Die Entstehung und das Platzen der Immobilienblase in den Vereinigten Staaten

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Die globale Wirtschaftsgeschichte ist geprägt von Perioden irrationaler Euphorie, in denen fundamentale ökonomische Prinzipien zugunsten kurzfristiger Gewinne außer Kraft gesetzt werden. Besonders markant ist die massive Ausweitung des Immobilienkreditmarktes in den Vereinigten Staaten nach dem Wechsel ins neue Jahrhundert. In dieser Phase wurden grundlegende Regeln der Kreditwürdigkeitsprüfung bewusst ignoriert, um scheinbar unerschöpfliche Renditen zu generieren. Jenes System, das auf der Annahme stetig steigender Immobilienpreise basierte, führte zwangsläufig zu jenem folgenschweren Zusammenbruch, der weltweite wirtschaftliche Verwerfungen auslöste. Die damaligen Ereignisse offenbaren die gefährlichen Konsequenzen jener Finanzarchitektur, die Realwirtschaft und Spekulation untrennbar miteinander verknüpft.

Das verlockende Angebot für kreditunwürdige Personen

Jener Mann aus jener Metropole im Süden der Vereinigten Staaten befand sich in prekärer finanzieller Lage. Er verfügte lediglich über mageres und stark schwankendes Einkommen aus Aushilfstätigkeit. Nennenswertes Vermögen konnte er in seinem fortgeschrittenen Lebensalter nicht aufbauen. Daher war er ziemlich verblüfft, als ihn an jenem Tag mehrere nette und dynamische junge Männer aufsuchten und ihm jenes geradezu märchenhafte Angebot unterbreiteten. Es entstehe doch am Rande der Stadt jene wunderschöne Siedlung mit größeren Häusern und kleinen Reihenhäuschen.

Die Verschleierung der wahren Kreditkonditionen

Jenes kleine Reihenhäuschen für jenen beträchtlichen Geldbetrag sei doch genau das Richtige für diesen Mann. Der Angesprochene fühlte sich geschmeichelt, blieb aber redlicher Mensch. Er fragte seine Gesprächspartner, ob diese denn Bescheid wüssten, da er gerade ohne festen Beruf sei und kaum Erspartes besitze. Jene Berater blieben locker und rieten auch dem Mann zu dieser entspannten Haltung. Sie legten die Konditionen auf den Tisch und versprachen volle Vorfinanzierung des Objektpreises zuzüglich aller Erwerbsnebenkosten.

Die trügerische Sicherheit durch variable Zinsmodelle

In den anfänglichen Jahren seien Tilgungsleistungen auszusetzen. Dass der Kredit aufgrund der hohen Risikoklasse des Kunden mit entsprechend üppigem Zinssatz kalkuliert wurde, erwähnten die Berater nicht. Stattdessen faselten sie ausführlich über variable Zinsmodelle mit anfänglich festen Niedrigzinsen. Bei diesen Konstrukten zahle der Kreditnehmer anfangs sehr geringen, festen Zinssatz. Danach werde der Zins angepasst, wobei man jetzt noch nichts Genaues sagen könne, da in Zukunft alles ganz anders aussehe.

Die Illusion stetiger Wertsteigerungen

Die Berater malten jenes rosige Bild von gutem Beruf und gutem Gehalt in naher Zukunft. Sie versprachen zudem massive Wertsteigerung der Immobilie innerhalb kurzer Zeit. Der Mann werde für das Häuschen deutlich höheren Geldbetrag bekommen, wenn er es denn unbedingt verkaufen wolle. So ungefähr lief das Geschäft in der Goldgräberzeit des amerikanischen Immobilienmarktes nach dem Wechsel ins neue Jahrhundert ab. Solche Kredite wurden an Personen ohne Einkommen, Arbeit oder Vermögen vergeben, die aber dennoch irgendwie kreditwürdig erschienen.

Das vermeintliche Wachstumspotenzial im Hochrisikosegment

Andere Bezeichnungen für diese Finanzprodukte waren Kredite an Personen mit geringer Bonität. Hier sah die Finanzindustrie großes Wachstumspotenzial, wenn man nur kreativ an die Sache heranging. Geld für solche Kredite war reichlich vorhanden. Die Finanzwelt glaubte bis Mitte der vergangenen Dekade fest an vorteilhafte Situation für alle Beteiligten. Die dynamischen Berater hatten bereits massives Eigeninteresse an solchen Geschäften.

Die Profiteure des fragwürdigen Kreditgeschäfts

Diese Akteure kassierten hohe Provisionen, manche als Immobilienmakler, andere als Finanzvermittler. Dies trieb die Erwerbsnebenkosten für die Objekte in die Höhe und führte dazu, dass Hauskäufer erheblich über dem Preis des Objektes liegende Summe zu finanzieren hatten. Der Kreditnehmer musste dann viel höheren Betrag als Kredit aufnehmen und war derjenige, der die vielen Beteiligten alimentieren musste. Neben der finanzierenden Bank und dem Makler waren auch nachgelagerte Finanzinvestoren im Spiel. Die Bauindustrie boomte ebenfalls kräftig und stellte jenen herrlichen realökonomischen Wachstumsfaktor dar.

