Der verlorene Zauber der Liebe: Warum die Anziehung zwischen Mann und Frau vergeht und wie sie bewahrt werden kann

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Die Liebe zwischen Mann und Frau gehört zu den stärksten und zugleich rätselhaftesten Kräften im menschlichen Dasein. Sie vermag Menschen zu verzaubern, ihnen Flügel zu verleihen und ihnen das Gefühl zu geben, die ganze Welt liege ihnen zu Füßen. Und doch ist sie zugleich zerbrechlich, vergänglich und anfällig für Missverständnisse, die sich Tag für Tag einschleichen, bis von der einstigen Leidenschaft nur noch Asche übrig bleibt. Die folgenden Gedanken widmen sich der Frage, warum der erste Rausch der Verliebtheit so häufig in Ernüchterung, Streit und Trennung mündet, und sie zeigen einen Weg auf, wie Mann und Frau ihre grundlegende Verschiedenheit nicht als Hindernis, sondern als Quelle dauerhafter Zuneigung begreifen können. Dabei dient das Bild zweier verschiedener Planeten als Gleichnis für die tiefgreifenden Unterschiede, die zwischen den Geschlechtern bestehen und die es zu erkennen gilt, bevor die Liebe an ihnen zerbricht.

Der Rausch des Verliebtseins und seine blinden Versprechen

Immer wenn wir uns verlieben, fühlen wir uns wie von einem unsichtbaren Zauberstab berührt, der die Welt in ein warmes, goldenes Licht taucht. Wir können uns beim besten Willen nicht vorstellen, dass dieses überwältigende Gefühl jemals zu Ende gehen soll, und jeder Gedanke an ein mögliches Ende erscheint uns absurd und undenkbar. Wir sehen alles durch eine rosarote Brille, die jede Unebenheit glättet und jeden Makel verschwinden lässt. Die Probleme, die unsere Eltern miteinander hatten, die Streitereien und das Schweigen, die unsere Kindheit prägten, scheinen für uns keine Rolle mehr zu spielen, denn wir sind überzeugt, dass unsere Liebe anders ist, stärker und unzerstörbar. Wir glauben mit jeder Faser unseres Herzens, dass unsere Zuneigung niemals sterben wird und dass wir dazu bestimmt sind, bis ans Ende aller Tage glücklich zusammenzuleben, unerschütterlich und allen Widrigkeiten zum Trotz.

Dieses Gefühl der grenzenlosen Zuversicht und der bedingungslosen Hingabe ist so alt wie die Menschheit selbst und hat nichts von seiner Kraft verloren. Es erfasst uns mit derselben Wucht wie unsere Vorfahren und lässt uns für einen Augenblick vergessen, dass die Welt auch Schatten kennt. In diesem Zustand der Verliebtheit sind wir bereit, alles zu geben und alles zu empfangen, ohne zu fragen und ohne zu rechnen. Wir öffnen unser Herz weit und lassen den anderen Menschen hinein, ohne Schutzmauern und ohne Vorbehalt. Es ist, als kehrten wir zurück an einen Ursprung, an dem alles einfach und klar war und an dem die Liebe noch keine Wunden kannte.

Die Ankunft der Marsmänner auf der Venus

In diesem Zustand des Verliebtseins fühlen wir uns genau wie unsere Vorfahren, die Marsmänner, als ihre Raumschiffe auf der Venus landeten und sie zum ersten Mal den Boden einer fremden, wunderschönen Welt betraten. Beim Anblick der Venusfrauen öffneten sich deren Herzen weit und hießen die Ankömmlinge willkommen, als hätten sie lange auf sie gewartet. Die Marsmänner spürten, wie ihr gesamter Körper von einer neuen, unbekannten Kraft durchströmt wurde, einer Kraft, die sie zuvor nie gekannt hatten und die ihnen das Gefühl gab, endlich am richtigen Ort angekommen zu sein. Beim Anblick der Venusfrauen empfanden sie tiefe Bewunderung und großen Respekt, eine Ehrfurcht, die so mächtig war, dass sie auf die Knie fielen, um den Frauen ihre Liebe und Ergebenheit zu bezeugen. Wie die edlen Ritter einer längst vergangenen Tafelrunde gelobten sie feierlich, die Venusfrauen mit all ihrer Energie und Macht zu schützen, ihnen zu dienen und sie niemals im Stich zu lassen.

