Geschichte: Geheimkrieg, Opiumhandel und die Macht der CIA in Laos

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Der geheime Krieg in Laos verband militärische Operationen mit der Unterstützung örtlicher Verbündeter, der Kontrolle abgelegener Bergregionen und einem zunehmend bedeutenden Opiumhandel. Amerikanische Geheimdienstler stützten sich dabei auf laotische Kommandeure, die eigene Machtzentren aufbauten und teilweise in den Drogenhandel verwickelt waren. Die folgende Darstellung schildert, wie Tony Poe und Edgar Buell in dieses System eingebunden waren und wie der Hmong-General Vang Pao an Einfluss gewann. Die begleitenden Bildhinweise verweisen auch auf Afghanistan: Gulbuddin Hekmatyar verkündete im Mai 1988 in Peschawar den Sieg, einen Tag vor dem sowjetischen Rückzug aus dem Land; eine weitere Aufnahme zeigt ehemalige afghanische Widerstandskämpfer beim Opiumanbau in Nangarhar im Mai 1994.

Tony Poe zwischen Kriegführung und Opiumhandel

Tony Poes erster Auftrag in Indochina führte ihn zu Söldnern, die im Grenzgebiet zwischen Südvietnam und Kambodscha gegen Prinz Norodom Sihanouk kämpften. 1963 wurde Poe als wichtigster amerikanischer Berater zu General Vang Pao nach Laos geschickt. Einige Jahre später versetzte man ihn in den Nordwesten des Landes, wo er die Operationen der geheimen Armee überwachte und mit Angehörigen des Yao-Volkes zusammenarbeitete.

Yao-Kämpfer erinnerten sich an Poe als autoritären und launischen Befehlshaber, der seinen Willen mit Drohungen und Bestechung durchsetzte. Er soll für ein abgetrenntes Ohr 500 Kip, damals ungefähr 1 Dollar, und für einen abgeschlagenen Kopf 5.000 Kip geboten haben, sofern die erbeutete Mütze zur Pathet-Lao-Armee gehörte. Sein Verhalten gegenüber dem Opiumhandel war widersprüchlich. Ein früherer Mitarbeiter der amerikanischen Entwicklungshilfe berichtete, Poe habe sich geweigert, Opium in seinem Flugzeug zu befördern, und einem laotischen Soldaten gedroht, ihn mit einem Kilogramm Opium aus dem Flugzeug zu werfen.

Gleichzeitig griff Poe nach dieser Darstellung nicht gegen die florierenden Heroinlabors am Mekong ein. Er hinderte auch keinen Offizier Ouane Rattikones daran, amerikanische Einrichtungen für Drogengeschäfte zu nutzen. Seine persönliche Ablehnung, Opium selbst zu transportieren, hinderte ihn demnach nicht daran, den Handel in seiner Umgebung zu dulden. So standen einzelne strenge Gesten einer weitgehenden Nachsicht gegenüber dem größeren Geschäft gegenüber.

Edgar Buell und die Versorgung der Hmong

Edgar Pop Buell war ursprünglich Landwirt aus Steuben County im US-Bundesstaat Indiana. 1960 kam er als freiwilliger landwirtschaftlicher Berater der Organisation International Voluntary Services nach Laos. Diese christlich geprägte Hilfsorganisation verstand sich als eine Art ziviler Freiwilligendienst. Buell wurde auf das Tranninh-Plateau entsandt, wo die CIA den Aufbau einer geheimen Hmong-Armee vorantrieb.

Mit dem wachsenden Einfluss der CIA in den Hmong-Dörfern wurde Buell zu einem wichtigen Organisator der Versorgung. Er kümmerte sich darum, dass Flugzeuge der Gesellschaft Air America Reis, Fleisch und andere Güter transportierten, die den Bergbewohnern zugesagt worden waren. Buell stellte seine Tätigkeit als Hilfe für Hmong-Flüchtlinge dar, doch seine Versorgungseinsätze waren zugleich Teil des geheimen militärischen Programms. Hilfsgüter und militärische Unterstützung ließen sich in dieser Lage kaum voneinander trennen.

Buuells landwirtschaftliche Kenntnisse halfen auch, den Mohnanbau der Hmong zu verbessern. Er riet den Bauern, den Anbau fachgerecht zu betreiben, sprach sich aber gegen den Opiumkonsum aus. Zugleich beschaffte er moderne Medikamente für die Bevölkerung. Die Ernte stieg, und ein größerer Teil des Opiums konnte für den internationalen Handel bereitgestellt werden.

Örtliche Führer als Stellvertreter der CIA

Die CIA verfügte nicht über genügend amerikanisches Personal, um den Alltag ihrer Operationen in den laotischen Bergen selbst zu führen. Deshalb setzte sie häufig auf einen einheimischen Befehlshaber aus dem jeweiligen Volk. Dieser warb Männer für den Kampf an, zahlte ihren Sold aus Geheimdienstmitteln und führte sie in die Gefechte. Die Stellung der CIA in einer Gemeinschaft hing damit wesentlich von der Macht ihres örtlichen Stellvertreters ab.

