Die unterschiedlichen Welten der Frauen und Männer – Wie sich Prioritäten, Werte und Verständigung grundlegend voneinander unterscheiden

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Seit jeher beobachten Menschen, dass Frauen und Männer in vielen Bereichen des Lebens unterschiedliche Schwerpunkte setzen, verschiedene Bedürfnisse haben und auf dieselben Situationen mitunter völlig anders reagieren. Diese Unterschiede sind weder gut noch schlecht, weder richtig noch falsch, sondern sie sind das Ergebnis einer langen Entwicklungsgeschichte, in der sich bei beiden Geschlechtern eigene Stärken, eigene Formen des Ausdrucks und eigene Weisen des Zusammenlebens herausgebildet haben. Wer diese Unterschiede kennt und versteht, kann Missverständnisse in der Partnerschaft, in der Familie und im beruflichen Miteinander vermeiden und ein tieferes Verständnis für den anderen entwickeln. Der folgende Text bedient sich des bildhaften Vergleichs zweier verschiedener Welten, um die grundlegenden Unterschiede in den Wertvorstellungen, im Kommunikationsverhalten und im Umgang mit Nähe und Hilfe zwischen Frauen und Männern anschaulich und nachvollziehbar darzustellen. Es geht dabei nicht um eine Bewertung oder Hierarchisierung, sondern um das Erkennen und Würdigen dessen, was den anderen Menschen in seinem Wesen ausmacht.

Die grundlegenden Werte und Prioritäten der Frauen

Frauen haben in ihrem Leben andere Prioritäten als Männer, und diese Prioritäten prägen ihr Denken, Fühlen und Handeln in nahezu allen Bereichen. Sie schätzen Liebe, offene Kommunikation, Schönheit und gepflegte Beziehungen als die höchsten Güter ihres Daseins. Einen Großteil ihrer Zeit verbringen sie damit, einander zu helfen, sich gegenseitig zu pflegen und füreinander da zu sein, denn in dieser Fürsorge liegt für sie ein tiefer Sinn. Das weibliche Selbstbewusstsein definiert sich in erster Linie durch die eigenen Gefühle und durch die Qualität der Beziehungen, die eine Frau zu ihren Mitmenschen unterhält. Frauen erleben echte Erfüllung nicht durch das Erreichen äußerer Ziele, sondern durch das Teilen von Erfahrungen und das offene Mitteilen ihrer innersten Empfindungen.

Die Welt der Venus als Gegenentwurf zur Welt des Mars

In der bildhaften Vorstellung zweier verschiedener Welten war auf der Welt der Frauen alles auf diese Werte der Verbundenheit und des Miteinanders ausgerichtet. Anstatt breite Straßen und große Häuser zu errichten, waren die Frauen vielmehr darum bemüht, in Harmonie, in Gemeinschaft und in liebevoller Hingabe zusammenzuleben. Beziehungen waren ihnen wichtiger als Arbeit und technische Errungenschaften, und sie maßen den Wert ihres Lebens nicht an äußeren Leistungen, sondern an der Tiefe und Wärme ihrer zwischenmenschlichen Verbindungen. In vielfacher Hinsicht war ihre Welt das genaue Gegenteil der Welt der Männer, die von Wettbewerb, Zielstrebigkeit und dem Streben nach Anerkennung durch Leistung geprägt war. Diese beiden Welten standen sich gegenüber wie Tag und Nacht, und doch gehörten sie untrennbar zusammen, denn sie ergänzten einander auf eine Weise, die beiden Seiten zugutekam.

