Die verborgene Kommunikation der Bäume und ihre symbiotische Beziehung zum Menschen

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Die Beziehung zwischen Mensch und Wald reicht weit über das bloße Zusammenleben hinaus und bildet eine tief verwurzelte Verbindung, die sowohl körperliche als auch geistige Dimensionen umfasst. Während die moderne Forschung erst beginnt, die komplexen Kommunikationsnetzwerke der Bäume zu entschlüsseln, spüren Menschen seit jeher die beruhigende und heilende Wirkung der Wälder auf ihr Wohlbefinden. Diese uralte Symbiose findet nun durch wissenschaftliche Erkenntnisse eine überraschende Bestätigung, die zeigt, dass Wälder weit mehr sind als bloße Ansammlungen von Pflanzen.

Die gesundheitsfördernde Wirkung der Waldluft

In einer Art Symbiose leben auch die Menschen mit dem Wald. Spaziergänge in der Natur waren stets mehr als eine bloße Freizeitbeschäftigung. Ein Grund für die beruhigende Wirkung des Waldes liegt in der Konzentration von negativ geladenen Ionen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Mensch eine Umgebung als gesund empfindet, in der rund eintausendfünfhundert Ionen pro Kubikzentimeter Luft zirkulieren. In geschlossenen Räumen und in Großstädten ist die Konzentration deutlich niedriger. Im Wald jedoch übersteigt sie häufig das Doppelte des Bedarfs.

Die poetische Wahrnehmung des deutschen Waldes

Dichtern wie dem Romantiker Joseph von Eichendorff verdanken wir die Rede vom deutschen Wald. Viele seiner Kollegen, nennen wir Heinrich Heine und Johann Wolfgang von Goethe, beschrieben den Baum als fühlendes, denkendes Wesen. Auch wenn es den Herren dabei zuvörderst um die Poesie ging, ganz falsch lagen sie wohl nicht. Jüngere Forschungen belegen, dass Bäume nicht nur mit der Schlupfwespe in regem Austausch stehen, sondern dass sie auch untereinander mithilfe eines ausgeklügelten Systems kommunizieren.

Das unterirdische Informationsnetzwerk der Wurzeln

Die Kommandozentrale des Wurzel-Netzwerkes bilden die Wurzelspitzen, die mit einem gehirnartigen Organ bestückt sind. Von dort aus kontrolliert das Netzwerk den Boden mithilfe eines gigantischen Pilzgeflechts. Unter einem einzigen Quadratmeter Waldboden verlaufen Tausende Kilometer von Pilzfäden, die dem Baum Nachrichten übermitteln: heute wenig Wasser, viel schädliches Getier, und am Ende die Wettervorhersage. Sämtliche Botschaften werden nicht nur über die Stammkanäle in die eigene Baumkrone gesendet, sondern erreichen auch die Nachbarn.

Die chemische Kommunikation durch Duftstoffe

Neben den erwähnten Pilzfäden existiert dafür zusätzlich eine Art drahtloses Wald-Netzwerk: Duftstoffe, sogenannte Terpene, wabern von Baum zu Baum, werden dechiffriert und wiederum weitergeleitet. Die faszinierenden Dufttransmitter sollen sogar als Regenmacher wirken. Tanzen können sie zwar nicht, aber dennoch den Himmel anrufen. Sie senden Signale an die Wolken, sagt François Buscot, Professor für Bodenökologie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig. Längere Trockenperioden bedeuten Stress für die Bäume, und den suchen sie abzubauen.

Die aktive Beeinflussung des Wetters

Wenn die Terpene dann in die Luft steigen, werden Kondensationsprozesse beschleunigt, und mit ein bisschen Glück beginnt es zu regnen. Um dem ganzen Baumpalaver die Krone aufzusetzen, bleibt es nicht bei der rein informativen Hilfe untereinander. Beistand leisten sich Bäume auch ganz materiell in Form von Ressourcen. Keimlinge im Schatten des Großbaums werden von diesem miternährt, das Pilz-Netzwerk macht es möglich.

Die materielle Unterstützung innerhalb des Waldes

Kraftbrühe, die durch Leitungen direkt zum Verbraucher gepumpt wird: Das klingt nach den gebratenen Flughähnchen des Paradieses. Da hat das Wurzel-Netzwerk dem menschlichen Informationsnetz doch einiges voraus. Diese erstaunlichen Fähigkeiten der Bäume zeigen, dass Wälder weit mehr sind als bloße Holzproduzenten oder Erholungsorte. Sie bilden komplexe, intelligente Gemeinschaften, die aktiv ihre Umwelt gestalten und miteinander kooperieren.

 

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