Ihre Herzen waren voll freudiger Erwartung, denn nun hatten sie endlich die Aufgabe gefunden, diese wunderschönen Wesen zufrieden zu stellen und ihnen jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Die Marsmänner fühlten sich geliebt, angenommen und bewundert, und dieses Gefühl war so neu und so überwältigend, dass es ihnen den Atem raubte. Noch nie in ihrem gesamten Dasein hatte man ihnen ein solches Vertrauen entgegengebracht und sie auf diese offene, bedingungslose Weise angenommen, ohne Prüfung und ohne Vorbedingung. Sie spürten, dass sie nicht länger allein waren, dass jemand auf sie gewartet hatte und dass ihre Anwesenheit einen Sinn besaß. Dieses Gefühl der Zugehörigkeit und des Willkommenseins war der eigentliche Zauber, der sie mit den Venusfrauen verband und der alles andere in den Schatten stellte.

Das Erwachen der Venusfrauen in der Liebe

Auch die Venusfrauen hatten sich noch nie zuvor in ihrem gesamten Leben so geliebt, so verwöhnt und so aufrichtig angebetet gefühlt. Sie waren zutiefst dankbar für die Aufmerksamkeit und die Hingabe, die ihnen zuteilwurden, und sie fühlten sich als etwas ganz Besonderes, als ein Wesen, das es wert war, umsorgt und verehrt zu werden. Sie hatten das wundersame Gefühl, gleichzeitig frei und beschützt zu sein, eine Empfindung, die sie zuvor für unmöglich gehalten hatten, denn Freiheit und Geborgenheit schienen ihnen stets unvereinbar gewesen zu sein. Deshalb strahlten sie vor Glück, vor innerer Gelassenheit und vor einer Freude, die aus den tiefsten Schichten ihres Seins aufstieg und sich in jedem Blick, in jeder Geste und in jedem Lächeln offenbarte. Tief in ihrem Herzen fühlten sie sich voller Vertrauen und waren sich ihrer Sache so sicher, wie man sich nur einer Sache sicher sein kann.

Es war für die Venusfrauen völlig natürlich, all die Liebe, die Fürsorge und den Respekt zu spüren, die ihnen von den Marsmännern entgegengebracht wurden, denn sie hatten nie gelernt, diese Gaben in Frage zu stellen oder sich ihrer unwürdig zu fühlen. Durch die liebevolle Gegenwart der Marsmänner fühlten sie sich bestätigt, geschätzt und in ihrem gesamten Wesen anerkannt, so wie sie waren, mit allen Stärken und allen Eigenheiten. Die lang ersehnte Hilfe war schließlich eingetroffen, nach einer Zeit des Wartens und der Sehnsucht, und die Venusfrauen wussten in ihrem Innersten, dass sie diese Hilfe verdient hatten. Sie mussten nichts dafür tun und nichts dafür leisten, sondern durften einfach empfangen und sich beschenken lassen. Dieses bedingungslose Annehmen war ihre Stärke und zugleich ihr Geschenk an die Marsmänner, denn es gab diesen das Gefühl, gebraucht und gewollt zu werden.

Das Zusammenleben im Idealzustand

Die Venusfrauen und die Marsmänner lebten in jener glücklichen Zeit im Idealzustand, den sich jedes liebende Paar im Moment des Verliebtseins erträumt. Die Marsmänner nahmen die Gelegenheit wahr und dienten den Venusfrauen mit ganzer Hingabe, während die Venusfrauen sich endlich entspannen und beschenken lassen konnten, ohne schlechtes Gewissen und ohne das Gefühl, etwas zurückgeben zu müssen. Beide erfreuten sich daran, endlich zusammen zu sein und alles miteinander zu teilen, die Tage und die Nächte, die Freuden und die kleinen Sorgen des Alltags. Sie lernten sich kennen, erforschten einander monatelang mit Neugier und Staunen und erfreuten sich an ihren Unterschieden, anstatt sich an ihnen zu stoßen. Es war ihre erklärte Absicht, sich gegenseitig in ihrer Andersartigkeit zu respektieren und die Besonderheit des anderen nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung zu begreifen.

