Die verschleierte Welt der Finanzprodukte: Wie Banken ihre Erzeugnisse verpacken und was sich wirklich dahinter verbirgt

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Die Finanzwelt umgibt sich seit jeher mit einer Sprache, die für Außenstehende kaum zu durchdringen ist. Wer sich als gewöhnlicher Sparer oder Anleger den Produkten der Banken und Investmenthäuser zuwendet, stößt auf eine Fülle von Begriffen, die mehr verbergen als erklären. Die folgenden Ausführungen beleuchten, wie Banken ihre immateriellen Erzeugnisse mit wohlklingenden Bezeichnungen versehen, welche Mechanismen hinter Verkaufsoptionen stecken und warum sogenannte Stimmungsbarometer an den Börsen in Wahrheit wenig über die tatsächliche Marktlage aussagen. Zugleich wird deutlich, wie eng Spekulation auf fallende Kurse mit dem menschlichen Hang verbunden ist, aus Krisen und Unglücken anderer einen persönlichen Vorteil zu ziehen.

Das Wesen der Bankprodukte und ihre Immateriälität

Wer den Begriff des Produkts hört, denkt unweigerlich an etwas Greifbares, an einen Gegenstand, der durch einen handwerklichen oder industriellen Herstellungsprozess entstanden ist und einen konkreten Nutzen besitzt. Ein Bücherregal aus Holz, ein Stuhl oder ein Paar Schuhe sind solche Erzeugnisse, die man anfassen, betrachten und in ihrer Beschaffenheit beurteilen kann. Bankprodukte hingegen sind immaterielle Güter, die sich nicht in die Hand nehmen lassen und deren eigentlicher Wert sich dem bloßen Blick entzieht. Zwar ist ein Sparbuch ein konkreter Gegenstand aus Papier und Pappe, doch das Entscheidende an ihm ist nicht das Büchlein selbst, sondern die darin verbriefte Spareinlage, also das Versprechen der Bank, dem Inhaber einen bestimmten Geldbetrag samt Zinsen auszuzahlen. Ähnlich verhält es sich mit der girocard, die landläufig als ec-Karte bezeichnet wird: Nicht das kleine Plastikkärtchen mit seinem Magnetstreifen steht im Vordergrund, sondern die Möglichkeit, mittels des Karteneinsatzes Bargeld abzuheben oder in Geschäften ohne Münzen und Scheine zu bezahlen.

Bankprodukte sind aus diesem Grund weder besonders ansehnlich noch besitzen sie eine sinnliche Anziehungskraft. Ihr Reiz muss ausschließlich durch die Verwendungszwecke und die versprochenen Vorteile herausgestellt werden, die sich mit ihnen verbinden. Und auf diesem Gebiet der Vermarktung erweist sich die Finanzbranche als überaus erfinderisch und schöpferisch. Was jedoch hinter den vollmundigen Versprechungen und den glänzenden Prospekten steckt, ist in vielen Fällen heiße Luft, die den Kunden mehr verwirrt als informiert. Teilweise grenzen die Darstellungen an bewusste Irreführung, denn die tatsächlichen Risiken und die wahren Eigenschaften der Produkte werden hinter einer Fassade aus wohlklingenden Formulierungen verborgen.

Die Sprache der Finanzvermarktung und ihre Tücken

Die Produktbeschreibungen und Bezeichnungen, mit denen die Finanzbranche ihre Erzeugnisse anpreist, kommen in einer lupenreinen Werbesprache daher, die sich häufig einer Mischung aus deutschen und englischen Begriffen bedient. Anleihen, die durch teils fragwürdige Forderungen besichert sind, werden dem Kunden als gedeckte Schuldverschreibungen oder als forderungsbesicherte Wertpapiere verkauft. Wertpapiere, bei denen die Rückzahlung des vom Kunden eingezahlten Geldes von bestimmten Faktoren abhängt, etwa von der Entwicklung eines Indexes oder von der Ausfallwahrscheinlichkeit bestimmter Forderungen, preisen die Bankberater als strukturierte Produkte an. Mit abgeleiteten Finanzinstrumenten gespickte Papiere vertreibt die Branche unter der Bezeichnung Zertifikate. Dieser Begriff klingt so schön nach einer amtlichen Zertifizierung im Sinne einer Qualitätsbescheinigung und erweckt den Eindruck, das betreffende Papier sei geprüft und für gut befunden worden, was mit der Realität jedoch nichts zu tun hat.