Für den Geheimdienst war es deshalb nützlich, militärische und wirtschaftliche Macht bei diesen Führern zu bündeln. In der Praxis konnte daraus eine örtliche Alleinherrschaft entstehen. Die Methode hatte ein französisches Vorbild: Während des Indochinakriegs hatten französische Kommandos auf dem Tranninh-Plateau eine Hmong-Truppe von 6.000 Guerillakämpfern unter Touby Lyfoung aufgebaut. Seine Stellung hatten sie unter anderem gestärkt, indem sie ihm das ausschließliche Recht auf den Opiumhandel überließen.

Als die CIA 1960 ihre eigene Hmong-Armee aufbaute, hielt sie Touby nicht für den geeigneten militärischen Befehlshaber. Er war vor allem ein politischer Vermittler gewesen und hatte seine Truppen nach der Darstellung möglichst aus offenen Kämpfen herausgehalten. Ein Hmong-Veteran erinnerte sich, Touby habe seinen Männern geraten, einige Schüsse abzugeben und sich anschließend zurückzuziehen. Die CIA suchte dagegen einen Kommandeur, der bereit war, Verluste hinzunehmen, und setzte auf den jüngeren Offizier Vang Pao.

Vang Pao wird zum bevorzugten Kommandeur

Vang Pao hatte sich in den Augen amerikanischer Geheimdienstler durch Mut und politisches Geschick ausgezeichnet. CIA-Direktor William Colby beschrieb ihn später als einen von den Franzosen ausgebildeten Offizier, der sowohl kämpferisch als auch politisch für eine führende Rolle geeignet gewesen sei. Feldagenten bewunderten seine Härte. Als der Geheimdienstmitarbeiter Thomas Clines in Long Tieng Gefangene verhören wollte, befahl Vang Pao nach der überlieferten Schilderung, sie sofort zu erschießen. Clines war von der Entschlossenheit des Generals beeindruckt, obwohl er eigentlich Zeit für ein Verhör erbeten hatte.

Touby Lyfoung hielt Vang Pao für einen reinen Soldaten, der nicht begriff, dass auch der Frieden gewonnen werden müsse. Vang Paos eigene Kindheit und Jugend waren jedoch stark vom Krieg geprägt. 1945, im Alter von 13 Jahren, arbeitete er als Übersetzer für französische Kommandos, die auf dem Tranninh-Plateau den Widerstand gegen die Japaner organisieren sollten.

Später wurde Vang Pao Leutnant in der laotischen Armee, verbrachte den Indochinakrieg aber größtenteils bei Toubys irregulären Hmong-Kräften. Im April 1954 führte er 850 Angehörige der Bergvölker durch die Berge der Provinz Sam Neua. Sie sollten der französischen Garnison in Điện Biên Phủ zu Hilfe kommen, die kurz vor ihrer Niederlage stand. Der Entsatzversuch scheiterte.

Korruption und ein gescheiterter Anschlag

Nach dem Ende des Indochinakriegs 1954 kehrte Vang Pao in den regulären Dienst der laotischen Armee zurück. Er stieg rasch zum Major auf und erhielt das Kommando über das 10. Infanteriebataillon in den Bergen östlich des Tranninh-Plateaus. Neben seinem regulären Bataillon befehligte er auch Hmong-Selbstverteidigungskräfte. Den Freiwilligen waren regelmäßige Lebensmittelzuteilungen und Sold versprochen worden, doch Vang Pao steckte nach der Darstellung deren Bezahlung in die eigene Tasche.

Die Beschwerden der Hmong erreichten Oberst Kham Hou Boussarath, den Befehlshaber der Militärregion. Anfang 1959 ließ er Vang Pao nach Xieng Khouang kommen und verlangte, den ausstehenden Sold vollständig auszuzahlen. Wenige Tage später versuchten 30 Männer aus Vang Paos Umfeld, Kham Hou auf der Rückfahrt von einem Besuch der Frontgebiete zu ermorden. Der Hinterhalt ereignete sich nahe dem Dorf Lat Houang. Da es bereits dämmerte, verfehlten die meisten Schüsse ihr Ziel; Kham Hou entkam unverletzt.

Nach seiner Rückkehr meldete Kham Hou den Anschlag nach Vientiane. Am folgenden Morgen traf der Stabschef Ouane Rattikone in Xieng Khouang ein. Vang Pao warf sich ihm weinend zu Füßen und bat um Vergebung. Ouane bestrafte ihn dennoch nicht, möglicherweise aus Mitleid oder wegen des Drucks amerikanischer Spezialkräfte, die mit den Hmong arbeiteten. Viele Offiziere der laotischen Armee nahmen an, Vang Paos Laufbahn sei damit beendet. Seine spätere Bedeutung für die laotische Rechte und die CIA sollte diese Erwartung jedoch zunichtemachen.

Phoumis Aufstieg und der Putsch von Kong Le

Zur selben Zeit gewann General Phoumi Nosavan an Macht. Bei der Wahl zur Nationalversammlung im April 1959 setzten sich seine Kandidaten umfassend durch. Die Wahl war nach der Darstellung massiv manipuliert worden; auch eine Beteiligung amerikanischer Stellen galt als erkennbar. Es gab Berichte, dass CIA-Mitarbeiter einen Teil der Stimmenkäufe finanziert hätten.

