Die historische Manipulation der Wahrheit und die Mechanismen der Kriegspropaganda
Screenshot youtube.comDie Geschichte der Menschheit ist untrennbar mit der Kunst der Täuschung verbunden, wobei Machthaber seit jeher die Wahrheit formen, um ihre Interessen zu wahren und ihre Gegner zu dämonisieren. Von den antiken Hochkulturen bis in die digitale Gegenwart dient die gezielte Verbreitung von Desinformation als mächtiges Werkzeug, um Kriege zu rechtfertigen, die eigene Bevölkerung zu mobilisieren und historische Narrative nachträglich zu fälschen. Ein genauerer Blick auf diese Mechanismen offenbart, dass die Inszenierung von Wirklichkeit ein zentrales Element politischer Strategien darstellt und die öffentliche Wahrnehmung oft weit mehr von konstruierten Mythen als von faktischen Gegebenheiten geprägt wird.
Die Ursprünge der gezielten Meinungslenkung
Der Begriff der gezielten Meinungslenkung wurde im Zeitalter des Barock von einem Papst geprägt, der eine spezielle Behörde zur Verbreitung des Glaubens und zur Bekämpfung abweichender Lehren gründete. Seit Könige in den Krieg zogen, haben spätere Legenden aus Verlierern Sieger und aus blutrünstigen Kriegsherren gütige Herrscher gemacht. Ein berühmtes Beispiel ist der Kampf eines jungen Hirten gegen einen riesenhaften Krieger, dessen historische Existenz und die damalige Bedeutung der Stadt Jerusalem stark umstritten sind. Die tatsächliche Einwohnerzahl der Stadt war damals sehr gering, und der besagte König wird in Quellen außerhalb der heiligen Schriften nirgends erwähnt. Ähnlich verhält es sich mit der Erzählung über die lange Knechtschaft eines ganzen Volkes in Ägypten, die historisch kaum belegbar ist.
Fälschungen in der Antike und im Römischen Reich
Vor vielen Jahrhunderten kämpfte ein berühmter Pharao gegen die Hethiter im Gebiet der heutigen Türkei. Danach ließ der Herrscher diese Schlacht auf Papyrusrollen als großen Sieg mithilfe der Götter darstellen, obwohl er tatsächlich von den Hethitern geschlagen wurde. Erst in der modernen Zeit fanden Archäologen Tafeln, die die wahre Niederlage des Pharaos belegten. Ein ähnlich begnadeter Meister der öffentlichen Darstellung war Alexander der Große, der nach dem Sieg über das Persische Reich Münzen prägen ließ, auf denen er als Sohn eines Gottes abgebildet war. Auch die Gründe für den Krieg der Römer gegen Karthago wurden von den Geschichtsschreibern der Sieger zurechtgebogen, indem sie der unterlegenen Stadt grausame Kinderopfer andichteten, für die es bis heute keine archäologischen Beweise gibt.
Koloniale Lügen und der amerikanische Unabhängigkeitskrieg
Briten und Amerikaner stehen den antiken Herrschern in nichts nach, wie die erfundene Tafelrunde um König Artus beweist. Auch der Entdecker, der im Jahr 1492 den amerikanischen Kontinent erreichte, begann sofort damit, die friedliche indigene Bevölkerung als grausame Menschenfresser darzustellen, um die eigenen Gräueltaten zu vertuschen. Der Unabhängigkeitskrieg der amerikanischen Kolonien gegen Großbritannien erscheint bei kritischer Betrachtung ebenfalls in einem anderen Licht, denn es ging primär um die Freiheit weißer Plantagenbesitzer, die als Einzige wählen durften. Viele indigene Stämme verbündeten sich mit den Briten gegen die Amerikaner, was in den heutigen Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag kaum erwähnt wird. Die Geschichte zeigt deutlich, dass Kriege oft unter dem Banner der Freiheit geführt wurden, um bestehende Machtstrukturen und die Sklaverei zu schützen.
Die systematische Täuschung in Kriegszeiten
Ein griechischer Philosoph stellte bereits in der Antike fest, dass die Wahrheit das erste Opfer des Krieges ist. Ein britischer Diplomat schrieb in den frühen Jahren des vergangenen Jahrhunderts, dass die Menge an Schwindelei im Namen des Patriotismus ausreiche, um alle anständigen Menschen erröten zu lassen. Das Prinzip ist stets dasselbe: Siege werden übertrieben dargestellt und Niederlagen minimiert, während das Volk von der eigenen Unschuld und der Boshaftigkeit des Feindes überzeugt wird. Dazu bedienen sich Regierungen der Lüge, gefälschter Dokumente, hysterischer Übertreibungen und des Verbots von guten Nachrichten über die Gegenseite. Wenn der Gegner Gräueltaten begehe, sei dies typisch für seinen verdorbenen Charakter, beim eigenen Lager hingegen handele es sich stets um bedauerliche Einzelfälle oder Notwehr.