Kleidung als Ausdruck der inneren Befindlichkeit

Die Frauen kleideten sich nicht in einheitliche Gewänder wie die Männer, die ihre Uniformen trugen, um Zugehörigkeit und Funktion zum Ausdruck zu bringen. Vielmehr hatten die Frauen ein himmlisches Vergnügen daran, jeden Tag ein anderes Kleid zu tragen, je nachdem, wie sie sich gerade fühlten und welcher Stimmung sie Ausdruck verleihen wollten. Der Ausdruck der individuellen Persönlichkeit und insbesondere der eigenen Gefühle war für sie von großer Bedeutung, und die Wahl der Kleidung war ein sichtbares Zeichen ihres inneren Zustands. Manchmal wechselten sie sogar mehrmals am Tag ihr Kleid, wenn sich ihre Stimmung wandelte oder wenn sie das Bedürfnis verspürten, einer neuen Empfindung auch äußerlich Gestalt zu geben. Für die Männer war dieses Verhalten kaum nachvollziehbar, denn sie sahen in der Kleidung vor allem einen praktischen Zweck und kein Mittel des seelischen Ausdrucks.

Die vorrangige Bedeutung der Kommunikation

Die Kommunikation war für die Frauen von vorrangiger Bedeutung und stand im Mittelpunkt ihres täglichen Lebens. Ihre persönlichen Gefühle mitzuteilen und sich anderen Menschen anzuvertrauen, war für sie viel wichtiger als aller äußere Erfolg und das Durchsetzen ehrgeiziger Ziele. Anteilnahme und echtes Verständnis stellten ihre tiefste Quelle der Befriedigung dar, und ein Gespräch, in dem sie sich verstanden und aufgehoben fühlten, war für sie wertvoller als jede materielle Belohnung. Sie hörten einander aufmerksam zu, fragten nach, teilten ihre Sorgen und ihre Freuden und schufen auf diese Weise ein dichtes Netz gegenseitiger Verbundenheit. Dieses Netz trug sie durch schwierige Zeiten und gab ihnen die Kraft, auch Herausforderungen zu meistern, die allein kaum zu bewältigen gewesen wären.

Die Schwierigkeit des Mannes, diese Welt zu verstehen

Für einen Mann ist diese Welt der Gefühle und des offenen Austauschs schwer zu verstehen, denn seine eigene Erfahrungswelt ist grundlegend anders aufgebaut. Er kann die tiefe Befriedigung, die eine Frau aus Anteilnahme und Verständnis zieht, am ehesten dann begreifen, wenn er sie mit der Genugtuung vergleicht, die er selbst empfindet, wenn er einen Wettbewerb gewinnt, ein lang ersehntes Ziel erreicht oder ein schwieriges Problem löst. In diesen Momenten spürt er jene Erfüllung, die der Frau zuteilwird, wenn sie in einem vertrauensvollen Gespräch ihre Gefühle teilen kann und dabei auf echtes Verständnis stößt. Der Mann sucht seine Bestätigung im Außen, in der messbaren Leistung und im sichtbaren Ergebnis, während die Frau ihre Bestätigung im Inneren findet, in der Qualität der Verbindung und im Gefühl, gesehen und verstanden zu werden. Beide Wege führen zur Erfüllung, doch sie sind so unterschiedlich, dass sie ohne gegenseitiges Verständnis leicht als Befremden oder gar als Ablehnung gedeutet werden können.

Beziehungsorientierung statt Zielorientierung

Statt zielbewusst und ergebnisorientiert zu sein, sind Frauen in ihrem Wesen eher beziehungsorientiert und richten ihr Handeln an den Bedürfnissen der Gemeinschaft aus. Für sie ist es von großer Bedeutung, ihrer Güte, ihrer Liebe und ihrer Fürsorge im Alltag Ausdruck zu verleihen und diese Eigenschaften nicht nur zu empfinden, sondern auch sichtbar werden zu lassen. Wenn ein Mann in ein Restaurant geht, tut er das in der Regel, um ein geschäftliches Anliegen zu besprechen, ein Projekt voranzutreiben oder ein konkretes Problem zu lösen. Für ihn ist das Essen in erster Linie eine effiziente Art der Nahrungsaufnahme, bei der man weder einkaufen noch kochen noch abspülen muss. Für die Frauen hingegen ist ein gemeinsames Essen eine willkommene Gelegenheit, eine Beziehung zu pflegen, einer Freundin beizustehen und selbst Unterstützung zu erfahren.