Am 8. August 1960 führte Hauptmann Kong Le mit seinem Fallschirmjägerbataillon einen erfolgreichen Putsch durch. Nachdem seine Truppen Vientiane eingenommen und Phoumis Unterstützer entmachtet hatten, übergab er am 16. August die Regierung an den früheren neutralistischen Ministerpräsidenten Souvanna Phouma. Dieser wollte den Bürgerkrieg durch eine Regierung beenden, in der die politische Linke, die Rechte und die Mitte vertreten sein sollten.

Der Plan geriet ins Wanken, als Phoumi Anfang September die Verhandlungen abbrach und nach Savannakhet zurückkehrte. Dort verkündete er die Bildung eines Revolutionskomitees. Die CIA griff erneut ein: Zahlreiche nicht gekennzeichnete Transportflugzeuge von Air America landeten in Savannakhet und brachten Waffen, Soldaten und amerikanische Berater. Laos stürzte in einen Bürgerkrieg, der 3 Jahre andauerte.

Der Kampf um die Militärregion II

Die von der CIA unterstützte Rechte sammelte sich im Süden, die Neutralisten hielten sich in Vientiane und die Pathet Lao kontrollierten Gebiete im Nordosten. Die dazwischenliegenden Regionen waren weitgehend eigenständig umkämpft. Xieng Khouang, zu dem das Tranninh-Plateau gehörte, war strategisch besonders wichtig, weil dort 3 Hauptstraßen zusammenliefen.

Die Neutralisten gewannen zunächst die Oberhand in der Provinz. Touby Lyfoung gehörte als Justizminister der Regierung Souvanna Phoumas an. Am 28. September 1960 erklärte Oberst Kham Hou, der die Militärregion II mit den Provinzen Sam Neua und Xieng Khouang befehligte, seine Unterstützung für die neutralistische Regierung. Phoumis Lager befürchtete, dadurch die Kontrolle über eine entscheidende Region im Nordosten zu verlieren.

Nachdem Kham Hou die Annäherungsversuche der Rechten abgelehnt hatte, wandten sich Phoumis Vertreter an Vang Pao. Sie versprachen ihm Geld, wenn er einen Hmong-Putsch gegen die Neutralisten anführen und die Militärregion II für die Rechte gewinnen würde. Laotische Armeequellen zufolge bat Vang Pao Anfang Oktober über Funk um Geld und Waffen. Am 5. Oktober brachte ein nicht gekennzeichnetes Flugzeug von Air America 30 Fallschirmjäger und mehrere Hundert Gewehre auf das Tranninh-Plateau.

Vang Pao übernimmt die Hmong-Führung

Am selben Tag berief Vang Pao eine Versammlung örtlicher Hmong-Führer im Dorf Lat Houang ein. Vor 300 bis 400 Menschen erklärte er seine Unterstützung für Phoumi und versprach Waffen für alle, die sich dem Kampf gegen die Neutralisten anschlössen. Als die Nachricht Vientiane erreichte, schickte Souvanna Phouma seinen Justizminister Touby Lyfoung auf das Plateau, um mit Vang Pao zu verhandeln. Touby schloss sich jedoch schließlich Vang Pao an, statt ihn von seinem Vorhaben abzubringen.

Touby nutzte seine Fähigkeiten als Vermittler, um mit Kham Hou zu sprechen. Er drängte den Befehlshaber, sich nicht in die Hmong-Revolte einzumischen. Kham Hou wollte unnötiges Blutvergießen vermeiden und sympathisierte teilweise mit den Zielen der Rechten. Er erklärte sich bereit, aus den Kämpfen herauszubleiben. Dadurch fiel die Kontrolle über das Tranninh-Plateau faktisch an Vang Pao und seine Verbündeten.

Am 7. Oktober schickte Souvanna Phouma einen weiteren Unterhändler, General Amkah, auf das Plateau. Vang Pao ließ ihn bei seiner Ankunft mit vorgehaltener Pistole festnehmen und in einem nicht gekennzeichneten Transportflugzeug nach Savannakhet bringen. Auf Phoumis Befehl blieb Amkah dort fast 3 Jahre in Haft. Touby wurde ebenfalls nach Savannakhet gebracht, während Kham Hou bald darauf sein Kommando niederlegte. Phoumi belohnte Vang Pao, indem er ihm den Befehl über die Provinz Xieng Khouang übertrug.

Der Verlust des Tranninh-Plateaus

Ende November begann Phoumis Armee den Vormarsch auf Vientiane. Rechte Truppen zogen das Mekongtal hinauf und erreichten am 14. Dezember den Stadtrand. Nach 3 Tagen heftiger Straßenkämpfe mussten Kong Les Fallschirmjäger die Hauptstadt verlassen. Sie zogen geordnet auf der Straße 13 in Richtung Luang Prabang ab.

