Wege zu einer natürlichen Ernährung und starken familiären Bindung in der ersten Lebensphase

Screenshot youtube.com Screenshot youtube.com

Die Ankunft eines neuen Lebens markiert den Beginn einer tiefgreifenden Transformation für die gesamte Familie und wirft zahlreiche Fragen zur optimalen Versorgung des Nachwuchses auf. In dieser sensiblen Phase rücken natürliche Prozesse und das Vertrauen in die biologischen Fähigkeiten des Körpers in den Mittelpunkt der Betrachtung.

Der natürliche Beginn der Ernährung

Gesunde Neugeborene finden den Weg zur Nahrung völlig instinktiv, wenn man sie nach der Entbindung auf den Oberkörper der Mutter legt. Die Kleinen beginnen mit nickenden Kopfbewegungen und strampelnden Beinchen, was nebenbei die körperliche Rückbildung der Mutter hervorragend fördert. Wenn die Kinder die Brustwarze eigenständig ersuchen dürfen, docken sie in der Regel fehlerfrei an und ersparen beiden Seiten schmerzhafte Komplikationen durch eine falsche Technik. Aus diesem Grund sollten die Eltern vorab mit dem medizinischen Personal klären, dass sie diesen natürlichen Suchreflex des Säuglings fördern möchten. Es gilt zu verhindern, dass gut gemeinte Hilfskräfte das Kind anlegen, bevor der Säugling nicht selbstständig den richtigen Weg gefunden hat, was durchaus eine ganze Stunde in Anspruch nehmen kann.

Die Bedeutung professioneller Unterstützung

Nahezu alle Mütter sind biologisch dazu in der Lage, ihren Nachwuchs zu stillen, weshalb ein tiefes Vertrauen in diesen normalen Lernprozess der Natur absolut berechtigt ist. Das Erlangen dieser Fähigkeit kann mehrere Wochen beanspruchen und gelingt umso schneller, je besser die Mütter dabei begleitet werden. Menschen lernen durch Nachahmung, weshalb gute Vorbilder und der Rat einer professionellen Beraterin bei Schwierigkeiten unverzichtbar sind. Die frischgebackene Mutter muss konsequent vor allen Personen abgeschirmt werden, die ihr schlechtes Gewissen einreden oder den Griff zum Pulverersatz nahelegen. Am besten verzichtet man schon vor der Geburt auf den Kauf von Ersatznahrung, damit diese nicht zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung wird, sofern die Mutter nicht ohnehin sicher entschieden hat, auf das Stillen zu verzichten.

Die Häufigkeit der Nahrungsaufnahme

In der Anfangsphase erfordert der Säugling alle drei Stunden oder sogar noch häufiger seine Portion, wobei tief schlafende Kinder sanft geweckt werden müssen, um die Milchbildung anzukurbeln. Mit dem ersten Wachstumsschub wirken manche Kinder so, als würden sie permanent an der Brust hängen, was bei Vätern gelegentlich die Sorge nährt, der Nachwuchs sei nicht satt. Die Hebammen überwachen die Gewichtszunahme jedoch genau, weshalb dieses Problem in der Praxis selten auftritt. Viel häufiger stillen Eltern ihre Kinder zu wenig, weil sie veralteten Mythen über alte und neue Milch glauben, die jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehren. Naturvölker füttern ihren Nachwuchs in Abständen von bis zu 15 Minuten, und wer behauptet, man dürfe nur alle vier Stunden füttern, ignoriert den aktuellen Stand der Forschung.

Die nächtliche Versorgung und Gehirnentwicklung

Die nächtliche Ernährung ist besonders wichtig, da das kindliche Gehirn in diesen Stunden ein enormes Wachstum verzeichnet. Säuglinge, die rund um die Uhr nach Bedarf versorgt werden, entwickeln einen höheren Intelligenzquotienten als Kinder, die auf ihre Nahrung warten müssen. Dieser Effekt setzt bereits ab dem ersten Lebenstag ein und rechtfertigt das häufige Aufwachen in der Nacht völlig. Der mütterliche Körper erholt sich von der Entbindung in den folgenden Wochen auch tagsüber, weshalb das Baby die Nähe der Mutter in der Dunkelheit zwingend benötigt. Wenn gut meinende Verwandte das Kind nachts wegbringen, damit die Mutter schlafen kann, stören sie den Stillstart empfindlich, da der Körper ohne die nächtlichen Reize fälschlicherweise annimmt, das Kind benötige keine Nahrung mehr.

Die väterliche Auszeit nach der Entbindung

Fachleute sind sich einig, dass gerade die ersten Tage und Wochen nach der Entbindung essenziell sind, um die Bindung zwischen Vater und Kind aufzubauen. Die Stunden unmittelbar nach der Geburt und die Tage im Wochenbett bilden das Fundament, auf dem das Neugeborene die Beziehung zu seinen direkten Bezugspersonen errichtet. Was in dieser kurzen Phase entsteht, prägt das Kind und die Eltern für das gesamte weitere Leben. Es ist daher für den Vater von größter Wichtigkeit, Zeit mit seinem neugeborenen Baby zu verbringen, es zu umsorgen und diese Zeit zu Hause statt auf der Arbeit zu verbringen. Für Mütter ist dieser Schutz durch das Mutterschutzgesetz geregelt, welches sie sechs Wochen vor dem Termin und acht Wochen nach der Geburt von der Arbeit freistellt.