Die Unterhaltung mit einer Frau beim Essen kommt in ihrer Tiefe und Offenheit einem Gespräch bei einem Seelenkundigen sehr nahe, denn es werden dabei nicht nur Oberflächen berührt, sondern die eigentlichen Sorgen, Hoffnungen und Träume ausgesprochen. Die Frauen nutzen diese Zusammenkünfte, um sich gegenseitig zu stärken, um Rat zu geben und zu empfangen und um das Band der Freundschaft durch ehrliche Worte zu festigen. Für den Mann wirkt dieses Verhalten oft befremdlich, denn er versteht nicht, warum man so viel Zeit mit Reden verbringen kann, ohne dabei ein konkretes Problem zu lösen. Für die Frau ist das Reden selbst die Lösung, denn im Aussprechen der Gefühle liegt bereits eine heilsame Wirkung, die keiner äußeren Tat bedarf.

Die Schule der Seele und die persönliche Entwicklung

In der Welt der Frauen war die Kunde von der Seele und vom menschlichen Miteinander ein fester Bestandteil der Erziehung, und jede Frau verfügte über ein tiefes Verständnis für die inneren Vorgänge des Menschen. Die Frauen beschäftigten sich vorzugsweise mit persönlicher Entwicklung, mit der Suche nach innerem Sinn und mit allem, was das Leben fördert, Heilung bringt und Wachstum ermöglicht. Ihr ganzer Lebensraum war geprägt von Orten der Begegnung und der Erholung, von grünen Parks und natürlichen Gärten, von Plätzen des Austauschs und der Geselligkeit. Sie schufen eine Umgebung, die zum Verweilen einlud und in der sich die Menschen begegnen konnten, ohne dem Druck der Leistung und des Wettbewerbs ausgesetzt zu sein. Diese Welt war auf das Wohlbefinden der Seele ausgerichtet und nicht auf die Maximierung des Ertrags.

Die ausgeprägte Intuition der Frauen

Frauen verfügen über eine sehr ausgeprägte Intuition, die sie über viele Generationen hinweg entwickelt und verfeinert haben. Diese Fähigkeit ermöglicht es ihnen, ihren Mitmenschen die Wünsche und Bedürfnisse gleichsam von den Augen abzulesen, noch bevor diese selbst in Worte gefasst werden. Sie sind besonders stolz darauf, auf die Bedürfnisse und Gefühle ihrer Mitmenschen Rücksicht zu nehmen und ihnen Aufmerksamkeit zu schenken, ohne dass diese darum bitten müssten. Es gilt in ihrer Welt als Zeichen großer Zuneigung und tiefer Verbundenheit, einer anderen Frau unaufgefordert Hilfe und Unterstützung anzubieten. Dieses Angebot wird nicht als Einmischung verstanden, sondern als Ausdruck echter Sorge und als Beweis dafür, dass man den anderen Menschen sieht und seine Lage erkennt.

Das unterschiedliche Verständnis von Hilfe und Unterstützung

Weil es in der Welt der Frauen nicht so wichtig war, die eigene Kompetenz unter Beweis zu stellen und sich als stark und unabhängig zu zeigen, gilt es dort auch nicht als Beleidigung, wenn jemand Hilfe anbietet. Es ist in ihrer Welt auch kein Zeichen von Schwäche, Hilfe in Anspruch zu nehmen, denn das Annehmen von Unterstützung wird als natürlicher Teil des menschlichen Miteinanders betrachtet. Ein Mann hingegen kann sich durch das Hilfsangebot einer Frau angegriffen und in seiner Ehre verletzt fühlen, weil er den Eindruck gewinnt, sie traut ihm nicht zu, dass er allein mit einer Situation fertig wird. Für ihn ist die Fähigkeit, Probleme eigenständig zu lösen, ein wesentlicher Bestandteil seines Selbstwertgefühls, und ein unaufgefordertes Hilfsangebot wird leicht als Zweifel an dieser Fähigkeit gedeutet. Diese unterschiedliche Wahrnehmung führt immer wieder zu Missverständnissen, die beide Seiten verletzen können, wenn sie nicht erkannt und benannt werden.

