Die faszinierende Welt der Duftgefäße als wertvolle Sammelobjekte
Screenshot youtube.comDie lange Geschichte der menschlichen Kultur ist untrennbar mit dem tiefen Streben nach ästhetischer Schönheit und dem sorgfältigen Bewahren kostbarer Substanzen verbunden. Besonders die kunstvolle Aufbewahrung von wohlriechenden Essenzen entwickelte sich über die vielen Jahrhunderte hinweg von einer rein praktischen Notwendigkeit zu einer hochgeschätzten und verehrten Kunstform. Heute betrachten Kenner diese kunstvoll gestalteten Behältnisse nicht mehr nur als einfache Verpackung, sondern als eigenständige Kunstwerke mit erheblichem finanziellem Wert. Der Markt für diese historischen Schätze erlebt eine stetige Renaissance, getrieben von leidenschaftlichen Sammelfreunden und weitsichtigen Anlegern gleichermaßen. Diese positive Entwicklung spiegelt ein tiefes Verständnis für die untrennbare Verbindung von handwerklicher Meisterschaft, historischer Bedeutung und ästhetischem Reiz wider.
Legendäre Stücke und rekordverdächtige Versteigerungen
Yves Saint Laurent erwies sich in seiner Karriere nicht nur als überaus genialer und visionärer Modeschöpfer, sondern besaß darüber hinaus auch ein außergewöhnlich sicheres Gespür für kunstvolle Objekte und gleichzeitig gewinnbringende Anschaffungen im Bereich der Kunst. Sein besonderes Interesse galt insbesondere jenen künstlerischen Nischen, die anderen Beobachtern oft vollständig verborgen blieben. Im ausgehenden vorigen Jahrhundert erwarb er bei einer namhaften Versteigerung das berühmte Duftgefäß mit dem Titel Schöner Atem, welches der anerkannte Meister Marcel Duchamp einst persönlich entworfen hatte. Dieses unter dem Namen Eau de Voilette bekannte Kleinod zeichnet sich durch eine beachtliche Höhe aus und gilt unter Kennern als wahre Kostbarkeit. Nach dem bedauerlichen Ableben des Modeschöpfers wechselte dieses besondere Stück den Besitzer und erzielte bei einem renommierten Auktionshaus in der französischen Hauptstadt einen enormen Geldbetrag.
Spektakuläre Rekorde und steigende Marktwerte
Damit wurde in diesem speziellen Sammelbereich ein neuer, spektakulärer Rekord aufgestellt, der den ursprünglichen Schätzwert bei Weitem und deutlich übertraf. Die Fachperson Beatrice Frankl, selbst eine leidenschaftliche Sammlerin und Autorin, erklärt diesen stetigen Anstieg mit der wachsenden Zahl von Interessenten bei gleichzeitig schwindendem Angebot an älteren Exemplaren. Diese natürliche Knappheit führt zwangsläufig zu einem höheren Preisniveau auf dem gesamten Markt. Dennoch gibt es auch für Einsteiger noch gewisse Möglichkeiten, in die Verpackung edler Düfte zu investieren, auch wenn wahre günstige Erwerbungen selten geworden sind. Eine große Flasche des bekannten Duftklassikers aus früheren Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts ist gegenwärtig noch für einen überschaubaren Betrag erhältlich.
Unterschiedliche Epochen und ihre Preisgestaltung
Stammt das Gefäß hingegen aus noch älteren Jahrzehnten, muss mit einem wesentlich höheren finanziellen Aufwand gerechnet werden. Dass sehr hohe Geldsummen für solche historischen Objekte investiert werden, ist mittlerweile keine Seltenheit mehr. Ein bestimmtes Exemplar in der Form einer Austernschale wurde in vergangenen Jahren in den Vereinigten Staaten von Amerika für einen sehr hohen Betrag in dortiger Währung versteigert. Dieses Kleinod trägt die unverkennbare Handschrift des prominenten Schöpfers René Lalique. Sein Sohn Marc führte diese weithin geschätzte Tradition seines Vaters fort und gestaltete unter anderem für das Haus Nina Ricci das berühmte Gefäß L’Air du Temps.
Berühmte Künstler und bedeutende Glasmanufakturen
Für solche herausragenden Stücke zahlen Sammelfreunde heute ebenfalls hohe Summen, sofern ein solches Exemplar überhaupt jemals zum Verkauf angeboten wird. Auch andere große Künstler kreierten unvergessliche Sammlerstücke für die begeisterte Nachwelt. Salvador Dalí zum Beispiel schuf zur Mitte des vorigen Jahrhunderts für das Haus Schiaparelli das Gefäß Le Roy Soleil. Dieses wurde in streng limitierter Auflage bei dem international geschätzten Hersteller Baccarat gefertigt. Baccarat gehört zusammen mit Lalique, Pochet et Du Courval, Verreries Brosse, Saint Gobain Desjonquères und Wheaton Glass Co. zu den absolut bedeutendsten Glasmarken.
Historische Wurzeln und industrielle Revolution
Duftgefäße besitzen eine lange und ehrwürdige Tradition, die bis weit in die Antike zurückreicht. In den damaligen Behältnissen wurden Kräuterauszüge und duftende Öle aufbewahrt, die vorwiegend bei rituellen religiösen Handlungen Verwendung fanden. Jene Gefäße, die heute die Sammelfreunde erfreuen, weisen jedoch eine wesentlich jüngere Geschichte auf. Der eigentliche Beginn dieser neuen Ära liegt in der industriellen Umwälzung ab der Mitte der frühen Neuzeit. Damals wurde es erstmals technisch möglich, Glas in allen erdenklichen Formen zu bearbeiten.
