Die verborgene Natur des staatlichen Geldes und die Rückkehr des Fürstengeldes

Screenshot youtube.com Screenshot youtube.com

In der langen Geschichte des Geldes haben sich verschiedene Formen und Systeme herausgebildet, die den Tauschhandel erleichtern und Werte sichern sollten. Während bewährte Systeme auf freiwilliger Akzeptanz und innerem Wert basieren, gibt es immer wieder Bestrebungen, diese Ordnung grundlegend umzugestalten. Eine solche Denkrichtung strebt danach, das bestehende Geldsystem abzuschaffen und durch ein Geld zu ersetzen, das ausschließlich auf dem Willen und der Macht des Staates beruht. Dieses Vorhaben erinnert stark an historische Zeiten, in denen Herrscher nach Belieben über das Vermögen ihrer Untertanen verfügten und das Geld lediglich als Werkzeug der Kontrolle diente.

Die Anziehungskraft der dogmatischen Lehre

Die Vertreter dieser Denkrichtung beeindrucken viele Menschen durch einen energischen Dogmatismus und eine originelle Darstellung ihrer Ideen. Besonders solche Kreise, die in wirtschaftlichen Fragen wenig bewandert sind, fühlen sich von der vermeintlichen Neuheit angezogen. Auch Politiker vergangener Zeiten begrüßten eine Theorie, die eine Grundlage für die zunehmende Beliebtheit staatlich gesteuerten Geldes zu bieten schien. Während eines weltumspannenden Krieges wurde diese Lehre häufig herangezogen, um zu beweisen, dass die Geldentwertung der Währung nichts mit den steigenden Preisen zu tun habe. So diente die Theorie als willkommene Rechtfertigung für staatliche Eingriffe in die Geldordnung.

Der Irrglaube der alleinigen Wahrheit

Die Anhänger dieser Lehre glaubten, nicht nur eine Alternative zu bestehenden Theorien gefunden zu haben, sondern die einzig mögliche Erklärung für die Existenz von Papiergeld zu besitzen. Sie hielten ihre Sichtweise für überlegen und betrachteten andere Ansätze als Gegner, die es zu bekämpfen galt. Dabei gelang es ihnen nicht, eine schlüssige Theorie des Geldwertes vorzulegen, die ohne die Verbindung zu realen Werten auskommt. Dennoch wurde dieser Anspruch weithin akzeptiert, obwohl die logischen Grundlagen mehr als fragwürdig waren. Die Verblendung gegenüber den eigenen Widersprüchen war dabei bemerkenswert und hinderte viele daran, die Schwächen des Systems zu erkennen.

Die Verschleierung der wahren Absichten

Wenn man dieses Vorhaben offen aussprechen würde, würde jeder sofort verstehen, wie unsinnig und gefährlich es ist. Es würde bedeuten, dass lediglich der Herrscher profitiert, indem er seine Untertanen ausbeutet und ihnen die Früchte ihrer Arbeit nimmt. Da die Ideologie dies jedoch nicht offen zugibt, verschleiert sie ihre Absichten und Methoden hinter einer vermeintlich modernen Geldtheorie. Sie gibt sich einen fortschrittlichen Namen, obwohl es sich konzeptionell um das alte und längst überkommen geglaubte Fürstengeld handelt, das sie propagiert. Die moderne Fassade dient nur dazu, den wahren Charakter des Systems zu verbergen und die Menschen zu täuschen.

Der Trick der verblüffenden Aussagen

Diese Lehre verwendet den Trick, die Öffentlichkeit mit derartig verblüffenden Aussagen zu überraschen, dass man über die Beschäftigung mit den Details die Banalität der Grundaussagen übersieht. Es ist mühsam, solche Behauptungen zu widerlegen, da die Widerlegung von Unsinn ein Vielfaches an Aufwand erfordert im Vergleich zu dessen Erfindung. Deshalb muss sich die Auseinandersetzung mit diesem Thema leider ausführlicher gestalten, als es diese Denkrichtung eigentlich verdient hätte. Immerhin ist die Geschichte, die um diese Ideologie herum erzählt wird, durchaus unterhaltsam und lehrreich zugleich. Sie offenbart jedoch bei genauerer Betrachtung ihren wahren Kern und entlarvt die rhetorischen Tricks.