Strategische Lügen der politischen Führung
Ein renommierter Professor beschreibt, dass Staatsführer im Krieg lügen, um einen strategischen Vorteil für ihr Land zu erzielen und in einer gefährlichen Welt zu überleben. In der Mitte des vergangenen Jahrhunderts übertrieb ein sowjetischer Führer das nukleare Potenzial seines Landes, um den amerikanischen Präsidenten zu beeindrucken. In den folgenden Jahrzehnten logen amerikanische Politiker über die Verteidigungsbereitschaft ihrer Verbündeten und erfanden angebliche Verbindungen zwischen Terroristen und Diktatoren, um Kriege zu rechtfertigen. Im Zweiten Weltkrieg erklärten führende Staatsmänner, dass die Wahrheit so kostbar sei, dass sie von Lügen beschützt werden müsse, und waren absolut gewillt, falsche Fährten zu legen. Dass die Diktatoren jener Zeit in noch viel größerem Maße logen, versteht sich dabei von selbst.
Das Schicksal der Kinder in der Propaganda
Manche Stereotypen sind schon seit Jahrtausenden in Gebrauch, wobei der Gegner am besten als Mörder von Kindern dargestellt wird. Im Ersten Weltkrieg schrieben britische Zeitungen, feindliche Soldaten würden Säuglingen die Hände abhacken oder ihnen vergiftete Süßigkeiten schenken. Im Golfkrieg trat eine angebliche Krankenschwester auf und berichtete über Säuglinge in Brutkästen, die von Soldaten getötet wurden, was sich später als reine Erfindung einer公关-Agentur herausstellte. Im Bosnienkrieg verbreiteten Strategen die Geschichte von aufgeschlitzten Bäuchen schwangerer Frauen, was sich ebenfalls als Lüge entpuppte, nachdem Truppen entsandt worden waren. Das berühmteste Kriegsfoto aller Zeiten zeigt ein schreiendes Mädchen, das von einer Brandbombe verbrannt wurde, wobei dieser Einsatz gar nicht von der amerikanischen Armee angeordnet worden war.
Die Macht und Fälschung von Bildern
Fotos sind ein entscheidendes Element der Meinungsmache, weshalb im Zweiten Weltkrieg in Großbritannien Bilder von eigenen Bombenopfern verboten waren, um die Bevölkerung nicht zu demoralisieren. Auch die nationalsozialistische Propaganda achtete sorgfältig darauf, dass keine Horrorbilder aus den Lagern nach außen drangen, und veröffentlichte nur gestellte Aufnahmen von zufriedenen Arbeitern. Nach einem späteren Krieg weigerten sich sämtliche Medien, ein Bild zu drucken, das die Leiche eines verbrannten Soldaten auf einer Straße zeigte, auf der ein Flüchtlingskonvoi bombardiert worden war. Die Legende vom sauberen Krieg wäre durch die Veröffentlichung desavouiert worden. Fotos werden auch gerne gefälscht, indem der Bildtext frei erfunden wird oder historische Ereignisse mit rot gefärbten Tischdecken nachgestellt werden, wie es bei der Hissung einer Fahne über einem Regierungsgebäude der Fall war.
Manipulation von Zahlen und Kriegsgründen
Für den Ruf sind tote Kinder nie gut, weshalb nach dem Zweiten Weltkrieg ein Ehrenmal einen Soldaten zeigt, der ein gerettetes Kind trägt, während Fotos von verkohlter Kinderkleidung aus Ausstellungen entfernt werden mussten. Im digitalen Zeitalter ist es einfacher, Bilder zu fälschen, aber auch einfacher, sie zu enttarnen, wie ein Fehler bei der Berichterstattung über einen militärischen Einmarsch bewies. Auch mit Zahlen wird gerne geschummelt, wobei die eigenen Verluste klein und die des Gegners enorm gerechnet werden. Im Vietnamkrieg gehen die Schätzungen über die Opferzahlen weit auseinander, und im Irakkrieg beziffern verschiedene Quellen die Toten völlig unterschiedlich. Ein weiterer Klassiker der Propaganda ist die Beteuerung, man habe den Krieg nicht gewollt, sondern nur auf eine Provokation reagiert oder sich zu einem Präventivschlag gezwungen gesehen.