Jahrelang lebten sie in Liebe und Wohlstand zusammen, in einer Harmonie, die ihnen selbstverständlich erschien und die sie nicht hinterfragten. Sie teilten ihre Gedanken, ihre Träume und ihre Ängste, und keiner von beiden fühlte sich jemals allein oder unverstanden. Die Unterschiede zwischen ihnen waren nicht verschwunden, aber sie hatten gelernt, mit ihnen zu leben und sie als Teil des Ganzen anzunehmen. Bis sie schließlich gemeinsam die Erde bevölkerten und in den Mühen des Alltags vergaßen, dass sie von verschiedenen Planeten stammten und dass ihre Verschiedenheit kein Zufall war, sondern der eigentliche Grund ihrer Anziehung. Mit diesem Vergessen begann der langsame, schleichende Verfall dessen, was einst so wunderbar und unzerstörbar erschienen war.

Der Zerbruch des Zaubers und die Macht des Vergessens

Der Zauber der Liebe zerbrach nicht mit einem lauten Knall, sondern leise und schleichend, wie ein Riss in einer Mauer, der zunächst kaum sichtbar ist und sich dann unaufhaltsam ausbreitet. Das Wunder ihrer Zuneigung ging verloren, nicht weil es an Liebe mangelte, sondern weil das Verständnis füreinander schwand und an seine Stelle die Erwartung trat. Ihre Liebe war verschwunden, und an ihre Stelle traten Gleichgültigkeit, Unverständnis und eine wachsende Fremdheit, die beide nicht erklären konnten. Die Probleme, mit denen Mann und Frau heute konfrontiert sind, nehmen ihren Anfang in dem Augenblick, sobald sie vergessen, dass sie in ihrem Wesen grundlegend verschieden sind und dass diese Verschiedenheit kein Mangel ist, den es zu beheben gilt. Männer erwarten immer noch von Frauen, dass sie denken, fühlen und reagieren wie Männer, und sie sind enttäuscht und verärgert, wenn dies nicht geschieht.

Frauen erwarten ihrerseits von Männern, dass sie sich benehmen, einfühlen und kommunizieren wie Frauen, und sie fühlen sich verletzt und abgewiesen, wenn der Mann anders handelt, als sie es sich erhoffen. Ohne ein klares Bewusstsein für unsere Andersartigkeit können wir uns niemals dafür öffnen, einander wirklich zu verstehen und zu respektieren, denn Verständnis setzt voraus, dass wir den anderen in seiner Eigenart anerkennen und nicht nach unserem eigenen Maßstab beurteilen. Stattdessen sind wir fordernd, zurückweisend, kritisch und intolerant, und wir messen den Partner an einem Idealbild, das er niemals erfüllen kann, weil es unserem eigenen Wesen entspricht und nicht dem seinen. So wird aus der einstigen Bewunderung langsam Verachtung, aus der Zärtlichkeit wird Kälte, und aus dem Vertrauen wird ein Misstrauen, das sich wie Gift in jede Faser der Beziehung frisst. Der Zauber, der einst alles trug und alles verzieh, hat sich verflüchtigt, und an seine Stelle ist eine Leere getreten, die beide nicht zu füllen wissen.

Das wiederkehrende Sterben der Liebe

Immer wieder stirbt die Liebe, trotz der besten und liebevollsten Absichten, trotz aller Schwüre und aller Bemühungen, sie am Leben zu erhalten. Irgendwie schleichen sich die Probleme ein, leise und zunächst unbemerkt, wie ein schleichendes Fieber, das den Körper befällt, bevor man es wahrnimmt. Ressentiments bauen sich auf, Schicht um Schicht, wie Sedimentgestein, das sich über Jahre ablagert und schließlich so schwer wird, dass es die Beziehung erdrückt. Die Kommunikation bricht zusammen, und an die Stelle des Gesprächs tritt das Schweigen oder der Vorwurf, und das Misstrauen wird größer mit jedem unausgesprochenen Wort und mit jeder verletzten Erwartung. Ablehnung und Unterdrückung sind die Folge, und der Zauber der Liebe, der einst so hell und so warm schien, hat sich endgültig verflüchtigt, als habe es ihn nie gegeben.

