Geldanlage zwischen aktiver Steuerung und passiver Nachbildung – Ein umfassender Überblick über Fonds und börsengehandelte Indexfonds

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In einer Zeit, in der die traditionellen Formen des Sparens auf dem Festgeldkonto oder dem Sparbuch kaum noch nennenswerte Erträge abwerfen und die Inflation das mühsam Angesparte Jahr für Jahr ein Stück weit entwertet, sehen sich immer mehr Menschen in Deutschland vor die Notwendigkeit gestellt, ihr Geld am Kapitalmarkt anzulegen und somit dem schleichenden Wertverlust entgegenzuwirken. Die Welt der Geldanlage ist jedoch für den unerfahrenen Sparer überaus unübersichtlich, denn es existieren unzählige Möglichkeiten, Produkte und Strategien, die jeweils eigene Vorzüge und Nachteile mit sich bringen und deren Verständnis ein gewisses Maß an Einarbeitung erfordert. Besonders die Frage, ob man sein Geld lieber in aktiv verwaltete Anlagefonds oder in börsengehandelte Indexfonds investieren sollte, beschäftigt zahlreiche Anleger und führt immer wieder zu lebhaften Auseinandersetzungen unter Fachleuten. Der folgende Text unternimmt den Versuch, die verschiedenen Formen der kollektiven Geldanlage umfassend und verständlich darzustellen, die steuerlichen Rahmenbedingungen zu erläutern und die jeweiligen Stärken und Schwächen der unterschiedlichen Ansätze sorgfältig gegeneinander abzuwägen, damit der Leser eine fundierte Grundlage für seine eigenen Anlageentscheidungen erhält.

Das Grundprinzip der kollektiven Geldanlage

Ein Anlagefonds ist im Kern dafür verantwortlich, das Geld mehrerer Anleger zu bündeln und gemeinsam in verschiedene Wertpapiere zu investieren. Dabei wird das gesammelte Kapital in viele einzelne Bestandteile aufgeteilt, wie etwa in Anteilsscheine an Unternehmen oder in verschiedene Schuldverschreibungen. Auf diese Weise erhalten auch Anleger, die kein großes Vermögen vorweisen können, die Möglichkeit, ihre geringen Beträge dennoch in einen breit gefächerten Wertpapierkorb anzulegen und somit von einer Streuung zu profitieren, die ihnen als Einzelanleger verwehrt bliebe. Es gibt mehrere Arten von Anlagefonds, denn nicht alle Fonds werden auf die gleiche Weise verwaltet und verfolgen nicht dieselben Ziele. Die klassischen Formen, wie die Investmentfonds und die börsengehandelten Indexfonds, investieren für die Sparer in ausgewählte Anlageklassen, Wirtschaftszweige und geografische Regionen.

Das Gesamtvolumen des Fonds wird in einzelne Anteile aufgespalten, die dann von den Sparern gehalten werden und deren Wert sich nach der Entwicklung der enthaltenen Wertpapiere richtet. Börsengehandelte Indexfonds werden häufig als passive Geldanlage behandelt, es gibt aber auch aktive Ausgestaltungen dieser Produktgattung. Die herkömmlichen Investmentfonds werden zudem nicht an der Börse gehandelt, sondern direkt über die Fondsgesellschaft gezeichnet und zurückgegeben. Deswegen sind sie dementsprechend weniger liquide als ihre börsengehandelten Pendants, die an der Börse notiert werden und dort jederzeit gekauft und verkauft werden können. Die Spekulationsfonds stellen eine besondere Form der Anlagefonds dar, die sich eher an Pensionskassen und Versicherungen richten, während Privatanleger nur selten Zugang zu solchen Produkten erhalten.