Die Definition des staatlichen Geldes

Das Geld eines Staates wird nicht an einem allgemeinen Annahmezwang erkannt, sondern an der Annahme bei den öffentlichen Kassen. Die Währung wird dabei nicht nach den Eigenschaften von Metallen gewählt, sondern zu dem Zweck, Einfluss auf die Wechselkurse der handelspolitisch wichtigen Nachbarstaaten zu nehmen. Oft findet man im Zusammenhang mit staatlichem Geld die Darstellung, dass das umlaufende Geld seinen Wert durch die Erhebung der Steuern erhalte. Dies liege daran, dass die Scheine eigentlich wertlos seien, es aber einen Zwang gebe, sie beim Herrscher wieder abzuliefern. Da man die Scheine nur beim Herrscher selbst erhalten kann, muss man ihm reale Werte liefern, um an die Geldscheine zu kommen.

Die Verharmlosung des feudalen Systems

In gewisser Weise ist dies eine Interpretation des Fürstengeldes, die ebenfalls zulässig ist, besonders wenn die vom Herrscher erschaffene Geldinfrastruktur wenig nützlich ist. Dies gilt auch dann, wenn seine Steuerforderungen im Vergleich zu realen Gütern als hoch empfunden werden. Die Darstellung verharmlost aber, dass der Herrscher letztlich als Feudalherr auftritt und seine Untertanen durch Ausübung von Zwang für sich arbeiten lässt. Man versteht den Zusammenhang besser, indem man einen Blick auf die tatsächliche Umsetzung dieses Vorgangs wirft. Der Herrscher ist im klassischen Staatswesen jemand, der eine Berufsarmee aufstellt und damit die faktische Macht besitzt.

Die Macht der Armee

Durch diese Machtanballung kann sich ihm in seinem Fürstentum faktisch niemand entgegenstellen und er kann beliebigen Zwang anwenden. Dieses Heer muss versorgt werden, was keine einfache Aufgabe ist, besonders wenn es nicht an einer Stelle fest stationiert ist. Die logistische Aufgabe lässt sich aber vereinfachen, indem die Untertanen dazu verpflichtet werden, dem Heer eigene Güter abzugeben. Natürlich hat ein einzelner Bauer wenig Interesse daran, seine Arbeit darauf zu verwenden, herumstreichenden Soldaten Nahrungsmittel und Unterkünfte zu verschaffen. Die Untertanen müssen also dazu gezwungen werden, die Armee zu versorgen, da sie es freiwillig nicht tun würden.

Die Umkehr der Beweislast

Würde man es ihnen einfach vorschreiben, würden sie ständig versuchen, Gründe zu finden, wieso die Versorgung nicht funktioniert und wieder einmal zu wenig Waren bei dem Heer angekommen sind. Es ließe sich nur mit großem Aufwand überprüfen, ob sie ihren Zwangsverpflichtungen nachgekommen sind. Deshalb verwendet der Herrscher eine andere Methode, nämlich die Umkehr der Beweislast. Er zwingt die Untertanen dazu nachzuweisen, dass sie sein Heer wie gewünscht unterstützt haben. Hierzu übergibt das Heer jeweils bei der Lieferung von Waren dem Erbringer ein Zertifikat, das den Vorgang bestätigt und als Nachweis dient.

Die Pflicht zur Vorlage der Zertifikate

Am Ende eines festgelegten Zeitraums muss jeder Untertan eine vom Herrscher festgelegte Menge an solchen Zertifikaten vorlegen. Die Anforderung richtet sich dabei nach der Leistungsfähigkeit des jeweiligen Untertans. Damit auch diejenigen einbezogen werden, die die Leistungen nicht direkt ans Heer liefern, können die Zertifikate weitergegeben werden. Es entsteht also eine Kaskade an wirtschaftlichen Verflechtungen, die letztlich darauf ausgerichtet ist, das Heer zu beliefern. Innerhalb dieses Geflechts bekommt jeder, der einen sinnvollen Beitrag leistet, einen entsprechenden Anteil an den Zertifikaten und kann so seine Pflicht erfüllen.

