Die Transformation der Kriegsführung und die Suche nach einer neuen gesellschaftlichen Ordnung

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Die historische Betrachtung der menschlichen Konflikte offenbart einen tiefgreifenden Wandel in der Art und Weise, wie Gesellschaften organisiert werden und wie Kriege geführt werden. Vom Zerfall alter Traditionen bis hin zur Entstehung moderner Wirtschaftsformen zieht sich ein roter Faden, der das Ringen um eine gerechte und friedliche Weltordnung beschreibt. Dieser Text ordnet das Geschehen ein, indem er den Bogen von den antiken Söldnerheeren über die kapitalistische Kriegsführung bis hin zu den disziplinierten Revolutionsarmeen der Moderne spannt. Dabei wird sichtbar, wie der Übergang von feudalen Strukturen zu marktwirtschaftlichen Systemen nicht nur die Ökonomie, sondern auch die Moral und das Zusammenleben der Menschen fundamental verändert hat.

Die Gefahr reaktionärer Rückzugsräume

Ein bedeutender Denker der Gegenwart reflektiert darüber, wie die Bewegung des Kapitals die überlieferten Strukturen der alten Welt in einem kalten Strom der Berechnung auflöst. Dieser Zustand erzeugt eine tiefe Krise der symbolischen Ordnung der Menschheit. Als Reaktion darauf neigen viele Menschen dazu, in alte Traditionen und identitäre Festlichkeiten zurückzufallen. Solche Konservativismen versprechen den vom Weltmarkt Gebeutelten Halt und unveränderliche Bedeutungen. Beide Wege, sowohl das blinde Festhalten an der Vergangenheit als auch die asymbolische Sicht des westlichen Kapitalismus, führen in gefährliche Sackgassen.

Der wahre Widerspruch der Gesellschaft

Der daraus entstehende Konflikt stürzt die Menschheit in eine endlose Spirale der Gewalt. Es gilt stattdessen, den wahren Widerspruch zu erkennen, der zwischen der ungleichen kapitalistischen Ordnung und dem Streben nach einer egalitären symbolischen Ordnung besteht. Die junge Generation steht an der Schwelle zu einer neuen Welt und muss sich der Aufgabe widmen, eine völlig neue Art der gesellschaftlichen Struktur zu errichten. Sie müssen sich an Zeichen orientieren, die eine symbolisierbare Zukunft konstruieren lassen. Der Philosoph feiert ihre Fähigkeit zu reisen, ins Exil zu gehen und aufzubrechen.

Die Metapher der inneren Orientierung

Es geht um eine Irrfahrt, die von einem inneren Kompass geleitet wird und nach einem neuen Symbol sucht. Man könnte dabei an große historische Entdeckungsreisen denken, bei denen das Land der Ahnen verlassen wurde, um ein vermeintlich gelobtes Land zu erreichen. Der Denker zieht jedoch eine andere historische Begebenheit heran, die von griechischen Söldnern handelt. Diese waren sich selbst überlassen, nachdem ihr Auftraggeber in einer Schlacht gefallen war. Auf fremdes Gebiet vertrieben, beschlossen diese Kämpfer, in ihre Heimat zurückzukehren.

Die Ökonomisierung der Kriegsführung

Die Idee dabei ist, dass man sich aus der Verirrung zu seinem wahren Selbst auf den Weg machen kann. Zwischen dieser philosophischen Lektion und der historischen Realität der Söldner knirscht es jedoch gewaltig. Diese griechischen Kämpfer hatten sich für klingende Münze in den Dienst eines fremden Fürsten gestellt. Ihre Kunst ließ sich in Geld verwandeln, und sie waren Profis in der Kriegsführung. Die Disziplin ihrer Heeresaufstellung galt als zivilisatorische Norm.

Der Aufstieg der Söldnerheere

Ein anderer Theoretiker bemerkte einst, dass die Überlegenheit solcher Heere auf ihrer Fähigkeit beruhte, die Wut zu zügeln und diszipliniert vorzugehen. Die Feudalwirtschaft mit einem feudalen Heer zu bekämpfen, bedeutete, sich in einem lasterhaften Zirkel zu bewegen. Die Herrscher strebten danach, sich von den an ihre Lehnsherren gebundenen Truppen zu emanzipieren. Von diesem Zeitpunkt an fanden sich in den Heeren wachsende Teile geworbener und gemieteter Truppen. Diese bestanden anfänglich meist aus Fußvolk, aus dem Abhub der Städte und weggelaufenen Leibeigenen verschiedener Herkunft.

