufzubauen: Angehörige der Bergvölker sollten Bewegungen nordvietnamesischer Kräfte beobachten und Informationen weitergeben. Die Aufklärung sollte Teil einer umfassenderen Verteidigungsplanung sein, die nach damaliger Vorstellung die landwirtschaftlichen Ebenen Thailands und Vietnams vor einer Ausbreitung kommunistischer Bewegungen schützen sollte.

Die Planer der CIA betrachteten mögliche Infiltrationswege als ein weitreichendes Netz. Sie vermuteten Routen von den Shan-Bergen im Nordosten Birmas durch die schwer zugänglichen Gebiete von Laos bis in das zentrale Hochland Südvietnams. Die Berge galten ihnen damit nicht nur als unwegsames Gelände, sondern auch als mögliche Korridore für militärische Bewegungen. Entsprechend sollten örtliche Kräfte dort beobachten, melden und, wenn nötig, gegen gegnerische Einheiten vorgehen.

Geheime Einsätze über mehrere Länder hinweg

Nach Angaben des CIA-Agenten Oberstleutnant Lucien Conein wurde 1959 Geheimdienstpersonal nach Laos entsandt, um 8 Gruppen der US-Spezialkräfte zu beaufsichtigen. Diese bildeten damals Hmong-Guerillas auf dem Tranninh-Plateau aus. In den Jahren 1960 und 1961 warb die CIA außerdem Angehörige paramilitärischer Gruppen chinesischer Nationalisten in Nordthailand an, die das chinesisch-birmanische Grenzgebiet überwachen sollten.

Auch im südvietnamesischen Hochland wurden US-Spezialkräfte eingesetzt. Dort organisierten sie Kommandoeinheiten aus Angehörigen der Bergvölker, die Späh- und Sabotageeinsätze entlang des Ho-Chi-Minh-Pfades durchführen sollten. 1962 begann ein CIA-Mitarbeiter in Nordwestlaos zudem, ausgebildete Guerillas der Yao- und Lahu-Völker nach Yunnan in China zu schicken. Sie sollten Verkehrsbewegungen beobachten und Telefongespräche abhören.

Diese Einsätze verbanden Laos mit einem größeren geheimen Konflikt, der sich über mehrere Staatsgrenzen erstreckte. Während die Vereinigten Staaten eine halbe Million Soldaten für den offenen Krieg in Südvietnam einsetzten, stützte sich der Kampf in den laotischen Bergen auf vergleichsweise wenige amerikanische Fachleute und zahlreiche örtliche Verbündete. Lansdale hielt den Einsatz kleiner amerikanischer Gruppen, die einheimische Kräfte organisierten, für eine geeignete Methode, um gegen kommunistische Aufstandsbewegungen vorzugehen.

Persönliche Macht im geheimen Krieg

Amerikanische Mitarbeiter blieben in Laos mitunter viele Jahre im Einsatz. Einige von ihnen arbeiteten dort 10 Jahre oder länger und erhielten weitreichende persönliche Befugnisse. Der konventionelle Krieg in Südvietnam lässt sich nach der Darstellung vor allem über militärische und politische Behörden, deren Planungen und Programme betrachten. Den geheimen Krieg in Laos versteht man dagegen auch über die einzelnen Männer, die vor Ort die Einsätze organisierten und mit örtlichen Verbündeten zusammenarbeiteten.

Als besonders prägende Figuren nennt die Darstellung Edgar Buell, Tony Poe und William Young. Ihre Laufbahnen stehen für unterschiedliche Formen der amerikanischen Beteiligung am Konflikt und für verschiedene Haltungen zum Opiumhandel. Der vorliegende Abschnitt schildert ausführlicher die Lebenswege und Einstellungen von Young und Poe.

William Young und die Bergvölker

William Young wurde im birmanischen Shan-Staat geboren. Sein Großvater, ein Missionar, war um die Wende zum 20. Jahrhundert nach Birma gekommen, hatte in Keng Tung eine baptistische Missionsstation gegründet und unter den Lahu zu missionieren begonnen. Die Lahu verstanden nach der Darstellung wenig von seiner christlichen Lehre, verbanden seine Ankunft aber mit einer örtlichen Prophezeiung über eine weiße Gottheit. Später schrieb auch Youngs Sohn Harold diese besondere Stellung der Familie zu und nutzte sie in den 1950er-Jahren, um im Auftrag der CIA Spähunternehmen der Lahu nach China zu organisieren.

Als William 1958 Arbeit suchte, empfahl sein Vater ihn der CIA. Young wurde als geheimer Übersetzer und Dolmetscher eingesetzt. Er beherrschte 5 örtliche Sprachen und kannte die Bergvölker nach Einschätzung des Geheimdienstes so gut wie kaum ein anderer Amerikaner in Laos. Durch diese Sprachkenntnisse und seine langjährige Nähe zu den Gemeinschaften wurde er zum anerkannten Fachmann für die Bergregionen.

Young betrachtete den Opiumanbau aus der Sicht der Bauern, die davon abhängig waren. Solange es kein umfassendes Vorhaben gab, den Mohn durch andere Nutzpflanzen zu ersetzen, hielt er Eingriffe in den Handel für falsch. Er widersprach Plänen, Opiumlabors zu zerstören oder gewaltsam gegen Händler vorzugehen. Solche Maßnahmen würden seiner Auffassung nach die Folgen für die Bauern verschärfen, ohne die Nachfrage oder die Verfügbarkeit von Opium zu beseitigen.

Tony Poe und paramilitärische Einsätze

Anthony Posepny, bekannt als Tony Poe, begegnete dem Opiumproblem anders als Young. Er hatte im Zweiten Weltkrieg bei den US-Marines im Pazifik gekämpft und trat kurz nach dem Krieg in die Abteilung für Sonderoperationen der CIA ein. Bald galt er als einer der fähigsten amerikanischen Agenten für geheime Einsätze in Asien. Die Darstellung beschreibt ihn als Mann, der dem Opiumhandel vergleichsweise gleichgültig gegenüberstand.

1956 beschloss die CIA, den Dalai Lama in seinem Konflikt mit der Regierung in Peking zu unterstützen. Poe warb dafür Männer des Khamba-Volkes im Nordosten Indiens an, begleitete sie zur Ausbildung nach Camp Hale in Colorado und nahm anschließend an längeren Spähunternehmen teil. 1958, nachdem regionale Separatisten die Unabhängigkeit Sumatras von Indonesien erklärt hatten, gehörte Poe zu den CIA-Mitarbeitern, die zur Unterstützung auf die Insel entsandt wurden.

Frühere Werbung für Opiate und Kokain

Die Geschichte des Opiums und anderer Rauschmittel reicht auch in eine Zeit zurück, bevor der Handel umfassend verboten wurde. Eine australische Fachzeitschrift für Drogisten und Apotheker veröffentlichte im Februar 1908 eine Anzeige für Kokain und Opiate. Die Abbildung verweist damit auf eine frühere Phase, in der solche Mittel in Fachpublikationen offen beworben werden konnten.

 

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