Der erzwungene Wert der Papiere

Wie man leicht sieht, sind diese Zertifikate nichts anderes als die Geldscheine des Fürstengelds. Es trifft auch hier zu, dass jeder Untertan diesen Geldscheinen einen Wert beimisst. Dies liegt aber nicht daran, dass er sie haben möchte, sondern daran, dass er nicht der Gewalt ausgesetzt sein möchte, die erfolgt, wenn er nicht genug solcher Zertifikate vorlegen kann. Diese Form des Geldes ist also eine Unterdrückungsmaschinerie, die darauf ausgerichtet ist, die Untertanen auszubeuten. Es ist das Geld des Feudalherren, der Leibeigene kontrollieren will und ihre Arbeitskraft für seine Zwecke nutzt.

Die Ausbeutung durch den Herrscher

Denn wenn das Heer erst einmal vorhanden ist, ist kaum noch Gegenwehr möglich und der Herrscher kann auch weitere Leistungen eintreiben. Durch diese kann er seinen eigenen luxuriösen Lebensstil finanzieren und sich die Loyalität wichtiger Interessengruppen oder einflussreicher Personen kaufen. Es entsteht damit eine ausbeuterische Gesellschaftsstruktur, die die Untertanen ausbeutet und die Vorteile einer kleinen Gruppe zulasten aller anderen sichert. Diese Vorgehensweise steht im Zentrum der modernen Geldlehre. Man kann sie deshalb als eine Methode ansehen, wie eine Obrigkeit vorgehen kann, wenn sie Frondienste erpressen will, idealerweise ohne dass es sofort auffällt.

Die Durchsetzung von Lohnarbeit durch Zwang

Historische Beispiele zeigen, wie es kolonialen Machthabern gelang, Lohnarbeit durchzusetzen, indem sie die Zahlung von Steuern erzwangen. Die Steuerlast wurde so hoch angesetzt, dass die indigene Bevölkerung kontinuierlich arbeiten musste, um ihren Verpflichtungen nachzukommen. Als Gegenpol zur zunehmenden Betonung der Rolle von Vertrauen als Grundlage für die Verwendung von Geld verweist die Analyse auf die grundlegendere Rolle von Zwang. Auspeitschung, Inhaftierung und das Brandmarken mit glühend heißen Prägemarken waren die Strafen für die Nichtzahlung von Steuern. Diese wurden in der vom Staat ausgegebenen und akzeptierten Währung gefordert und waren somit das einzige Mittel zur Erfüllung der Pflicht.

Die Erzählung vom Haushalt

Dass es tatsächlich um Ausbeutung geht, lässt sich an einer illustrativen Geschichte erläutern, die von einem Vertreter dieser Lehre gerne erzählt wird. Diese Geschichte dient als grundlegendes Narrativ und wird in unzähligen Hörbeiträgen, Internetseiten und anderen Veröffentlichungen zur Erläuterung der Lehre zugrunde gelegt. Ein Vater setzte seine Kinder zusammen und sagte ihnen, dass sie ihren Teil dazu beitragen sollten, das Zuhause sauber und bewohnbar zu halten. Er wollte, dass der Rasen gemäht, die Betten gemacht, das Geschirr gespült und die Autos gewaschen werden. Als Ausgleich für ihre Zeit bot er ihnen an, sie für ihre Arbeit mit seinen Namenskärtchen zu bezahlen.