Rechtliche Rahmenbedingungen und europäische Vorgaben

Für Väter existiert in Deutschland keine vergleichbare gesetzliche Regelung, sondern lediglich der Anspruch auf Lohnfortzahlung bei einer verhältnismäßig nicht erheblichen Verhinderung. In der Regel gewähren Arbeitgeber auf dieser Basis einen einzigen Tag Sonderurlaub, obwohl eine gültige europäische Richtlinie zehn Tage verbindlich vorschreibt. Diese Vorgabe hätte bis zum August 2022 in nationales Recht überführt werden müssen, was in vielen Nachbarländern bereits geschehen ist. Ob Deutschland diese Frist wahrt, bleibt fraglich, da Gegner argumentieren, die bestehenden Regelungen zur Elternzeit würden die Väter bereits besser stellen. Befürworter halten dagegen, dass die Zielrichtung beider Instrumente völlig unterschiedlich sei und der spezielle Urlaub explizit der frühen Bindung diene.

Die Verteilung der familiären Aufgaben

Ein weiteres starkes Argument für die frühe Auszeit ist die Möglichkeit, bereits in der heißen Phase des Wochenbetts eine gleichmäßige Aufgabenverteilung einzuüben. Dies ist ein überaus wichtiger Punkt, da Frauen für die Kindererziehung und die Hausarbeit pro Tag im Schnitt über 50 Prozent mehr Zeit aufwenden als Männer. Die Befürworter sprechen daher treffend von einer Freistellung und nicht von einem Urlaub, da die ersten Tage nach der Entbindung alles andere als erholsam sind. Junge Eltern haben in dieser Zeit alle Hände voll zu tun, und von echter Erholung kann in diesem Ausnahmezustand keine Rede sein. Es bleibt abzuwarten, ob die Bundesregierung die europäische Vorgabe umsetzt oder ein Vertragsverletzungsverfahren riskiert.

Die praktische Umsetzung der väterlichen Auszeit

Bis zu einer möglichen gesetzlichen Neuregelung bleibt jungen Vätern nur die Option, einen Teil ihres Erholungsurlaubs zu opfern oder direkt Elterngeld zu beantragen. Das Aufteilungsverfahren ermöglicht es, einen Teil der Vätermonate direkt nach der Entbindung zu nehmen und zu einem späteren Zeitpunkt erneut Leistungen zu beziehen. Dass diese Zeit hervorragend investiert ist, steht außer Frage, da sie der Bindung und einer funktionalen Aufgabenteilung dient. Die frühe Einbindung des Vaters stärkt das familiäre Gefüge und entlastet die Mutter in einer Phase, in der sie jede Unterstützung benötigt. So wird der Grundstein für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit gelegt, die weit über die ersten Wochen hinausreicht.

Die biologischen Ursprünge des Verzehrs der Nachgeburt

Das Internet preist regelmäßig Rezepte für den Verzehr der Nachgeburt an und verweist darauf, dass alle Säugetiere dieses Organ fressen. Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass zwar Mäuse, Hunde, Katzen und sogar Pflanzenfresser wie Schafe die Nachgeburt verzehren. Kaninchen fressen unter Umständen sogar aus Versehen das Baby gleich mit, was die Gefahr dieses instinktiven Handelns verdeutlicht. Zur Hygiene dient dieses Verhalten nur bedingt, da die Tiere die Nachgeburt auch einfach aus dem Nest werfen könnten, was deutlich schneller ginge. Die Hungerthese wurde durch Experimente an Ratten widerlegt, da selbst gut genährte Tiere die Nachgeburt fressen.

Die wissenschaftlichen Erklärungsansätze

Eine andere These besagt, dass die Nachgeburt Stoffe enthält, die schmerzlindernd wirken und die Mutter durch einen narkotisierenden Cocktail ruhig halten. Eine bekannte Anthropologin hat zudem die These aufgestellt, dass der Verzehr dazu dient, fürsorgliche Eltern oder Ersatzeltern zu formen. Bei Arten, bei denen sich auch andere Tiere intensiv um die Jungenaufzucht kümmern, sind alle Beteiligten sehr daran interessiert, die Nachgeburt zu fressen. Der Geruch von Fruchtwasser und Nachgeburt stellt einen starken Reiz dar, der Mütter und andere Helfer anzieht. Diese hormonelle Dosis soll sie zu besonders fürsorglichen Bezugspersonen machen, was den evolutionären Sinn dieses Verhaltens erklärt.

Die menschliche Flexibilität und kulturelle Entwicklung

Unter den Säugetieren gibt es interessante Ausnahmen wie Kamele, Meeressäuger und Affen, die ihre Nachgeburt nicht oder nur gelegentlich essen. Die Gattung des modernen Menschen verzehrt die Nachgeburt jedoch grundsätzlich nicht, was an unserer fehlenden starren Verhaltensprogrammierung liegt. Primaten und Menschen sind viel flexibler und weniger festgelegt als andere Säugetiere. Bei uns entwickelt sich Fürsorgeverhalten nicht primär aus hormonellen Reizen, sondern viel stärker durch Interaktionen, Empathie und kulturelle Techniken. Es gibt praktisch keine traditionellen Kulturen, in denen Mütter die Nachgeburt essen, weshalb dieser Brauch nur dann natürlich erscheint, wenn man sich auf Vorfahren aus der Trias vor rund 230 Millionen Jahren bezieht.