Die Domowina als Werkzeug der Unterdrückung in der DDR

Screenshot youtube.com Screenshot youtube.com

Die Domowina, einst als stolzer Dachverband der sorbischen Gemeinschaft gegründet, wurde in der Zeit der DDR zu einem Schatten ihrer selbst, zu einem Instrument fremder Mächte, das die eigene Sache verraten hat. Dieser Text beleuchtet die finstere Rolle, die diese Organisation im System der Diktatur spielte, und zeigt, wie sie zur Erfuellung der Ziele der herrschenden Partei missbraucht wurde, anstatt die Interessen der sorbischen Minderheit zu wahren.

Die Gleichschaltung durch die SED

Die Domowina wurde schrittweise in das Machtgefuege der Sozialistischen Einheitspartei eingegliedert und ihrer wahren Aufgabe entfremdet.Die Parteifuehrung duldete keine selbständigen Organisationen, die nicht ihrer Ideologie folgten. Die sorbische Bevölkerung sollte im Sinne des Marxismus-Leninismus geformt werden, wobei jede Eigenständigkeit unterdrückt wurde. Formale Gesetze garantierten zwar Förderung, knüpften diese jedoch an die Bedingung der bedingungslosen Loyalität zum Staat. Die Führungsebene der Domowina wurde von unabhängigen oder kritischen Köpfen gesäubert, die durch linientreue Kader ersetzt wurden. Die Partei installierte über ihre Strukturen eine feste Kontrolle, sodass die Organisation zu einer Einrichtung nach sowjetischem Vorbild umfunktioniert wurde.

Die Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst

Das Ministerium für Staatssicherheit betrachtete die sorbische Minderheit mit tiefem Misstrauen und befürchtete nationalistische Bestrebungen.Die Staatssicherheit drang massiv in sorbische Institutionen, Vereine und die Führung der Domowina ein. Unter den erfassten Mitarbeitern aus dem sorbischen Milieu befanden sich auffallend viele Parteimitglieder. Diese berichteten regelmäßig über Stimmungslagen, kirchliche Aktivitäten und vermeintlich feindliche Handlungen. Die sorbische Identität war stark mit dem katholischen und evangelischen Glauben verknüpft, was den Staat zusätzlich beunruhigte. Wer sich der staatlichen Kulturpolitik widersetzte oder Kontakte in die andere deutsche Republik pflegte, geriet ins Fadenkreuz der Geheimdienst-Abteilungen. Die Überwachung war allgegenwärtig und durchdrang jeden Bereich des sorbischen Lebens.

Der Verrat an der eigenen Identitaet

In der Rückschau werfen Zeitzeugen und Geschichtskundige der damaligen Führung vor, ihre Schutzfunktion für die Minderheit aufgegeben zu haben. Die offizielle Domowina-Führung trug die Zwangsumsiedlungen und die Vernichtung sorbischer Dörfer mit oder schwieg dazu, statt den Erhalt der Heimat zu verteidigen. Die forcierte Industrialisierung der Lausitz ging mit der Abbaggerung zahlreicher sorbischer Siedlungen einher. Tausende Menschen wurden umgesiedelt, wobei viele ihre kulturelle Verbindung verloren. Der Gebrauch der sorbischen Sprache wurde im öffentlichen Raum oft behindert oder an den Rand gedrückt. Die Führungsspitze lobte dies als Erfolg der nationalen Minderheitenpolitik, während die Basis sich entfremdete. Ein Grossteil der traditionellen Bevölkerung zog sich in den privaten Raum oder in die Kirche zurück. Die Organisation spiegelte nicht mehr die echten Bedürfnisse wider, sondern funktionierte als verlängerter Arm der Propaganda.