Ganz besonders abstrus werden die Produktbeschreibungen, wenn es um Fondsanlagen geht. Dem staunenden Anleger wird erklärt, der Fonds investiere in erstklassige, mit höchster Bonität bewertete Vermögenswerte. Der Kunde kann je nach seiner persönlichen Risikoneigung zwischen verschiedenen Fondsvarianten wählen, die mit verheißungsvollen Namen wie Rendite, Wachstum und Chance versehen sind. Was sich hinter diesen Begriffen tatsächlich verbirgt, wird dem Kunden jedoch nicht offen gesagt: Rendite steht für ein geringes Verlustrisiko, Wachstum bedeutet ein höheres Verlustrisiko, und Chance steht für ein sehr hohes Verlustrisiko. Kein Laie wird aufgrund dieser Begrifflichkeiten jemals vermuten, dass ausgerechnet die Variante mit dem Namen Chance das größte Risiko birgt, sein eingesetztes Kapital teilweise oder vollständig zu verlieren.

Verlustbegrenzung als Verkaufsargument

Bei allen drei Varianten gilt selbstverständlich die Beteuerung, dass das Fondsmanagement stets bemüht sei, absolute Verluste zu vermeiden. Mit absoluten Verlusten ist gemeint, dass der Kunde weniger Geld zurückerhält, als er ursprünglich eingezahlt hat. Erreicht werden soll diese Verlustvermeidung durch ein innovatives Risikomanagement, durch einen hohen Grad an Streuung der Anlagen sowie durch den Einsatz automatisierter Verlustbegrenzungsinstrumente. All diese Formulierungen klingen beruhigend und vermitteln dem Anleger das Gefühl, sein Geld sei in sicheren Händen und werde von kundigen Fachleuten umsichtig verwaltet. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass solche Versprechen in Zeiten schwerer Marktturbulenzen häufig nicht gehalten werden können und der Anleger am Ende dennoch deutliche Verluste hinnehmen muss.

Seit dem Jahr zweitausendelf gilt gemäß dem Wertpapierhandelsgesetz die Verpflichtung, dem Kunden rechtzeitig vor dem Abschluss eines Geschäfts über Finanzinstrumente ein kurzes und leicht verständliches Informationsblatt zur Verfügung zu stellen. Dieses Blatt muss sich auf jedes Finanzinstrument beziehen, auf das sich eine Kaufempfehlung bezieht. Die Pflicht zur Ausarbeitung solcher Produktinformationsblätter für alle möglichen Anlageformen, die umgangssprachlich auch als Beipackzettel bezeichnet werden, stößt der Branche jedoch sauer auf. Von Bürokratisierung ist die Rede und von einer Beeinträchtigung der Qualität der Anlageberatung. Selbstverständlich möchte die Branche in erster Linie verkaufen und sich nicht mit einer mühsamen didaktischen Aufbereitung von Produktmerkmalen beschäftigen.

Die mangelhafte Qualität der Produktinformationsblätter

Solange die Strukturen im Finanzsektor so bleiben, wie sie gegenwärtig sind, wird es weiterhin eine beachtliche Fülle verschachtelter und komplexer Bankprodukte geben, die für Nicht-Fachleute kaum nachvollziehbar sind. Eine einfache und verständliche Beschreibung solcher Produkte ist unter diesen Umständen äußerst schwierig und in manchen Fällen beinahe unmöglich. Entsprechend miserabel ist die Qualität der Beipackzettel in der Praxis, die dem Kunden eigentlich eine klare Orientierung bieten sollten. Statt Transparenz zu schaffen, verwirren viele dieser Informationsblätter den Leser zusätzlich und lassen ihn ratloser zurück, als er es vor der Lektüre war. Da ist es für die Finanzinstitute viel einfacher, sich hinter griffigen Vermarktungsformulierungen zu verschanzen und die tatsächlichen Risiken in blumige Umschreibungen zu kleiden.