Die globale Verbreitung toxischer Finanzprodukte

Die Finanzwelt verpackte die Darlehen hübsch als komplexe verbriefte Kreditbündel und schickte sie um die Welt. Auch die internationalen Anleger sollten ja zumindest indirekt an dem amerikanischen Wunder teilhaben. Das Ergebnis dieser gigantischen Augenwischerei ist uns allen bekannt. Spätestens nach der Pleite jener bedeutenden amerikanischen Investmentbank hatten die Amerikaner mit diesem Häuserboom die Welt in jene schwerwiegendste Wirtschaftskrise seit zahlreichen Dekaden geführt. Dabei hätte bereits jene geringe Portion gesunden Menschenverstandes ausgereicht, den Irrsinn zu erkennen.

Die begrenzten Handlungsoptionen der Kreditnehmer

Wenn man sich die Mühe gemacht hätte, alle Fakten zu sammeln und realistisch zu betrachten, wäre der Irrsinn offensichtlich gewesen. Ohne prophetische Gaben zu besitzen, ist es nicht schwierig sich auszumalen, dass es mehrere Jahre nach dem Abschluss des Geschäftes im Prinzip mehrere Möglichkeiten gibt. Entweder hat der Kreditnehmer wieder guten Beruf, ihm gefällt das Haus, er möchte weiter dort wohnen und er verdient genug Geld, um den Kredit zu tilgen und die Zinsen zu zahlen. Oder er bleibt ohne guten Beruf beziehungsweise er schafft es aufgrund seines Einkommens nicht, die Zins- und Tilgungszahlungen aufzubringen. Im günstigen Fall läuft es für die involvierten Banken gut.

Die hohen Margen und das Risiko der Zwangsversteigerung

Die Margen sind aufgrund der an Wucher heranreichenden Zinssätze sehr hoch, werden aber dennoch erzielt. Im ungünstigen Fall muss die finanzierende Bank beziehungsweise jene über den Verbriefungsvorgang betroffene Bank sehen, wie sie zu ihrem Geld kommt. Das Haus wird in solchem Szenario versteigert. Im Regelfall musste amerikanische Bank bis zur Mitte der vergangenen Dekade für diesen Fall selten befürchten, ihr Geld nicht in voller Höhe zurückzuerhalten. Denn die Immobilienpreise stiegen und stiegen unaufhörlich.

Der Glaube an das ewige Wachstum der Immobilienpreise

Jener bedeutende amerikanische Immobilienpreisindex stieg enorm an innerhalb weniger Jahre. Er kletterte ab dem Ende des vergangenen Jahrhunderts massiv, und das, obwohl andauernd Neubausiedlungen in die Landschaft gesetzt wurden, die das Angebot vergrößerten. Für diejenigen, die an ewiges Wachstum glaubten, war jene Annahme sehr realistisch. Sie gingen davon aus, dass das Haus des Kreditnehmers jene Wertsteigerung erreichen würde. Diese Wertsteigerung wäre in der Lage gewesen, auch jenes deutlich über dem Objektwert liegende Finanzierungsvolumen abzudecken.

Das unvermeidliche Platzen der spekulativen Blase

Das irrsinnige System der Kredite für Personen ohne Einkommen konnte also nur unter der Voraussetzung permanent steigender Immobilienpreise funktionieren. Wie jener sich ausdehnende Riesenluftballon ernährt die Blase diejenigen, die blasen, ebenso wie diejenigen, die unter dem Ballon hängen. Dies funktioniert so lange, bis der Ballon platzt. Dann fliegen den Beteiligten Gummifetzen um die Ohren und alle purzeln herunter. Die Folgen dieses Zusammenbruchs belasten die globale Wirtschaft bis heute.

Die historische Einordnung der Finanzkrise

Betrachtet man diese Entwicklungen aus übergeordneter Perspektive, so offenbart sich das Muster jener Finanzindustrie, die sich selbst zum Zweck geworden ist. Die ursprüngliche Funktion des Kreditwesens, nämlich die Verbindung von Sparern und produktiven Investitionen, wurde durch Systeme aus hochkomplexen Termingeschäften ersetzt. Diese Entkopplung von der realen Wertschöpfung birgt enorme Risiken für das gesamte wirtschaftliche Gefüge. Virtuelle Verluste in der Finanzsphäre übertragen sich jederzeit auf die reale Wirtschaft und treffen die schwächsten Glieder der Gesellschaft am härtesten. Es bedarf grundlegender Besinnung auf die eigentlichen Aufgaben des Finanzsektors, um nachhaltige und gerechte Wirtschaftsordnungen zu gewährleisten.

 

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