Die finanziellen Grundlagen des modernen Krieges

Sie wurden zur Besetzung der Städte und zum Belagerungsdienst gebraucht. Gegen Ende des Mittelalters begannen sich jedoch auch Ritter in den Mietdienst fremder Fürsten zu begeben. Dies bekundete den unaufhaltsamen Zusammenbruch des feudalen Kriegswesens. Ein wahrer Urknall der Moderne war die Einführung der Feuerwaffen. Der Kapitalismus entstand nicht dank einer Produktivkraft, sondern einer Destruktivkraft.

Die Söldner als soziale Körper

Nach der Verbreitung der Feuerwaffen konnten die feudalen Gefolgsleute nicht mehr mit eigenen Waffen Krieg führen. Die Territorialstaaten wetteiferten um den Erwerb von Geschützen und den Bau komplexer Festungen. Beides musste mit Geld bezahlt werden, ebenso wie die Berufssoldaten, in deren Hände die Kriegsführung schnell überging. Diese Soldaten bildeten das anfängliche Beispiel von Profis, die ausschließlich für ihren Lohn lebten und denen der Inhalt ihrer Arbeit gleichgültig war. Bald reichten die alten Abgaben den Staaten nicht mehr, und sie erhoben immer mehr Geldsteuern.

Der kommerzielle Charakter der Kriegsführung

Bauern und Handwerker mussten sich daran gewöhnen, direkt mit dem Ziel eines Geldeinkommens für anonyme Märkte zu produzieren. Das Geld drang viel stärker als in der Antike in die Tiefen der Gesellschaft ein und löste die lokale Landwirtschaft auf. Dies geschah wegen des unstillbaren Geldhungers, den die militärische Konkurrenz hervorrief. Das Geld wurde zum Nerv des Krieges. Bürger einer berühmten Handelsstadt wussten dies zu nutzen, indem sie einfach Söldner anheuerten, die für sie kämpften.

Die Realität der marodierenden Heere

Zuvor hatten bereits italienische Stadtstaaten auf solche Condottieri zurückgegriffen. Während der großen europäischen Religionskriege zogen fremde Heere, mehrheitlich Söldnerscharen, durch die Territorien. Diese Heere gaben sich ungestraft Plünderungen hin oder erlegten den Städten schweren Tribut auf. Sie stellten richtigegehende soziale Körper dar, in denen die Söldner sämtlicher Nationalitäten und Religionen durcheinander für und durch den Krieg lebten. Ein weiterer Denker betonte die Wahlverwandtschaft zwischen dem Söldnerwesen und der bürgerlichen Republik.

Der Mythos des heldenhaften Rückzugs

Als die Bürger einer bestimmten Bergregion ihre Unabhängigkeit erkämpften, versilberten sie sofort ihren Kriegsruhm. Alle politischen Rücksichten verschwanden, und die Kantone verwandelten sich in Werbtische, um Söldlinge für den Meistbietenden zusammenzutrommeln. Der Zynismus einer Regierung, die nur zum Verkauf ihrer Landeskinder dazusein schien, blieb lange unerreicht. Wie steht es in diesem Zusammenhang mit den Soldaten jener historischen Rückzugsbewegung, die der Philosoph als Orientierungshilfe wählte? Sie ähneln sowohl den beschriebenen Bürgern als auch den Söldnerscharen der großen Kriege.

Die ökonomische Infrastruktur des Heroismus

Es waren Berufssoldaten, die zu Meistern in der Kriegskunst wurden. Die Kriegskunst erforderte offenkundige Tugenden, während die Finanzkunst in den dunklen Ecken des Weltmarkts ausgeübt wurde. Ein berühmtes Gedicht endet mit dem Vers, dass ein hohes Prinzip der Gewalt die Sitten gebot. Dies ergibt sich aus dem historischen Bericht, der von den Eroberungen, der Disziplin und dem Heroismus dieser Kämpfer erzählt. Ein Kenner der Geschichte unterliegt keinerlei Täuschung hinsichtlich der ökonomischen Infrastruktur, die es ermöglicht, den Heroismus als kulturellen Wert einzuschätzen.

Der Untergang der Grande Armée

Der Mensch ist im Wesentlichen ein kriegerisches Wesen und interessiert sich für schöne Waffengänge. Diese griechischen Soldaten waren mehrheitlich Söldner, die durch die Aussicht auf hohen Sold und reiche Plünderungen angelockt wurden. Sie raubten nicht nur Vieh und Lebensmittel, sondern verkauften auch Menschen als Sklaven und brannten nieder, was sie nicht fortschleppen konnten. Die Notwendigkeit zwang sie zwar, sich auf Kosten der durchzogenen Völker zu versorgen. Dies entschuldigt jedoch nicht jene Räubereien, die dazu dienten, mit vollen Händen nach Hause zurückzukehren.