Steuerliche Vergünstigungen und staatliche Förderung der Geldanlage

Anleger können sich in Deutschland auf steuerliche Vergünstigungen und staatlich geförderte Anlageprodukte stützen, die den Aufbau eines langfristigen Vermögens am Kapitalmarkt erleichtern sollen. Die deutsche Regierung verfolgt mit diesen Maßnahmen das Ziel, die langfristige Geldanlage am Kapitalmarkt voranzutreiben und die Bürger dazu zu ermutigen, sich frühzeitig um ihre finanzielle Zukunft zu kümmern. Wer Steuern sparen möchte, sollte zunächst auf den sogenannten Sparerpauschbetrag zurückgreifen, der einen bestimmten Freibetrag für Kapitalerträge vorsieht. Man kann einfach einen Freistellungsauftrag an seine Bank oder an seinen Vermögensverwalter schicken, so muss man auf Kapitalerträge bis zu einer bestimmten Höhe für ledige Personen und bis zum doppelten Betrag für Paare keine Steuern zahlen. Wenn man keinen Freistellungsauftrag eingereicht hat, kann man sich die bereits gezahlte Steuer auf Kapitalerträge durch die jährliche Einkommensteuererklärung zurückholen.

Sicherlich hat man auch schon einmal von den verschiedenen Formen der staatlich geförderten Altersvorsorge gehört, die nach den Namen ihrer politischen Urheber benannt sind, oder von der allgemeinen betrieblichen Altersvorsorge. Diese Vorsorgeformen werden tatsächlich auch staatlich gefördert und sind fachlich so komplex, dass man sie kaum in wenigen Sätzen hinreichend erklären kann. Auch wenn das gesamte Thema der Altersvorsorge und der steuerlichen Behandlung von Kapitalerträgen ziemlich kompliziert ist, sollte man sich trotzdem ausgiebig damit beschäftigen, denn Unwissenheit kann in diesem Bereich bares Geld kosten. Die staatliche Förderung ist dabei an bestimmte Voraussetzungen gebunden, die je nach Produkt und persönlicher Situation unterschiedlich ausfallen können. Eine sorgfältige Beratung durch einen unabhängigen Fachmann kann in diesem Zusammenhang sehr hilfreich sein, um die individuell beste Lösung zu finden.

Das allgegenwärtige Risiko der Kapitalanlage

Eine Kapitalanlage ist immer mit einem gewissen Risiko verbunden, und dieser Umstand sollte jedem Anleger stets bewusst sein. Man sollte sich deshalb stets darüber im Klaren sein, dass man sein gesamtes Vermögen zu jeder Zeit verlieren kann, wenn die Märkte sich unerwartet und drastisch nach unten entwickeln. Auch Wertentwicklungen der Vergangenheit und diverse Prognosen für die Zukunft sind nicht immer zuverlässig und bieten keine Garantie für künftige Erträge. Die Geschichte der Finanzmärkte ist voller Beispiele, in denen scheinbar sichere Anlagen innerhalb kürzester Zeit erhebliche Verluste erlitten haben. Daher ist es von größter Wichtigkeit, dass man niemals Geld investiert, dessen Verlust man sich nicht leisten kann, und dass man stets eine ausreichende Reserve für unvorhergesehene Ausgaben bereithält.

Die Frage nach der richtigen Strategie: aktiv oder passiv

Viele Anleger fragen sich, ob das aktive oder das passive Investieren besser zu ihnen passt, und diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Fest steht jedoch, dass die meisten aktiv verwalteten Fonds auf Dauer nicht in der Lage sind, den allgemeinen Markt in Bezug auf die Rendite nach Abzug aller Kosten zu schlagen. Während man bei einem aktiven Fonds mit festen und vergleichsweise hohen Gebühren rechnen kann, sind die Kosten bei passiven Fonds eher gering. Teilweise fallen die Kosten bei aktiven Produkten sogar noch höher aus, wenn besonders erfolgreich gehandelt wurde und erfolgsabhängige Vergütungen fällig werden. Börsengehandelte Indexfonds sind dagegen sehr günstig in der laufenden Verwaltung.

Oft werden die aktiv verwalteten Fonds viel zu groß und zu breit angelegt, um noch eine eigenständige Strategie verfolgen zu können. Daher kann es sein, dass ein aktiv verwalteter Fonds zu einem sehr großen Teil einen Index nachbildet, der dann aber auch in manchen Bereichen von diesem abweicht, um das aktive Produkt gegenüber den Anlegern zu rechtfertigen. Viele Fonds werden aufgrund ihrer schieren Größe also nur noch halbaktiv verwaltet, was die Unterscheidung zwischen aktiv und passiv zunehmend verschwimmen lässt. Aus diesem Grund ist eine klare Abgrenzung zwischen aktiv und passiv verwalteten Fonds sehr schwierig, denn die Unterschiede sind teilweise sehr gravierend und in anderen Fällen kaum noch erkennbar. Der Anleger steht somit vor der Herausforderung, die tatsächliche Strategie eines Fonds genau zu prüfen, bevor er eine Anlageentscheidung trifft.