Formgebung und historische Entwicklung der Verpackung
Der Fantasie bei der Gestaltung von Duftgefäßen waren fortan keinerlei Grenzen mehr gesetzt. Gleichzeitig kamen Gefäße, gefüllt mit Duftwasser, verpackt und etikettiert, auf den Markt, was es der Kundschaft erheblich erleichterte. Bis zu diesem Zeitpunkt war es nämlich üblich gewesen, mit dem leeren Behältnis zum Kaufmann zu gehen und dort die duftende Flüssigkeit nachfüllen zu lassen. Bestimmte dieser Gefäße schrieben wahre Gestaltungsgeschichte, wie zum Beispiel das Gefäß für das Duftwasser Classique von Jean Paul Gaultier, das die Form eines weiblichen Torsos aufwies. Schon relativ früh interessierten sich auch Sammelfreunde für diese Objekte, obwohl die wertvollen Behältnisse anfangs nicht als separates Sammelgebiet anerkannt wurden.
Vom Nebenprodukt zum eigenständigen Sammelgebiet
Vielmehr tauchten sie vor allem im engen Zusammenhang mit anderen Sammelleidenschaften auf. Wer Porzellan, Glas oder interessante Objekte aus dem Jugendstil oder Art déco sammelte, besaß eben häufig auch das eine oder andere Duftgefäß, das zu diesem Sammelschwerpunkt passte. Inzwischen hat sich das Sammeln dieser Stücke als völlig eigenständiges Gebiet fest etabliert. Dank hochkarätiger Künstler wie Lalique und Daum wurden sie in die geheiligten Reihen der bedeutenden Sammelgebiete aufgenommen. Die Fachperson Beatrice Frankl betont, dass die Gestaltung des Gefäßes und der Verpackung sowie ein exklusiver Name und eine möglichst prominente Patenschaft für den Verkaufserfolg heute fast unumgänglich sind.
Limitierte Auflagen und erstklassige Werte
Begrenzte Sonderauflagen und die meist dem Ursprung nachempfundenen kleinen Nachbildungen hätten für einen weiteren Aufschwung unter den Sammelfreunden gesorgt, ist sich die Fachperson sicher. Zu den erstklassigen Werten gehören die bei Baccarat, Lalique oder Saint Louis in der früheren Hälfte des vergangenen Jahrhunderts entstandenen Firmenexemplare. Sie sind heute allesamt äußerst begehrte Sammelobjekte. Gläser aus der Manufaktur Baccarat können erheblich teurer sein als herkömmliches Glas. Wie bei allen Sammelobjekten entscheidet auch bei Duftgefäßen der Erhaltungszustand maßgeblich über den Preis.
Der entscheidende Einfluss des Erhaltungszustandes
Gefragt sind unberührte Gefäße in der Ursprungsverpackung. Natürlich sollten die Kostbarkeiten in möglichst einwandfreiem Zustand sein. Unbeschädigte und ungeöffnete Exemplare in der Ursprungsverpackung erzielen die absolut höchsten Preise. Für ungeöffnete Gefäße ohne Ursprungsschachtel muss man mit einem Abschlag von einem geringen Anteil des Wertes rechnen. Wurde das Gefäß bereits geöffnet, macht die Werteinbuße bis zu einem beträchtlichen Anteil aus.
Wertminderung durch Beschädigungen und fehlende Teile
Ist das Etikett beschädigt, kann dies den Wert um einen wesentlichen Teil reduzieren. Beschädigte Gefäße oder solche ohne Etikett und Verschluss sind weder als Sammelobjekte noch als Kapitalanlage wirklich geeignet. Die gleichen strengen Kriterien gelten auch für die kleinen Nachbildungen. Zu beachten ist schließlich, dass auch dieser Markt modischen Zyklen unterliegt. Noch in vergangenen Jahrzehnten standen Gefäße von Lalique besonders hoch im Kurs und erreichten bisweilen atemberaubende Preise.
Modische Zyklen und der Einfluss prominenter Vorbesitzer
Danach ging diese Begeisterung deutlich zurück. Dafür zogen die Preise für Baccarat-Gefäße spürbar an. Nicht schaden kann schließlich ein prominenter Vorbesitzer, wie der Fall von Yves Saint Laurent auf eindrucksvolle Weise belegt. Interessante Objekte sind vorrangig Gefäße von bedeutenden Glasmarken. Begrenzte Auflagen und ein großer Duftname können sich ebenfalls preissteigernd auswirken.
Anlageleitfaden und zukünftige Perspektiven
Kreationen großer Künstler sind hingegen kaum noch zu bezahlen. Hervorragende Sammler- und Anlageobjekte sind in der Epoche des Jugendstils zu finden. Das Gefäß sollte sich in der Ursprungsverpackung befinden und ungeöffnet sein. Wichtig ist es, unbedingt auf das Etikett zu achten, denn ist es beschädigt, führt dies zu erheblichen Preisabschlägen. Am besten kauft man auf Antikmärkten, in Auktionshäusern und auf speziellen Messen für Duftgefäße.

