Der Tod eines Visionärs und die Spekulation auf fallende Kurse

Der legendäre Gründer des Technologiekonzerns Apple, Steve Jobs, starb im Oktober seines letzten Lebensjahres, das er bereits schwer von seiner Krankheit gezeichnet verbrachte. Nachdem er im Januar eine weitere Auszeit von seiner Tätigkeit als Kopf des innovativen Unternehmens genommen hatte, wurde ein bestimmtes Video auf einer bekannten Internetplattform fünfmal häufiger angeklickt als gewöhnlich. Dieses Video zeigte Jobs bei einer Rede an der Universität Stanford im Jahr zweitausendfünf, in der er sich auch über den Tod geäußert und ihn als die beste Erfindung des Lebens bezeichnet hatte. Die zunehmende Zahl der Aufrufe dieses Videos war ein deutliches Zeichen dafür, wie sehr die Öffentlichkeit den bevorstehenden Verlust dieser prägenden Gestalt beschäftigte. Es ist nicht bekannt, wie viele der Zuschauer dieses Videos anschließend Verkaufsoptionen auf die Aktie des Unternehmens erworben haben, doch mit Sicherheit waren einige darunter, die genau diesen Schritt taten.

Die Befürchtung, mit Jobs würde Apple den entscheidenden Innovator und damit den Garanten für künftige Gewinne verlieren, war keineswegs unberechtigt. Manche Anleger dachten, dass bald schwere Zeiten auf das Unternehmen zukommen müssten, und überlegten, wie sich diese erwartete Lage finanziell ausschlachten ließe. Genauso leicht wie das Aufrufen eines kurzen Filmchens im Internet funktioniert auch das Erteilen eines Auftrages zum Kauf von Verkaufsoptionen an der Börse. Wenige Klicks genügen, und der Auftrag ist erteilt, ohne dass der Käufer dem Verkäufer jemals begegnen oder dessen Namen kennen müsste. Die Schwelle zum Einstieg in die Spekulation ist somit denkbar niedrig, und die Verlockung, aus dem drohenden Unglück eines Unternehmens Kapital zu schlagen, ist für manche Anleger unwiderstehlich.

Das Wesen der Verkaufsoption und ihre Funktionsweise

Eine Verkaufsoption ist das Gegenstück zur Kaufoption. Sie gibt dem Anleger das Recht, einen Basiswert, also ein Finanzinstrument wie etwa eine Aktie oder einen Index, innerhalb einer bestimmten Frist zu einem zuvor festgelegten Preis verkaufen zu dürfen. Der Käufer einer Verkaufsoption kann, wenn der Kurs des Basiswertes sinkt, seinem Vertragspartner die nunmehr günstiger gewordene Ware zum zuvor vereinbarten, überhöhten Preis andrehen. Damit ist diese Form der Option grundsätzlich das bevorzugte Instrument für jenen Anleger, der auf sinkende Börsenkurse setzt. Wer eine Verkaufsoption erwirbt, wettet gewissermaßen darauf, dass die Dinge schlechter werden, und verdient Geld am Niedergang.

Profiteure bei gewalttätigen Auseinandersetzungen nannte man früher Kriegsgewinnler, und das entsprechende Gegenstück an der Börse könnte man als Krisengewinnler bezeichnen. Natürlich kann man mithilfe einer Verkaufsoption auch Absicherungsgeschäfte tätigen und sein eigenes Vermögen gegen Verluste schützen. Für einen Aktienbesitzer ist es beispielsweise möglich, seine Geldanlage durch den Erwerb einer Verkaufsoption nach unten abzufedern. Wer Aktien besitzt, die er für 100 Euro je Stück gekauft hat, kann eine Verkaufsoption zum Basispreis von 100 Euro erwerben. Damit sichert er sich das Recht, innerhalb eines bestimmten Zeitraums, beispielsweise sechs Monate, die Aktie für 100 Euro an seinen Vertragspartner verkaufen zu dürfen.