Die Vorzüge börsengehandelter Indexfonds

Börsengehandelte Indexfonds werden in der Regel passiv verwaltet und nicht aktiv betrieben, was bedeutet, dass ein bestimmter Index möglichst genau nachgestellt wird. Dementsprechend gibt es Indexfonds auf Währungen, auf Anteilsscheine an Unternehmen, auf Immobilien oder auf andere Anlageprodukte, die dem Anleger eine breite Palette an Möglichkeiten eröffnen. Wenn man sich für Indexfonds entscheidet, kann man mit sehr geringen laufenden Kosten rechnen, die deutlich unter denen aktiv verwalteter Produkte liegen. Zudem bieten sie den Zugang zu vielen Anlagemöglichkeiten, die dem einzelnen Sparer sonst verschlossen blieben. Noch vor einigen Jahren war es Privatanlegern gar nicht möglich, in börsengehandelte Indexfonds zu investieren, denn lediglich große institutionelle Anleger konnten die Vielfalt dieser Produkte nutzen.

In der heutigen Zeit ist es mittlerweile jedem Menschen möglich, weltweit in Anteilsscheine, Schuldverschreibungen oder Rohstoffe zu investieren, ohne dafür ein großes Vermögen mitbringen zu müssen. Börsengehandelte Indexfonds sind sehr liquide, da sie an der Börse gehandelt werden und somit jederzeit gekauft und verkauft werden können. Große und auch kleine Anleger können dementsprechend in diese Produkte investieren und von ihrer Flexibilität profitieren. Indexfonds können zur kurzfristigen Absicherung, zur Spekulation oder aber auch für eine langfristige Anlage eingesetzt werden, was ihre Vielseitigkeit unterstreicht. Nicht umsonst sind börsengehandelte Indexfonds in den letzten Jahren immer beliebter geworden und machen mittlerweile einen großen Anteil des weltweit verwalteten Kapitals aus.

Die Schattenseiten der passiven Nachbildung

Ein großer Nachteil von Indexfonds ist, dass man nur Gewinne auf Marktniveau erhalten kann, genauso wie man das allgemeine Marktrisiko vollständig trägt. Anleger erhalten also nur die übliche Rendite und das passende Marktrisiko, ohne dass ein Verwalter versucht, durch geschickte Auswahl eine bessere Wertentwicklung zu erzielen. Wenn man mehr Risiko eingehen möchte, um eine höhere Rendite zu erzielen, dann sollte man das aktive Management wählen, das gezielte Abweichungen vom Gesamtmarkt ermöglicht. Das bedeutet zwar wesentlich mehr Arbeit für den Verwalter und auch die Gewinnerzielung ist nicht wirklich leicht, allerdings werden die etwas höheren Kosten dadurch gerechtfertigt, dass ein anderes Chancen-Risiko-Verhältnis angestrebt wird. Die Anleger bekommen so die Möglichkeit, sich nicht mehr ausschließlich nach dem Gesamtmarkt richten zu müssen.

Das heißt, dass ein aktives Management in bestimmten Fällen eine bessere Lösung darstellt, da durch gezielte Auswahl gute Werte erzielt werden können, die über der allgemeinen Marktentwicklung liegen. Das Chancen-Risiko-Verhältnis ist beim passiven Management für den einzelnen Anleger also eher starr vorgegeben und lässt wenig Spielraum für individuelle Anpassungen. Man sollte daher nicht ausschließlich darauf achten, ob aktiv verwaltete Produkte höhere Kosten mit sich bringen, denn gute Produkte mit nachweislich erfolgreicher Strategie sind der wahre Schlüsselfaktor für eine gelungene Geldanlage. Gute Fonds erfordern ein wenig Recherche und Geduld, denn nicht überall sind sie leicht zu finden, und die Spreu vom Weizen zu trennen verlangt ein gewisses Maß an Sachverstand. Wer bereit ist, diese Mühe auf sich zu nehmen, wird mitunter belohnt durch Produkte, die den Markt über lange Zeiträume hinweg schlagen können.