Phoumi ging bei der Verfolgung nur zögerlich vor und nahm an, die rechte Garnison in Luang Prabang werde Kong Les Truppen schlagen. Etwa 150 Kilometer nördlich von Vientiane zweigte die Straße 7 nach Osten zum Tranninh-Plateau ab. Kong Le wandte sich entgegen den Erwartungen nicht nach Luang Prabang, sondern rückte am 31. Dezember 1960 auf das von der CIA kontrollierte Plateau vor.

Kong Les Truppen nahmen Muong Soui ein und griffen den Flugplatz von Phong Sawan an. Gleichzeitig stießen Einheiten der Pathet Lao am östlichen Rand des Plateaus vor. Die Stellungen der Rechten brachen zusammen; Phoumis Soldaten ließen ihre Waffen zurück und flohen. Als Mörsergranaten auf der Startbahn einschlugen, hob die letzte C-47 von Air America mit Edgar Buell und amerikanischen Militärberatern an Bord ab.

Rückzug und Aufbau einer geheimen Hmong-Armee

Vang Pao geriet angesichts der gemeinsamen Offensive von Kong Le und der Pathet Lao nicht in Panik. Während sich Phoumis reguläre Truppen zurückzogen, führte er mehrere Tausend Hmong-Soldaten und Flüchtlinge geordnet aus der Ebene auf den Berg Padoung, der 1.200 Meter hoch lag und 20 Kilometer südlich des Plateaus aufragte. Dort richtete er sein Hauptquartier ein und erhielt das Kommando über die Militärregion II.

Nachdem Phoumi Vientiane zurückerobert hatte, während Neutralisten und Pathet Lao das Tranninh-Plateau hielten, verlagerte die CIA ihre Aktivitäten von Savannakhet nach Padoung. Im Januar 1961 schickte sie US-Spezialkräfte, von ihr finanzierte thailändische Polizeieinheiten und eigene Mitarbeiter in die Region. Ihr Ziel war der Aufbau einer schlagkräftigen Hmong-Guerillaarmee unter Vang Pao.

William Young gehörte zu den CIA-Mitarbeitern, die im Januar nach Padoung kamen. Seine Kenntnisse der örtlichen Sprachen machten ihn für die Organisation der Geheimarmee besonders wichtig. Die CIA wollte die Pathet Lao auf dem Plateau einschließen, indem sie wehrfähige junge Hmong aus den umliegenden Bergen rekrutierte. Vang Paos Offiziere und amerikanische Mitarbeiter besuchten dafür Dörfer am westlichen und nördlichen Rand des Plateaus.

Sie boten Reis und Geld im Austausch für Rekruten an. Unter ihrer Aufsicht wurden zahlreiche kurze Landepisten in den Bergwäldern angelegt, die verstreute Dörfer mit dem CIA-Stützpunkt in Padoung verbanden. Binnen weniger Monate dehnte Vang Pao seinen Einfluss nach Norden bis Phou Fa und nach Osten bis Bouam Long aus. Ein örtlicher Hmong-Führer berichtete, die Dorfbewohner hätten sich nicht frei entscheiden können: Wer Waffen ablehnte, riskierte, von Vang Paos Leuten als Anhänger der Pathet Lao behandelt und angegriffen zu werden.

Guerillaangriffe und Flucht aus Padoung

Die neu angeworbenen Hmong-Kämpfer begannen rasch mit Einsätzen auf dem Plateau. Sie sprengten Brücken und Nachschublager und beschossen Soldaten der Neutralisten und der Pathet Lao. Nach 4 Monaten solcher Angriffe gingen die gegnerischen Kräfte zum Gegenangriff über. Anfang Mai 1961 griffen Truppen der Pathet Lao und der Neutralisten die Nordseite des Padoung-Bergs an und beschossen das CIA-Lager mit Granaten.

Nach 2 Wochen Beschuss entschied die CIA, den Stützpunkt aufzugeben. Vang Pao verlegte sein Hauptquartier nach Pha Khao, 12 Kilometer weiter südwestlich. Edgar Buell begleitete ihn mit 9.000 Hmong-Zivilisten. Die kampferprobten Einheiten bewältigten den Marsch, doch zahlreiche Zivilisten starben auf dem Weg durch den Dschungel. Besonders Kinder und alte Menschen waren den Strapazen der erzwungenen Flucht ausgesetzt.

Im Juli 1961 verfasste General Edward Lansdale für Regierungsfachleute einen Bericht über die Hmong-Operationen. Die CIA leitete demnach den Einsatz von Vientiane aus und erhielt dabei Unterstützung von einem amerikanischen Militärberater. Im Einsatz waren 9 CIA-Offiziere, 9 US-Spezialkräfte und 99 thailändische Polizeikräfte. Bis dahin seien 9.000 Hmong für Guerillaeinsätze ausgerüstet worden; Lansdale hielt die Anwerbung von mindestens 4.000 weiteren für möglich.