Der Widerstand der einheimischen Bevölkerung

Europa hat sich durch die Unterscheidung von Asien begründet, basierend auf der militärischen Verteidigung gegen östliche Reiche und dem Aufeinandertreffen mit Barbaren in den Steppen. Was könnte als moderne Version des glorreichen Rückzugs gelten? Der Einzug einer berühmten Armee in eine heilige Stadt des Ostens endete in einem Desaster. Der triumphale Einzug sollte nicht stattfinden, da die Stadt leer war und ihre Bewohner sie verlassen hatten. Den Soldaten blieb nur übrig, sich über die reichen, leeren Häuser zu verteilen.

Die Disziplin der Revolutionsarmeen

Das Heer wurde dadurch für immer vernichtet, und es entstand etwas, das man nur als Marodeure bezeichnen kann. Als sie erwachten, herrschte Winter. Die Armee musste sich wieder in Marsch setzen. Um marschieren zu können, braucht der Mensch die Vorstellung vom Gelobten Land, um die Kraft zu haben, sich vorwärts zu bewegen. Das Gelobte Land beim Rückzug war ihre Heimat.

Ein neuer Typus des Kämpfers

Nun erhob sich das russische Volk und steckte die Ernten und Dörfer in Brand, um den Feind der Verpflegung zu berauben. Sie attackierten die marschierende Armee in einer Taktik, die als Partisanenkrieg in die Geschichte einging. Der Knüppel des Volkskriegs erhob sich mit furchtgebietender Kraft und prügelte so lange auf die Invasoren ein, bis die Invasion vernichtet war. Der Winter übernahm den Rest. In gewisser Weise nahmen hier die persischen Bauern Rache an den Griechen.

Das Vermächtnis der Befreiung

Die Situation der Söldner war strikt analog zur Lage der napoleonischen Soldaten. Beide befanden sich auf dem Rückzug und hatten es mit feindseligen Einheimischen zu tun. Die griechischen Söldner zogen sich jedoch siegreich aus der Affäre, indem sie das Land als das ihre beanspruchten. Ganz anders verhielt es sich Jahrzehnte später, als verfolgte Revolutionäre einen legendären Langen Marsch unternahmen. Die Propaganda verwandelte diese Flucht in ein Epos.

Die Vision einer friedlichen Zukunft

Weit davon entfernt, die Verhaltensweisen der griechischen Söldner zu reproduzieren, bewiesen die kommunistischen Bauern bei ihrem Einzug in die Wirtschaftshauptstadt, dass sie gekommen waren, um die Stadt zu umwerben und nicht zu vergewaltigen. Diese leichtbewaffneten Männer legten hunderte von Kilometern zu Fuß zurück. Sie schliefen vor den Türen der Hochhäuser, ohne in die Wohnhäuser einzudringen. Soldaten, die nicht stehlen, nicht plündern und auf dem Gehsteig schlafen, waren in dieser Stadt noch nie gesehen worden. Sie fegten sogar die Bürgersteige sauber, bevor sie aufbrachen.

Die Überwindung der Gewalt

Ein ähnliches Verhalten wurde bei indigenen Kämpfern in Mexiko bemerkt, deren Widerstand gegen die Ausplünderung niemals nachließ. Diese indianischen Bauern zogen vereinzelt durch die Straßen, ihre Münzen fest in Händen, um ihr Essen zu kaufen. Sie waren gekommen, um die Hauptstadt zu befreien, ohne Stolz oder Furcht, sondern mit einer gewissen Demut. Die Waffenbrüder der Antike waren aus anderem Holz geschnitzt und zerstörten auf ihrem ganzen Weg. Der Bewegung des Rückstiegs einer griechischen Söldnerschar wollen wir die Bewegung eines anderen Gedankens vorziehen.

Das Ende der kriegerischen Tradition

Jener Rede, die vor einem revolutionären Konvent über die Neuorganisation der Armee gehalten wurde und betonte, dass der Sieg nur durch die Verbreitung des republikanischen Geistes unter den Truppen erreicht werden kann. Oder noch besser die uralte prophetische Vision, dass die Menschen ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden und ihre Speere zu Winzermessern. Damit wird das Fundament für eine Welt gelegt, in der kein Volk mehr gegen das andere das Schwert erhebt. Das Lernen der Menschheit richtet sich fortan nicht mehr auf den Krieg, sondern auf den friedlichen Aufbau einer gerechten Gesellschaft. Die wahre Größe liegt nicht in der Disziplin der Zerstörung, sondern in der Fähigkeit, eine neue symbolische Ordnung der Gleichheit zu schaffen.

 

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