Warum das aktive Investieren für den Markt unverzichtbar ist

Wenn die Märkte funktionieren sollen, dann müssen auch die Börsen funktionieren, und dafür braucht es aktive Teilnehmer, die durch ihre Entscheidungen für Angebot und Nachfrage sorgen. Aktive Investoren sorgen also für das notwendige Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage an der Börse und gewährleisten auf diese Weise eine faire Preisbildung. Werden genügend Produkte angeboten und ist die Nachfrage für ein bestimmtes Wertpapier vorhanden, kommt es zu einer fairen und marktgerechten Bewertung. Das aktive Management spielt auf dem Markt eine sehr wichtige Rolle und sorgt ebenso dafür, dass eine faire Preisbildung zustande kommt, von der letztlich alle Marktteilnehmer profitieren. Beim aktiven Management sucht man am Markt nach neuen Ansätzen und Bewertungen, wobei alle aktiven Verwalter meist verschiedene Ansichten haben und dadurch eine produktive Vielfalt der Meinungen entsteht.

Der Markt wird durch diese Vielfalt der Einschätzungen liquide und funktionsfähig, denn ohne abweichende Meinungen gäbe es keinen Handel und keine Preisfindung. Unternehmen sind erst durch gut laufende Märkte sinnvoll an der Börse gelistet und können diese als Finanzierungsplattform nutzen, um sich Kapital für ihr Wachstum zu beschaffen. Der Markt bewegt das Kapital eher zu gut dastehenden Unternehmen, die durch ihre Geschäftstätigkeit überzeugen und eine vielversprechende Zukunftsperspektive bieten. Weniger gute Unternehmen erhalten dementsprechend auch weniger oder sogar gar kein Kapital von den Anlegern. Die schlechten Unternehmen scheiden dann logischerweise auch irgendwann aus dem Markt aus, was eine gesunde Auslese darstellt und die Gesamtqualität der gelisteten Unternehmen erhöht.

Die volkswirtschaftliche Bedeutung aktiver Anlageentscheidungen

Manche Fachleute der Finanzwelt sprechen immer wieder davon, dass das aktive Investieren ein wichtiges Element des wachsenden Wohlstandes ist und dass eine reine passive Anlagestrategie langfristig die Funktionsfähigkeit der Märkte untergraben könnte. Wer eher passiv investiert, tut das oft ohne jede Qualitätsprüfung der einzelnen Werte, was wiederum für unsichere Märkte sorgt, da das Kapital nicht zielgerichtet und sicher bereitgestellt werden kann. Wenn man zum Beispiel sein Kapital in einen Indexfonds investiert, dann wird das Geld lediglich nach der Gewichtung des Index verteilt. Das heißt, dass jeder im Index enthaltene Wert mit einem bestimmten Betrag bedacht wird, unabhängig davon, ob das betreffende Unternehmen gesund oder angeschlagen ist. Wenn man dieses Vorgehen aus Sicht eines aktiven Managements betrachtet, machen solche Investitionen wenig Sinn, denn es gibt einfach keinen vernünftigen Grund, den gleichen Geldbetrag in eine gute und in eine schlechte Aktie zu stecken.

Auch macht es aus dieser Perspektive keinen Sinn, dass man überhaupt Geld in ein Unternehmen investiert, dessen Geschäftsmodell erkennbar nicht tragfähig ist und dessen Zukunftsaussichten düster erscheinen. Wenn man passiv investiert, werden viele Unternehmen einheitlich bewertet, unabhängig von ihrer tatsächlichen Leistungsfähigkeit, und das führt zu einer gewissen Ineffizienz an den Kapitalmärkten. Dementsprechend kann es sein, dass passive Investitionen in der Zukunft von einigen Schwankungen überrascht werden, die bei einer sorgfältigen Einzelprüfung der Werte hätten vermieden werden können. Wie man nun weiß, werden die Unternehmen beim passiven Investieren gleichgeschaltet, was jedoch aus volkswirtschaftlicher Sicht nicht wirklich sinnvoll ist, da es die Lenkungsfunktion des Kapitals beeinträchtigt. Die Märkte brauchen aktive Teilnehmer, die durch ihre Forschung und ihre Entscheidungen dafür sorgen, dass das Kapital dorthin fließt, wo es am produktivsten eingesetzt wird.