Eine Frau hat kaum Verständnis für diese männliche Empfindlichkeit, denn für sie wäre es ein aufrichtiges Kompliment, wenn ihr jemand seine Hilfe anböte, ohne dass sie darum gebeten hätte. Sie fühlt sich durch ein solches Angebot geliebt, gesehen und wertgeschätzt, denn es zeigt ihr, dass jemand an sie denkt und ihr etwas Gutes tun möchte. Ein Mann würde sich in derselben Situation jedoch inkompetent, schwach und im schlimmsten Fall sogar ungeliebt fühlen, weil er das Hilfsangebot als Hinweis darauf deutet, dass er in den Augen des anderen nicht genügte. Dieses grundlegende Missverständnis ist eine der häufigsten Quellen von Streit und Entfremdung zwischen Frauen und Männern, und es ließe sich durch ein besseres Verständnis der jeweiligen Empfindungen leicht vermeiden. Wer die Sprache des anderen kennt, kann seine Worte so wählen, dass sie beim Gegenüber das auslösen, was beabsichtigt ist, und nicht das Gegenteil.

Der Wunsch zu verbessern und die Angst vor Veränderung

Die Frauen glauben fest daran, dass alles noch besser funktionieren kann, selbst wenn es bereits gut funktioniert, und dieser Glaube ist tief in ihrem Wesen verwurzelt. Es liegt in ihrer Natur, Dinge zu verbessern, Beziehungen zu vertiefen und das Vorhandene weiterzuentwickeln, denn sie sehen in jedem Zustand eine Möglichkeit des Wachstums. Wenn sie sich um einen Menschen sorgen und ihn lieb haben, nehmen sie kein Blatt vor den Mund, sondern sagen offen, was ihrer Meinung nach noch besser werden könnte, und schlagen konkrete Verbesserungsmöglichkeiten vor. Rat und wohlwollende Kritik sind für die Frauen ein Liebesbeweis und ein Zeichen dafür, dass ihnen der andere Mensch wichtig genug ist, um sich um seine Entwicklung zu bemühen. Sie meinen es gut und handeln aus einer tiefen Zuneigung heraus, die das Beste für den anderen will.

Die Männer dagegen sind in ihrem Wesen ergebnisorientiert und richten ihren Blick auf das Funktionierende und Bewährte. Wenn etwas funktioniert, lautet ihre oberste Grundregel, es nicht zu verändern und es in Ruhe zu lassen, denn jede unnötige Veränderung birgt in ihren Augen das Risiko einer Verschlechterung. Instinktiv lassen die Männer alles in Ruhe, was sich bewährt hat und was seinen Zweck erfüllt, und sie betrachten den Wunsch nach Veränderung als überflüssig und potenziell schädlich. Diese Haltung ist für die Frauen schwer nachzuvollziehen, denn sie empfinden den Stillstand als Rückschritt und das Festhalten am Bestehenden als verpasste Gelegenheit. So stehen sich zwei grundsätzliche Haltungen gegenüber, die beide ihre Berechtigung haben, die aber im Zusammenleben immer wieder zu Spannungen führen.

Das tiefgreifende Missverständnis beim Versuch der Verbesserung

Wenn eine Frau versucht, einen Mann zu verbessern oder ihm gut gemeinte Ratschläge zu geben, hat er das Gefühl, sie versucht, ihn zu reparieren, als wäre er ein defektes Gerät. Er meint, sie gibt ihm durch ihre Fürsorge zu verstehen, dass er in ihren Augen kaputt ist und nicht den Anforderungen genügt. Die Frau sieht nicht, dass ihre fürsorglichen Versuche, ihm zu helfen und ihn weiterzubringen, ihm ein tiefes Gefühl der Erniedrigung vermitteln und sein Selbstwertgefühl erschüttern. Sie irrt, wenn sie denkt, sie hilft ihm lediglich, sich zu entwickeln und sein Potenzial zu entfalten, denn er hört in ihren Worten nicht die Liebe, sondern die Kritik. Dieses Missverständnis ist besonders schmerzhaft, weil beide Seiten aus den besten Absichten heraus handeln und dennoch aneinander vorbeireden, ohne die eigentliche Botschaft des anderen zu verstehen.

 

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