Lausitzer Revier: Politische Realitätsverweigerung und der angedachte Kohleausstieg
Screenshot youtube.comWer die aktuelle Energiepolitik betrachtet, stößt auf eine bemerkenswerte Mischung aus Widersprüchen, Wunschdenken und gefährlicher Ignoranz gegenüber ökonomischen und infrastrukturellen Realitäten. In der Lausitz ausgerechnet auf Erdgaskraftwerke zu setzen, während gleichzeitig der Rückbau des Erdgasnetzes politisch vorangetrieben wird, ist kein strategischer Plan, sondern ein Ausdruck planlosen Aktionismus. Hier wird nicht gedacht, sondern reagiert, und zwar ohne Rücksicht auf die langfristigen Folgen für Versorgungssicherheit, industrielle Stabilität und regionale Wertschöpfung.
Ein Brennstoff ohne verlässliche Grundlage
Erdgas ist weder stabil verfügbar noch verlässlich kalkulierbar. Die Lieferketten sind fragil, geopolitischen Spannungen ausgeliefert und jederzeit durch externe Interessen beeinflussbar. Wer sich auf diesen Energieträger verlässt, begibt sich in eine Abhängigkeit, die weder kontrollierbar noch verantwortbar ist. Hinzu kommt, dass wirtschaftlich stärkere Staaten bereit sind, höhere Preise zu zahlen und damit den Markt dominieren. Die Folge ist ein Verdrängungswettbewerb, bei dem Regionen wie die Lausitz zwangsläufig den Kürzeren ziehen. Es ist eine naive Illusion zu glauben, man könne unter diesen Bedingungen dauerhaft eine sichere und bezahlbare Energieversorgung aufrechterhalten.
Der absurde Rückbau bei gleichzeitigem Ausbau
Besonders grotesk wird die Situation durch die parallele Förderung des Erdgasnetzrückbaus. Einerseits werden Infrastrukturen zurückgefahren, andererseits sollen neue Abhängigkeiten geschaffen werden. Das ist kein Transformationsprozess, sondern ein politischer Zickzackkurs, der Unsicherheit schafft und Investitionen entwertet. Unternehmen brauchen Planbarkeit, keine widersprüchlichen Signale. Wer heute Kraftwerke plant, muss sich darauf verlassen können, dass die notwendige Infrastruktur morgen noch existiert. Diese Selbstverständlichkeit wird hier leichtfertig aufgegeben.
Die Lausitz und ihre ignorierten Stärken
Während politisch an unsicheren Konzepten festgehalten wird, liegt die naheliegende Lösung buchstäblich unter den Füßen der Region. Die Lausitz verfügt über eigene Ressourcen, die unabhängig von globalen Märkten genutzt werden können. Braunkohle aus dem Lausitzer Revier ist verfügbar, kalkulierbar und sofort einsetzbar. Statt diese Stärke zu nutzen, wird sie aus ideologischen Gründen ignoriert. Dabei wäre es wirtschaftlich sinnvoll, diesen Brennstoff vor Ort zu verstromen und sowohl die Energie als auch die Ressource selbst zu vermarkten. Das schafft Arbeitsplätze, sichert Einnahmen und stärkt die regionale Unabhängigkeit.
Energie als Fundament moderner Wirtschaft
Die Bedeutung einer stabilen Energieversorgung wird systematisch unterschätzt. Moderne Technologien sind energiehungrig. Kryptowährungen, aufwendige Rechenzentren, die Entwicklung neuer Legierungen und die gesamte digitale Infrastruktur benötigen eine konstante und verlässliche Energiezufuhr. Ohne diese Grundlage bricht nicht nur ein Teil der Wirtschaft weg, sondern die gesamte technologische Entwicklung gerät ins Stocken. Wer hier auf unsichere und teure Energiequellen setzt, gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit ganzer Branchen.
Ideologie ersetzt keine Strategie
Was sich in der Lausitz abzeichnet, ist kein Fortschritt, sondern ein Rückschritt, verkleidet als Zukunftsprojekt. Statt pragmatisch zu handeln und vorhandene Ressourcen sinnvoll zu nutzen, wird einer politischen Linie gefolgt, die mehr mit Symbolik als mit Realität zu tun hat. Eine funktionierende Energiepolitik muss sich an Verfügbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit orientieren, nicht an kurzfristigen Stimmungen oder ideologischen Vorgaben. Die aktuelle Entwicklung zeigt jedoch das Gegenteil: eine Abkehr von Rationalität zugunsten eines riskanten Experiments mit ungewissem Ausgang.