Individuelle Anforderungen an die Geldanlage

Auch wenn es für die meisten Personen durchaus sinnvoll ist, ihr Geld in irgendeiner Art und Weise am Kapitalmarkt anzulegen, haben die einzelnen Anleger ganz unterschiedliche Vorstellungen und müssen dementsprechend auch anders handeln. Dabei kommt es immer auf das Alter, das verfügbare Kapital, die Familienumstände und auch auf den Gesundheitszustand an, denn all diese Faktoren beeinflussen die Anlageentscheidung maßgeblich. Aufgrund dieser Kriterien können die Anforderungen an die Geldanlage stark auseinandergehen, und es gibt keine Lösung, die für jeden Menschen gleichermaßen passend wäre. Während manche Personen mit einer kleinen Rendite und einem sehr geringen Risiko im Jahr auskommen, gehen andere Anleger ein sehr hohes Risiko ein, um eine entsprechend hohe Rendite zu erwirtschaften. Das passive Management kann diesen individuellen Anforderungen nur schwer gerecht werden, da es per Definition keine Rücksicht auf die persönliche Situation des einzelnen Anlegers nimmt.

Jedes Anlagevorhaben benötigt also eine andere Lösung, die auf die spezifischen Bedürfnisse und Umstände des Investors zugeschnitten ist. Wenn man eine hohe Rendite erzielen möchte, muss man ein gewisses Risiko eingehen, denn ohne Risiko gibt es am Kapitalmarkt keine überdurchschnittlichen Erträge. Deshalb sollte man aktiv verwaltete Fonds suchen, die es über einen langen Zeitraum geschafft haben, den Gesamtmarkt zu schlagen und ihren Anlegern einen echten Mehrwert zu bieten. Nicht immer schaffen es aktiv verwaltete Fonds, den allgemeinen Markt zu schlagen, und man sollte sich keiner Illusion hingeben. Eine Sache sollte einem deshalb klar sein: Wo Gewinner zu finden sind, gibt es auch Verlierer, und als Anleger sollte man sich deshalb immer genau über die Fonds informieren, vor allem dahingehend, ob sie dauerhaft Gewinne einbringen konnten.

Das Wesen des aktiven Fondsmanagements

Wie bereits erläutert wurde, gibt es aktive und passive Investmentfonds, die sich grundlegend in ihrer Verwaltungsweise unterscheiden. Der Fondsverwalter entscheidet bei aktiven Investmentfonds über die Investitionen auf dem Aktienmarkt und wählt gezielt jene Werte aus, die seiner Einschätzung nach das größte Potenzial bieten. Fondsverwalter suchen sich die Wertpapiere jedoch keineswegs unwillkürlich heraus, denn hinter jeder Auswahl steckt eine ausgearbeitete Strategie, die auf gründlicher Analyse und langjähriger Erfahrung beruht. Es spielt dabei keine Rolle, ob es sich um einen Aktienfonds, einen Anleihenfonds oder einen Mischfonds handelt, denn das Prinzip der gezielten Auswahl gilt für alle Gattungen. Im Allgemeinen ist der Verwalter überzeugt davon, mithilfe seiner ausgearbeiteten Strategie und mit seinen auserwählten Wertpapieren auf Dauer besser abzuschneiden als der Markt selbst.

Der Fondsverwalter versucht also, eine Überrendite zu erwirtschaften, die über dem liegt, was der breite Markt seinen Teilnehmern bietet. Um dieses Ziel jedoch zu erreichen, muss er sehr viel Geduld und Zeit investieren, denn die Analyse von Unternehmen, Märkten und wirtschaftlichen Zusammenhängen ist eine anspruchsvolle und zeitaufwendige Tätigkeit. Nicht umsonst bekommt ein Fondsverwalter für seine Tätigkeit eine relativ hohe Gebühr, die seine Expertise und seinen Arbeitsaufwand widerspiegelt. Die erfolgreiche Investition kommt nicht von allein, dabei spielt es keine Rolle, ob man aktiv oder passiv investiert, denn auch die passive Anlage erfordert eine sorgfältige Auswahl des richtigen Produkts und eine regelmäßige Überprüfung der eigenen Strategie. Letztlich ist jede Form der Geldanlage mit Aufwand verbunden, und wer diesen Aufwand scheut, wird langfristig kaum zufriedenstellende Ergebnisse erzielen.