Der Bericht benannte zugleich eine ernste Versorgungskrise. Die Kämpfe hatten Dörfer überrannt, während die Männer wegen ihrer Einsätze nicht genügend Lebensmittel für ihre Familien beschaffen konnten. Die CIA half mit Reis und Kleidung, doch eine systematische Versorgung und die Wiedereingliederung der Flüchtlinge waren nicht gesichert. Um das Problem zu bewältigen, wandte sich die CIA an Buell, der sich auf einen 56 Tage dauernden Marsch um das Tranninh-Plateau begab, um Hilfe zu organisieren.

Das Abkommen von Genf und die Fortsetzung geheimer Einsätze

Im Juli 1962 unterzeichneten die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion in Genf ein Abkommen über Laos. Damit sollten die militärischen Operationen in dem zerrütteten Königreich beendet werden. Die amerikanischen Spezialkräfte und Militärberater verließen das Land bis Oktober wie vereinbart. Die CIA zog ihre Tätigkeit jedoch nicht tatsächlich zurück.

Ihre Mitarbeiter verlegten sich in nahegelegene Gebiete Thailands und kehrten fast täglich mit Hubschraubern oder Flugzeugen nach Laos zurück, um die Guerillaeinsätze zu führen. Außerdem wurden zivile Mitarbeiter für verdeckte Aufgaben eingesetzt, weil sie von den Bestimmungen des Abkommens nicht in gleicher Weise betroffen waren. Im Dezember 1962 bildete Buell Hmong-Kämpfer in Sabotage aus und leitete die Sprengung von 6 Brücken und 12 Bergpässen entlang der Straße 7 bei Ban Ban.

Die US-Botschaft bezeichnete die Flüge von Air America in Hmong-Dörfer als humanitäre Versorgung, die Reis, Munition und Hilfsgüter für Flüchtlinge transportiere. Auf diese Weise wurden militärische Lieferungen und zivile Hilfe in derselben Fluglogistik zusammengeführt. Die Bezeichnung als Hilfsflüge verdeckte nicht, dass die CIA zugleich ihre geheimen Operationen fortsetzte.

Neue Angriffe im Norden

Nach einem vergleichsweise ruhigen Jahr 1962 ging die CIA 1963 und 1964 im Norden des Landes wieder in die Offensive. Im Nordwesten führte William Young Yao-Kommandos zu Angriffen auf Dörfer der Pathet Lao östlich von Ban Houei Sai. Ein amerikanischer Teilnehmer erklärte später, die Pathet Lao hätten sich seit dem Abkommen von Genf ruhig verhalten. Die Offensive der CIA habe seiner Einschätzung nach den Waffenstillstand gebrochen.

Im Nordosten weitete die CIA ihre Hmong-Einsätze auf die Provinz Sam Neua aus, die seit langer Zeit eine Hochburg der Pathet Lao war. Tony Poe wurde zum CIA-Mitarbeiter in Long Tieng, Vang Paos Hauptquartier seit 1962, und organisierte dort den Vorstoß. Statt die stark befestigten Städte und Täler anzugreifen, konzentrierten sich die Kämpfer auf die von Hmong bewohnten Bergkämme.

Unter Poes Führung und mit Hubschraubern sowie leichten Flugzeugen von Air America rückten Hunderte Hmong-Guerillas von Berg zu Berg vor. Nach der Einnahme eines Dorfs und der Vertreibung oder Tötung von Funktionären der Pathet Lao mussten die Bewohner häufig eine Landebahn anlegen. Diese war gewöhnlich 150 bis 250 Meter lang. Anschließend landeten dort Flugzeuge mit Gütern, die Buell als Flüchtlingshilfe verteilte, um die Unterstützung der Hmong zu gewinnen.

Neue Landepisten und alte Opiumwege

Innerhalb weniger Monate erweiterte Vang Pao seinen Machtbereich um einen etwa 75 Kilometer langen Streifen, der vom Nordostrand des Tranninh-Plateaus bis zum Berg Phou Pha Thi reichte. Dieser lag nur ungefähr 20 Kilometer von der nordvietnamesischen Grenze entfernt. In dem eroberten Gebiet entstanden mehr als 20 neue Landepisten, die Hmong-Dörfer mit dem CIA-Hauptquartier in Long Tieng verbanden.

Viele Dörfer lagen auf steilen Bergrücken und blickten auf die von der Pathet Lao kontrollierten Täler und Städte hinab. Die Landebahn bei Hong Non befand sich nur 15 Kilometer von Kalksteinhöhlen nahe Sam Neua entfernt. Die Pathet Lao richteten dort später ihr nationales Hauptquartier, eine Munitionsfabrik und eine Ausbildungsstätte für ihre Funktionäre ein. Die Flugplätze dienten somit sowohl dem militärischen Vormarsch als auch der Versorgung der besetzten Gebiete.

Die Ausbreitung der CIA-Einheiten veränderte auch den Opiumhandel im Nordosten. Das Tranninh-Plateau war über 60 Jahre lang ein wichtiger Knotenpunkt dieses Handels gewesen. Als Kong Le die Ebene 1960 einnahm, verließen die korsischen Fluggesellschaften den Flugplatz Phong Sawan und verlegten sich nach Wattay bei Vientiane.