Die Verweigerung der Kinder

Für kleine Aufgaben bot er eine geringe Anzahl an Kärtchen an, für aufwendigere Arbeiten eine entsprechend höhere. Tage wurden zu Wochen, und das Haus wurde zunehmend unbewohnbar. Das Gras wuchs kniehoch, Geschirr stapelte sich in der Spüle, und die Autos waren mit Sand und Salz bedeckt. Der Vater fragte seine Kinder, warum sie keine Arbeit verrichten, obwohl er ihnen doch die Bezahlung mit seinen Kärtchen zugesichert hatte. Die Kinder antworteten gedehnt, dass sie nicht für seine Kärtchen arbeiten würden, da diese doch nichts wert seien.

Die Einführung der Abgabe

Das war der Moment, in dem der Vater seine Erleuchtung hatte. Die Kinder hatten keine Hausarbeiten erledigt, weil sie seine Karten nicht brauchten. Also sagte er ihnen, dass er überhaupt keine Arbeit mehr von ihnen verlangte. Alles, was er wollte, war eine Zahlung einer festgesetzten Anzahl seiner Kärtchen pro Monat. Wer nicht zahlte, verlor seine Annehmlichkeiten, wie den Zugang zum Fernsehen, zum Pool oder zu Einkaufsbummeln.

Die plötzliche Wertsteigerung

Es war ein geschickter Schachzug, denn der Vater hatte eine Abgabe eingeführt, die nur mit seinem eigenen Papier bezahlt werden konnte. Plötzlich hatten die Karten einen Wert. Innerhalb weniger Stunden rannten die Kinder herum und räumten ihre Zimmer, die Küche und den Garten auf. Was vorher als wertloses Kärtchen galt, wurde plötzlich als wertvolles Zahlungsmittel angesehen. Die Frage nach dem Warum lässt sich jedoch leicht beantworten.

Die Entlarvung der Harmlosigkeit

Der Vater hatte eine Unterdrückungsmaschinerie erschaffen, die genauso wirkt wie in dem zuvor beschriebenen Beispiel des Heeres. Sie ist hier lediglich positiv dekoriert, weil sie die legitime Forderung anspricht, dass Kinder im Haushalt mitarbeiten sollen. In diesem Kontext wirkt die Geschichte völlig harmlos, aber sie ist es nicht. Es gab in der Geschichte Systeme von Firmengeld, bei dem Arbeiter in Minen oder Plantagen nicht mit echtem Geld bezahlt wurden. Stattdessen erhielten sie Bezugsscheine, die nur in firmeneigenen Geschäften eingelöst werden konnten.

Die Sklaverei hinter dem Firmengeld

Die Preise in diesen Geschäften konnten von dem Arbeitgeber beliebig festgesetzt werden und stellten somit faktisch eine Art Steuer dar, mit der beliebiger Mehrwert abgeschöpft werden konnte. Die Arbeiter erhielten also keine Bezahlung, sondern es wurde nur so dargestellt, als ob. In Wahrheit waren es Sklaven, die keine Möglichkeit hatten, echten Wert zu erwirtschaften oder zu behalten. Die Vorgehensweise wurde zum Glück irgendwann wegen Unmenschlichkeit verboten. Das Firmengeld verwendet die von der modernen Geldlehre beschriebene Vorgehensweise zur Ausbeutung einer Gesellschaftsgruppe.

Die Entlarvung der Theorie

Daran ändern all die schönen Geschichten über die angebliche Geldtheorie nichts, die vorgibt, das Wissen über Geld nun endlich vom Kopf auf die Füße zu stellen. Die Mechanismen des Zwangs und der Erpressung bleiben dieselben, unabhängig davon, wie modern sie verpackt werden. Die Lehre vom staatlichen Geld ist im Kern eine Anleitung zur Ausbeutung und Kontrolle. Sie verspricht Freiheit, errichtet aber ein System der Abhängigkeit. Wer dies erkennt, kann die wahren Absichten hinter der Fassade der Moderne durchschauen.

 

How to whitelist website on AdBlocker?

How to whitelist website on AdBlocker?

  1. 1 Click on the AdBlock Plus icon on the top right corner of your browser
  2. 2 Click on "Enabled on this site" from the AdBlock Plus option
  3. 3 Refresh the page and start browsing the site