Präventivschläge und die Kriege gegen die Ureinwohner
Die Kunst des Präventivschlags beherrscht niemand so gut wie die Vereinigten Staaten, die in praktisch jedem Krieg einen vorsorglichen Angriff führten und sich dabei auf die offensichtliche Bestimmung beriefen, den Kontinent zu erobern. Der erste Krieg gegen die Ureinwohner fand vor mehreren Jahrhunderten statt, als englische Siedler die Hauptstadt eines Häuptlings niederbrannten und seine Familie töteten. Nach der Unabhängigkeitserklärung folgten weitere Kriege und ein Todesmarsch, bei dem ganze Stämme aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Dass die Ureinwohner im kollektiven Gedächtnis als böse Aggressoren gelten, liegt auch daran, dass das Kino sie als grausame Wilde darstellte, die unschuldige Menschen töteten. Dabei war das Skalpieren eine Erfindung der Siedler, die eine hohe Belohnung für jeden Skalp zahlten, um das Land während des Goldrausches frei von Ureinwohnern zu machen.
Schiffsangriffe als willkommene Kriegsgründe
Ein interessantes Element charakterisiert fast alle amerikanischen Kriege, denn sie wurden stets erklärt, nachdem ein Schiff angegriffen worden war. Als ein Kriegsschiff im Hafen einer spanischen Kolonie explodierte, zogen die USA in den Krieg gegen Spanien, wobei Verleger erfundene Horrorgeschichten verbreiteten, um die Stimmung anzuheizen. Das Schiff, das Amerika letztlich in den Ersten Weltkrieg brachte, war ein mit Waffen beladener Dampfer, der von einem U-Boot versenkt wurde, worauf ein Trommelfeuer der Propaganda folgte. Der Zweite Weltkrieg begann für die USA, als die japanische Luftwaffe einen Marinestützpunkt attackierte und mehrere Schiffe versenkte. Der Kampfeinsatz in Vietnam begann ebenfalls mit einem Schiff, das angeblich von feindlichen Torpedobooten angegriffen wurde, was sich später als erfunden herausstellte.
Terrorismus und die digitale Überwachung
Der vorerst letzte Anschlag auf ein Schiff geschah im Jahr 2000, wobei hinter der Attacke eine terroristische Gruppe steckte, die aus den Mudschaheddin hervorgegangen war. Diese Terroristen hatten ihre Stunde geschlagen, als sie das World Trade Center mit gekaperten Flugzeugen angriffen und den Vorwand für einen ewigen Krieg im Mittleren Osten lieferten. Mit dem Internet hat sich vieles verändert, und ein Medienwissenschaftler sah bereits in den späten Jahren des vergangenen Jahrhunderts voraus, dass der nächste Krieg ein Informationskrieg sein wird, bei dem es keinen Unterschied zwischen Militärs und Zivilisten gibt. Spionage ist einfacher geworden, und große Technologiekonzerne fungieren als langer Arm der Regierung, indem sie unerwünschte Plattformen von ihren Servern verbannen. Mit dem Internet hat sich auch eine internationale Widerstandsszene formiert, in der sich Aktivisten und bezahlte Agenten tummeln.
Medienfinanzierung und der notwendige kritische Blick
Ebenfalls neu ist, dass Medien in den USA mit ausländischem Geld finanziert werden, wobei verschiedene internationale Sender und Recherchenetzwerke eine große Rolle spielen. Diese Zusammenarbeit zwischen Technologiekonzernen und Geheimdiensten ist zugleich auch deren Schwachstelle, denn die Konzerne haben Angst, internationale Marktanteile zu verlieren, wenn Ausländer um ihre Datensicherheit fürchten. Dieses Schreiben soll keineswegs ein Plädoyer für die Abkoppelung von den transatlantischen Partnern sein, denn mit der Westorientierung ist das Land ganz gut gefahren. Es darf aber nicht so weit gehen, dass man sich in fremden Kriegen verheizen lässt, schon gar nicht auf der Grundlage von Lügenmärchen. Man sollte alles, was man liest, mit gesundem Misstrauen prüfen, sich dabei aber seine Unvoreingenommenheit bewahren und über den eigenen Tellerrand blicken.