Die Verkaufsoption als Absicherungsinstrument

Nach Ablauf dieser sechs Monate wird der Aktienbesitzer, sofern die Aktie dann über 100 Euro notiert, seine Papiere einfach an der Börse verkaufen, und das Optionsrecht verfällt ungenutzt. Sinkt der Kurs jedoch unter 100 Euro, wird er über die Ausübung der Option zumindest den vereinbarten Preis von 100 Euro erhalten und damit den Wert seines Aktienbestandes nach unten abgesichert haben. In diesem Fall hat die Verkaufsoption ihren Zweck als Schutzinstrument erfüllt und den Anleger vor einem größeren Verlust bewahrt. Diese Absicherungsfunktion ist der eigentliche, der ursprüngliche Sinn solcher Geschäfte und der Grund, warum sie einst geschaffen wurden. In der heutigen Praxis der Kapitalmärkte spielt dieser Aspekt jedoch nur noch eine untergeordnete Rolle gegenüber der reinen Spekulation.

Vorrangig steht der Spekulationsaspekt im Mittelpunkt der Aktivitäten der Kapitalmarktakteure, und dies lässt sich aus der immensen Fülle einschlägiger Verkaufsoptionen sowie aus den extrem hohen Handelsvolumina deutlich ablesen. Auch unbesicherte Optionsscheine, bei denen der Verkäufer keine Gegenposition hält, zeugen von der enormen Nachfrage nach Instrumenten, die auf fallende Kurse setzen. Das Geschäftsmodell beim spekulativen Einsatz der Verkaufsoption funktioniert wie folgt: Die Lage, heutzutage also hauptsächlich das Internet, wird auf Krisen oder unangenehme Nachrichten hin abgesucht, und sobald sich eine Gelegenheit bietet, steigt der Spekulant in die Verkaufsoption ein. Je schlimmer die Nachricht, desto größer die Chance auf einen schnellen Gewinn, und desto eifriger wird der Kauf getätigt.

Die Hebelwirkung und der vervielfachte Gewinn

Besonders anziehend ist bei Verkaufsoptionen der Hebel, der es dem Anleger erlaubt, mit einem verhältnismäßig kleinen Kapitaleinsatz überproportional hohe Gewinne zu erzielen. Als Beispiel diene eine Verkaufsoption auf den Deutschen Aktienindex, der die Wertentwicklung der dreißig größten deutschen Aktiengesellschaften abbildet. Den Hebeleffekt nutzt man hier dadurch, dass man einen Bruchteil des Indexwertes als Handelsbasis nimmt, vielfach ein Hundertstel. Angenommen, bei einem Indexstand von 7600 Punkten erwirbt ein Spekulant das Recht, seinem Kontrahenten innerhalb der nächsten drei Monate ein Hundertstel des Indexwertes zum Basispreis von 7600 verkaufen zu dürfen. Für dieses Recht zahlt er einen Betrag von 3,20 Euro.

Nun tut der Index dem Spekulanten den Gefallen und sinkt nach einiger Zeit auf 7100 Punkte. Er verkauft ein Instrument im aktuellen Wert von 71,00 Euro zum zuvor vereinbarten Preis von 76,00 Euro, woraus sich eine Differenz von 5,00 Euro zu seinen Gunsten ergibt. Nach Abzug der gezahlten Prämie von 3,20 Euro verbleiben ihm netto 1,80 Euro als Gewinn. Bezogen auf den Kapitaleinsatz von 3,20 Euro entspricht dies einem prozentualen Gewinn von sechsundfünfzig Prozent. Man kann diese Hebelwirkung, also den hohen prozentualen Gewinnanteil aufgrund eines geringen Kapitaleinsatzes, auch auf andere Weise verdeutlichen: Bei diesem Geschäft geht es um 7600 Euro an Indexpunkten.