Was die Wissenschaft über aktive und passive Anlage sagt

Einige wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass aktive Investitionen auf Dauer den Gesamtmarkt nicht überbieten können, und der Hauptgrund dafür sind eigentlich die anfallenden Gebühren. Neben einer einmaligen Ausgabeaufschlag kommen auch noch jährliche Verwaltungsgebühren hinzu, die die Rendite schmälern. Damit man die Gebühren irgendwie wieder ausgleichen kann, müssen sich die aktiven Fonds überdurchschnittlich gut entwickeln, und nur so kann die Marktrendite nach Kosten überschritten werden. Jedoch kann man tatsächlich nicht sagen, dass die aktiven Verwalter immer die besten Wertpapiere heraussuchen, denn auch sie unterliegen Irrtümern und Fehleinschätzungen. Selbst die aktiven Fondsverwalter orientieren sich nämlich oft an einem Index, sodass sich die jeweilige Anlagestrategie kaum von passiven Investitionen unterscheidet.

Aus diesem Grund konnten sich börsengehandelte Indexfonds Jahr für Jahr steigern und einen immer größeren Anteil am verwalteten Vermögen auf sich vereinen. Aktuelle Studien besagen, dass passive Investitionen auch diverse Vorteile zu bieten haben, und dabei wurden die Nischenmärkte sowie alle Fonds, die aufgrund schlechter Wertentwicklung aufgelöst werden mussten, ganz genau untersucht. Die Forscher gingen zunächst davon aus, dass die aktiv verwalteten Fonds wesentlich besser abschneiden müssten, doch in den effizienten Märkten entwickelten sich die passiven Fonds besser als die Vergleichs-Portfolios. Aktiv verwaltete Investmentfonds erwirtschaften aufgrund ihres Risikomanagements eine relativ hohe Rendite in schwierigen Marktphasen. Während die aktiven Verwalter die Verluste bei fallenden Märkten verringern können, muss man bei Indexfonds den drohenden Verlust vollständig hinnehmen, da kein Verwalter eingreift, um das Portfolio umzuschichten.

Die Langzeitperspektive und die Kombination verschiedener Fonds

Die Aussage über die Überlegenheit aktiven Managements in fallenden Märkten ist jedoch nicht ganz richtig, wenn man dieses Prinzip über einen längeren Zeitraum betrachtet, denn in aufsteigenden Märkten hinkt der aktiv verwaltete Fonds dem Gesamtmarkt oft hinterher. Die Überrendite des Gesamtmarktes nimmt sogar mit der Länge des Untersuchungszeitraumes zu, was für die passive Anlage spricht. Ein Wertpapierkorb ist normalerweise die perfekte Kombination aus verschiedenen Anlagetechniken, und man sollte sich nicht auf eine einzige Strategie verlassen. Schaut man sich einmal Portfolios an, die mehrere Fonds aufweisen, so stellt man fest, dass die Mischung entscheidend ist für den langfristigen Erfolg. Einige Untersuchungen haben ergeben, dass das Endergebnis für die Verwalter selbst negativer ausfiel, wenn mehr Fonds mit aktivem Management in den besagten Portfolios enthalten waren.

Fest steht jedoch: Wenn mehrere aktiv verwaltete Fonds pro Anlagemöglichkeit im Portfolio enthalten sind, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Rendite höher ausfällt als der im Voraus festgelegte Vergleichsindex. Ein Wertpapierkorb aus Indexfonds ist also sehr schwer zu überbieten, und man muss nur noch einen leichten und kostengünstigen Weg finden, den man gehen kann. Die Kosten einer passiven Geldanlage betragen pro Jahr knapp ein halbes Prozent vom investierten Kapital und sind somit deutlich geringer als die der aktiven Geldanlage. Diese aktiven Ausgaben betragen um die zwei und ein Viertel Prozent und fressen einen erheblichen Teil der möglichen Rendite auf. Es gibt genügend Untersuchungen, die sich mit investierbaren und verfügbaren Investmentfonds beschäftigen und die dem Anleger eine fundierte Entscheidungsgrundlage bieten können, sofern er bereit ist, sich eingehend mit der Materie auseinanderzusetzen.