Das frühere Stammlokal der Korsen in Phong Sawan wurde in Hotel der Freundschaft umbenannt und diente nun russischen Technikern als Stützpunkt. Diese warteten Iljuschin-Transportflugzeuge, die Nachschub aus Hanoi zu den Neutralisten und zur Pathet Lao brachten. Die korsischen Händler konnten auf dem Tranninh-Plateau nicht mehr landen und nutzten stattdessen die Bergpisten von Air America, um Rohopium zu laden.

Opiumhandel im Schatten der Offensive

Als Vang Pao seine Truppen in die Provinz Sam Neua führte, folgten ihm korsische Händler mit Beechcraft- und Cessna-Flugzeugen. Sie zahlten Hmong-Bauern und chinesischen Händlern gute Preise für Rohopium. Solange Kong Le den Handel auf dem Plateau nicht störte, konnten chinesische Karawanen weiterhin jährlich in die von Vang Pao kontrollierten Gebiete reisen. Erst 1964, als die Pathet Lao Kong Le aus der Ebene vertrieb, endete diese Verbindung.

1965 drängte die laotische Regierung unter Ouane Rattikone die Korsen aus dem Geschäft. Dadurch gerieten die Hmong-Gebiete im Hochland in eine schwere wirtschaftliche Krise. Der Krieg hatte die Abhängigkeit der Bevölkerung vom Opiumanbau verstärkt, während die militärische Rekrutierung viele Männer für lange Zeit von zu Hause fernhielt.

Der Mohnanbau blieb dennoch weitgehend bestehen, weil die Frauen und Mädchen traditionell das Jäten und Ernten übernahmen. Die Männer waren vor allem für das Abbrennen und Roden neuer Flächen zuständig. Da ein Mohnfeld 5 bis 10 Jahre bestellt werden konnte, führte die Abwesenheit vieler Männer nicht sofort zum Ende des Anbaus. Die regelmäßigen Reislieferungen der CIA verringerten zudem den Bedarf, Reisfelder zu bewirtschaften, und schufen weitere Arbeitskraft für den Mohnanbau.

Air America und die Versorgung der Opiumbauern

Die Hmong-Dörfer südlich und westlich des Plateaus waren von der Unterbrechung der korsischen Flüge weniger betroffen. Nachdem die chinesischen Karawanen Mitte 1964 weggefallen waren, schickte Vang Pao bewaffnete Hmong-Gruppen von Long Tieng in die Region, um die Ernte aufzukaufen. Von Sam Thong und Long Tieng gab es regelmäßige Flüge nach Vientiane, sodass der Weitertransport vergleichsweise einfach war.

Anders war die Lage am Nordrand des Plateaus und in Sam Neua. Dort machten die Entfernungen und die militärische Unsicherheit den Einsatz von Karawanen nahezu unmöglich. Lufttransport war unverzichtbar geworden. Nachdem die korsischen Fluggesellschaften ausgeschieden waren, blieb Air America als wichtigste verfügbare Möglichkeit – und die Gesellschaft sprang ein.

Die militärische Luftfahrt, die Versorgung der Hmong und der Opiumhandel bewegten sich damit auf denselben Verkehrswegen. Flugzeuge konnten Reis und andere Güter in Dörfer bringen und zugleich den Transport von Opium ermöglichen. Die Trennung zwischen militärischer Unterstützung, ziviler Hilfe und kommerziellem Handel war unter diesen Bedingungen schwer aufrechtzuerhalten.

Vang Pao, Tony Poe und die Vorwürfe des Drogenhandels

Als Long Tieng zu einer geheimen Stadt mit etwa 20.000 Hmong anwuchs, wurde Vang Paos Verhältnis zu seinem CIA-Verbindungsmann Tony Poe zunehmend angespannt. Poe warf dem General nach dem Krieg persönliche Bereicherung vor und kritisierte seinen luxuriösen Lebensstil. In einem Fernsehgespräch behauptete Poe, Vang Pao habe durch Heroinhandel Millionen verdient. Er beschuldigte ihn außerdem, Heroin mit einer DC-3 über Südlaos nach Zentralvietnam transportiert zu haben, wo es ein ranghoher Vertreter der Regierung unter Präsident Nguyễn Văn Thiệu entgegengenommen habe.

Poe erklärte, sein Widerstand gegen Vang Paos Korruption habe zu seiner Versetzung geführt. 1965 wurde er tatsächlich in den Nordwesten versetzt, weit entfernt von Long Tieng und dem Hauptschauplatz des geheimen Krieges. Seine Vorwürfe stehen im Gegensatz zu seiner früheren Duldung des florierenden Handels und der Nutzung amerikanischer Einrichtungen durch laotische Offiziere.

1967 unterstützten die CIA und die amerikanische Entwicklungshilfe Vang Pao bei der Gründung einer eigenen Fluggesellschaft, Xieng Khouang Air Transport. Das Unternehmen erwarb von Air America und Continental Air Services 2 C-47-Flugzeuge. Nach außen diente die Gesellschaft vor allem dem Pendelverkehr zwischen Long Tieng und Vientiane, dem Transport von Nachschub und gelegentlichen Fluggästen.