Man könnte also 2375 Verkaufsoptionsrechte erwerben, denn 7600 geteilt durch 3,20 ergibt diese Anzahl. Beim letztendlich sich ergebenden Indexstand von 7100 Punkten ergeben sich 500 Euro Gewinn aus der reinen Indexwertbetrachtung, wenn man nicht die Handelsbasis eines Hundertstels nimmt, sondern jeden Indexpunkt mit einem Euro ansetzt. Durch die Aufspaltung der Basisgröße in Hundertstel erzeugt der Spekulant mithilfe seiner gesamten Optionsrechte jedoch insgesamt einen Gewinn von 4275 Euro, denn 2375 multipliziert mit 1,80 Euro ergibt diese Summe. Statt 500 Euro also 4275 Euro – das ist der gewaltige Unterschied, den der Hebel bewirkt, und zugleich der Grund, warum so viele Anleger von diesen Instrumenten magisch angezogen werden.

Das Verhältnis von Verkaufsoptionen zu Kaufoptionen als Stimmungsbarometer

Beim sogenannten Verhältnis von Verkaufsoptionen zu Kaufoptionen handelt es sich um ein Stimmungsbarometer an den Börsen, das Aufschluss über die allgemeine Stimmungslage der Marktteilnehmer geben soll. Da das Recht zum Kauf eines Finanzprodukts, also die Kaufoption, als Ausdruck von Optimismus und Zuversicht gilt, während das Verkaufsrecht, also die Verkaufsoption, als Zeichen von Pessimismus und Skepsis angesehen wird, könnte das Verhältnis dieser gegensätzlichen Positionen eine Information über die Börsenstimmung preisgeben. Bei diesem Verhältnis setzt man die Zahl oder auch den Geldwert der gehandelten Verkaufsoptionen ins Verhältnis zu den Kaufoptionen. Im Zähler stehen also die Verkaufsoptionen, im Nenner die Kaufoptionen. Ein sich hieraus ergebender Wert von mehr als eins, wenn also der Nenner kleiner ist als der Zähler, weist auf eine schlechte Stimmung und auf einen sogenannten Bärenmarkt hin.

Liegt die Ziffer hingegen unter eins, gibt es mehr Optimisten als Pessimisten, und die allgemeine Stimmung wird als freundlich eingestuft. Aber welchen Erkenntniswert leitet ein denkender Mensch aus einer solchen Kennzahl ab? Im Prinzip keinen, und dies wird deutlich, wenn man sich an einem beliebigen Tag zu zwei relativ kurz hintereinander liegenden Zeitpunkten die jeweiligen Verhältnisse ansieht. An der europäischen Terminbörse kann sich das Bild für die Aktien großer deutscher Unternehmen innerhalb einer halben Stunde erheblich verändern, ohne dass ein sachlicher Grund dafür erkennbar wäre. Bei einem Unternehmen hat sich in der halben Stunde nicht besonders viel getan, bei einem anderen sind plötzlich die Pessimisten eingefallen, oder was immer man in diese Schwankung hineinlesen möchte.

Wohl kaum lässt sich aus solchen kurzfristigen Ausschlägen eine verlässliche Information gewinnen, denn innerhalb kürzester Zeit kann sich wieder ein vollkommen anderes Bild ergeben. Wenn es den rational handelnden Menschen, wie ihn die klassische Wirtschaftstheorie beschreibt, wirklich gäbe, so müsste er viele rationale Gründe für jeden Schwenk haben. Hat er aber nicht, denn das Börsenhandeln ist in seinem Kern gefühlsgeleitet und wird von Ängsten, Hoffnungen und Stimmungen bestimmt, die sich jeder rationalen Berechnung entziehen. Und dennoch setzt man unverdrossen auf scheinbar rationale Kennzahlen und vermeintlich objektive Messgrößen, alles im Dienste einer guten Spekulationsstimmung, die den nächsten Handelstag einläuten soll.