Wie kann das passieren, fragt sich jeder, der es erlebt hat, und warum muss es so weit kommen, wenn doch beide sich einst so sehr geliebt haben? Um diese Fragen zu beantworten, wurden im Laufe der Jahrhunderte komplizierte Philosophien und psychologische Modelle entwickelt, die das Phänomen der scheiternden Liebe zu erklären versuchen. Dennoch geschieht es immer wieder nach dem gleichen Schema, in immer neuen Variationen, aber im Kern stets auf dieselbe Weise. Die Liebe stirbt, und der Mensch steht ratlos vor den Trümmern dessen, was er für ewig hielt. Tatsächlich hat fast jeder Mensch dieses Sterben der Liebe schon einmal erlebt, und die Wunde, die es hinterlässt, heilt nur langsam und nie vollständig.

Die Suche nach der Liebe und das Scheitern der Beziehungen

Täglich sind zahllose Menschen auf der Suche nach einem Partner, mit dem sie das besondere Gefühl der Liebe erleben können, jenes Gefühl, das sie aus der Verliebtheit kennen und das sie für den Rest ihres Lebens bewahren möchten. Zahllose Menschen tun sich jedes Jahr zusammen, weil sie sich lieben und weil sie glauben, dass ihre Liebe anders sei als die aller anderen, stärker und beständiger. Und doch müssen schon bald viele von ihnen ihre Beziehungen wieder beenden, weil sie das Gefühl füreinander verloren haben und weil die Ernüchterung größer war als die Kraft, die sie in ihre Liebe investiert hatten. Von denjenigen, welchen es gelingt, ihre Liebe so lange lebendig zu halten, dass sie schließlich heiraten oder eine dauerhafte Beziehung eingehen, lässt sich die Hälfte irgendwann wieder scheiden und geht auseinander, verbittert und enttäuscht. Von denen, die zusammenbleiben, bleibt wiederum die Hälfte in ihrer Beziehung unbefriedigt und verharrt in einem Zustand der inneren Leere und des stillen Leidens.

Sie bleiben zusammen, weil sie sich einander verpflichtet fühlen, wegen der Kinder, wegen des gemeinsamen Besitzes oder wegen der Angst vor dem Urteil der anderen. Oder sie bleiben, weil sie Angst haben, noch einmal von vorn anzufangen und wieder zu scheitern, und weil ihnen das bekannte Unglück erträglicher erscheint als das unbekannte Glück. Tatsächlich sind nur sehr wenige Menschen in der Lage, mit ihrer Liebe zu wachsen und sie über die Jahre hinweg lebendig zu halten, ohne dass sie zur Gewohnheit oder zur Last wird. Es ist jedoch möglich, und es ist kein unerreichbares Ideal, das nur wenigen Auserwählten vorbehalten bleibt. Wenn Männer und Frauen in der Lage sind, sich gegenseitig zu respektieren und ihre Unterschiede nicht als Bedrohung, sondern als Geschenk anzunehmen, hat die Liebe eine echte Chance, zu überdauern und zu reifen.

Der Weg zum Verständnis und die Kraft der Anerkennung

Indem wir die verborgenen Unterschiede des anderen Geschlechts verstehen lernen, können wir unsere Herzen öffnen und Liebe sowohl geben als auch annehmen, ohne Angst und ohne Berechnung. Indem wir unsere Unterschiede akzeptieren und achten, anstatt sie zu bekämpfen oder zu leugnen, können wir kreative Lösungen entdecken, durch die wir schließlich das bekommen, wonach wir uns sehnen. Wir lernen, dass der andere Mensch nicht falsch ist, wenn er anders denkt, anders fühlt und anders handelt als wir selbst, sondern dass er einfach von einem anderen Planeten stammt und nach anderen Regeln lebt. Das Wichtigste jedoch ist, dass wir lernen, wie wir unseren Partner lieben und unterstützen können, so wie er ist und nicht so, wie wir ihn gerne hätten. Liebe ist etwas Wunderbares, und sie kann von Dauer sein, wenn wir nicht vergessen, dass wir verschieden sind, und wenn wir diese Verschiedenheit als den eigentlichen Reichtum unserer Beziehung begreifen.

 

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