Den beteiligten Mitarbeitern der Entwicklungshilfe dürfte kaum verborgen geblieben sein, dass ein großer Teil der Geschäfte in Long Tieng mit Opium zu tun hatte. Dennoch unterstützten sie das Vorhaben finanziell. Hmong-Quellen berichteten, dass Xieng Khouang Air Transport Opium und Heroin nach Vientiane geflogen habe. Die private Fluggesellschaft wurde damit zu einem weiteren Bestandteil der Luftverkehrsstruktur, die zugleich militärischen, wirtschaftlichen und politischen Zwecken diente.

Der Verlust von Sam Neua

Trotz wiederholter Angriffe während der Trockenzeit blieb die militärische Position der CIA im Nordosten zunächst stark. Vang Paos Armee konnte große Teile des zuvor eroberten Gebiets halten. Im Januar 1968 begannen jedoch die Pathet Lao und nordvietnamesische Truppen eine gemeinsame Offensive, die Vang Paos Kämpfer aus der Provinz Sam Neua vertrieb.

Entscheidend war die Einnahme des CIA-Stützpunkts Phou Pha Thi am 11. März 1968. Die US-Luftwaffe hatte 1966 auf dem 1.700 Meter hohen Berg eine Radaranlage eingerichtet, die Bombenangriffe bei schlechtem Wetter unterstützen sollte. Der Stützpunkt lag nur 25 Kilometer von der nordvietnamesischen Grenze entfernt und diente der Überwachung der amerikanischen Angriffe auf Hanoi und das Delta des Roten Flusses.

Präsident Lyndon B. Johnson verkündete 3 Wochen nach der Zerstörung der Anlage eine teilweise Einstellung der Bombardierungen Nordvietnams. Vang Pao versuchte 1968, den strategisch wichtigen Berg zurückzuerobern, musste ihn aber im Januar 1969 nach schweren Verlusten endgültig aufgeben. Der Verlust von Sam Neua leitete eine lange Reihe von Rückzügen und Fluchtbewegungen ein.

Flucht und Zusammenballung der Hmong-Bevölkerung

Vor Beginn der von der CIA unterstützten Guerillaoperationen lebten in der Militärregion II etwa 250.000 Angehörige der Bergvölker, überwiegend Opiumbauern. Sie waren über das zerklüftete Land zwischen der Ebene von Vientiane und der Grenze zu Nordvietnam verteilt. Von 1961 bis 1967 führte Vang Paos wachsender Einfluss in manchen Gebieten dazu, dass kleinere Dörfer zur besseren Verteidigung zusammengelegt wurden.

Solange die Bewohner in der Nähe ihrer Mohnfelder blieben, konnte der Anbau weitergehen. Als die Kontrolle über Sam Neua 1968 zu bröckeln begann, entschied die CIA, die Hmong nicht den Pathet Lao zu überlassen, sondern sie aus dem Gebiet zu evakuieren. Buell beschrieb die Absicht als eine Bewegung der Bevölkerung nach Süden. Air America brachte innerhalb von weniger als 2 Wochen mehr als 9.000 Menschen aus Sam Neua zum Hauptquartier Buells in Sam Thong.

Dort wurden die Flüchtlinge vorübergehend untergebracht und anschließend in Siedlungen westlich des Tranninh-Plateaus gebracht. In den folgenden 3 Jahren trieben wiederholte Winter- und Frühjahrsoffensiven Vang Paos Armee weiter zurück. Zehntausende Hmong mussten ihre Dörfer verlassen. Als die Pathet Lao 1970 weiter vorrückten, flohen Bewohner aus Gebieten nördlich und westlich des Plateaus nach Süden.

Mehr als 100.000 Menschen wurden in einem etwa 60 Kilometer breiten Gebiet zwischen Long Tieng und der Ebene von Vientiane angesiedelt. Als die Pathet Lao und nordvietnamesische Kräfte Long Tieng in der Trockenzeit 1971 angriffen, musste die CIA auch die Familien der ungefähr 50.000 Hmong-Kämpfer aus der Umgebung evakuieren. Mitte 1971 schätzte die amerikanische Entwicklungshilfe, dass fast 150.000 Flüchtlinge aus den Bergvölkern in der Gegend um Ban Son untergebracht worden waren. Etwa 60 Prozent von ihnen waren Hmong.

Überfüllte Lager und zerstörte Lebensgrundlagen

Nach Jahren des Rückzugs lebte 1971 ungefähr ein Drittel der Hmong in Laos, mehr als 90.000 Menschen, in einem schmalen Gebirgsstreifen oberhalb der heißen Ebene von Vientiane. Zuvor hatten viele in kleinen Dörfern auf fruchtbaren Hochflächen gelebt. Dort war das Klima gemäßigt, der Mohnanbau möglich, die Zahl der Moskitos geringer und das Wasser sauberer.

Viele der neuen Siedlungen lagen nur ungefähr 750 Meter über dem Meeresspiegel. Die ungewohnten Bedingungen und die Überfüllung führten zu schweren gesundheitlichen Problemen; zahlreiche Hmong erkrankten an Malaria. Der niedrigere Standort und der Mangel an nutzbarem Land machten den Opiumanbau nahezu unmöglich. Die Flüchtlinge waren dadurch vollständig auf Reislieferungen von Air America angewiesen.

Als die Pathet Lao und die nordvietnamesischen Truppen Long Tieng einnahmen und sich Vientiane näherten, mussten viele Hmong weiter in die Ebene fliehen. Dort waren sie Tropenkrankheiten und schlechten Lebensbedingungen ausgesetzt. Das Umsiedlungsgebiet um Ban Son wurde zugleich als Schutzgürtel gegen einen Vormarsch auf die Hauptstadt behandelt. Ein möglicher Angriff hätte sich durch die dicht besiedelten Flüchtlingsgebiete bewegen müssen.

Die Flüchtlinge als militärischer Schutzschild

Hmong-Führer warnten davor, die Flüchtlingsdörfer in der erwarteten Vormarschlinie der gegnerischen Truppen zu belassen. Sie baten die amerikanische Entwicklungshilfe entweder um eine schrittweise Umsiedlung in die Ebene von Vientiane oder um eine Verlegung der Dörfer nach Osten oder Westen. Die Behörde lehnte diese Möglichkeiten ab.

Die Darstellung deutet diese Entscheidung als Teil einer militärischen Strategie: Die Hmong sollten in dem Gebiet bleiben, weil ihre Familien bedroht waren und ihre Anwesenheit den Vormarsch der gegnerischen Kräfte erschweren konnte. Viele Hmong wollten jedoch nicht länger für Vang Pao kämpfen. Sie waren verbittert über seine Gewalt, die Unterschlagung von Sold und die hohen Verluste, die er hinnahm. In ihren Augen war er ein Kriegsherr, der sich an ihrem Leid bereichert hatte.

Da die amerikanische Entwicklungshilfe darüber entschied, wo Reis verteilt wurde, konnten sich die Flüchtlinge der Abhängigkeit kaum entziehen. Viele blieben in den Siedlungen und mussten weiterkämpfen. Die Versorgung mit Lebensmitteln wurde damit nicht nur zu einer humanitären Frage, sondern auch zu einem Mittel, das die militärische Ordnung in der Region stützte.

Hohe Verluste und sehr junge Rekruten

Die Fluchtbewegungen überforderten die Transportmöglichkeiten von Air America. Viele Hmong mussten lange Märsche auf sich nehmen, anstatt ausgeflogen zu werden. Selbst unter günstigen Bedingungen starben nach der Darstellung etwa 10 Prozent der Flüchtlinge; wenn sie sich in den Bergwäldern verirrten, konnte der Anteil 30 Prozent oder mehr erreichen.

Viele Familien mussten mindestens 5-mal umziehen. Hmong aus der Provinz Sam Neua wurden sogar 15- oder 16-mal vertrieben. Auch Vang Paos Armee erlitt schwere Verluste: Zwischen 1967 und 1971 wurden 3.272 Kämpfer getötet und 5.426 verwundet. Weil immer weniger Hmong für den Dienst zur Verfügung standen, rekrutierte Vang Pao zunehmend junge Männer anderer Bergvölker.

Bis April 1970 stellten Angehörige der Lao Theung, des zweitgrößten Bergvolks im Norden des Landes, 40 Prozent seiner Truppen. Viele der verbliebenen Hmong-Rekruten waren noch Kinder. Buell berichtete 1968, dass von 300 neu angeworbenen Kämpfern 30 Prozent höchstens 14 Jahre alt waren. Einige waren erst 10; weitere 30 Prozent waren 15 oder 16 Jahre alt, während die übrigen 40 Prozent mindestens 45 Jahre alt waren.

Heroinherstellung in Long Tieng

Obwohl der Opiumanbau der Hmong nach 1968 zurückging, blieb Vang Pao nach der Darstellung im Rauschgifthandel aktiv. Er ließ in Long Tieng ein Heroinlabor einrichten. Laotische Quellen berichteten, dass die Anlage 1970 in Betrieb ging und ein chinesischer Chemiker aus dem Ausland die Herstellung überwachte.

Das Geschäft soll so einträglich gewesen sein, dass Vang Paos Mitarbeiter 1971 Opium in Vientiane kauften und zur Verarbeitung nach Long Tieng flogen. Damit blieb der General am Handel beteiligt, obwohl der Krieg große Teile der Opiumproduktion und der bisherigen Handelswege zerstört hatte. Der Transport mit Flugzeugen ersetzte teilweise die Versorgung über Karawanen und abgelegene Bergpfade.

Amerikanische Vertreter in Laos bestritten, dass Vang Pao oder Air America am Drogenhandel beteiligt gewesen seien. Die Darstellung stellt diese Dementis den Berichten über Flugtransporte, Heroinlabors und die Nutzung amerikanischer Einrichtungen gegenüber. Als nächster Schritt bietet sich die Betrachtung eines einzelnen Mohnanbaugebiets an, um die Abläufe des Opiumhandels im Detail nachzuzeichnen.