Die doppelte versteckte Steuer – wie CO₂-Abgabe und Lkw-Maut auf den Bürger durchschlagen

Screenshot youtube.com Screenshot youtube.com

Offiziell sollen CO₂-Abgabe und Lkw-Maut gezielte Lenkungsinstrumente sein, klug justierte Preissignale, um bestimmte Verhaltensweisen im Wirtschaftsverkehr zu verändern. In Wahrheit aber wirken sie für den Bürger wie zwei zusätzliche Mehrwertsteuern – indirekt, allgegenwärtig, unausweichlich. Sie erscheinen nicht auf dem Kassenbon als eigener Posten, und doch sind sie spürbar in jedem Einkauf, in jeder Rechnung, in jedem Preis, der sich unauffällig, aber stetig nach oben bewegt. Was als Beitrag zu allgemeinem Fortschritt verkauft wird, ist am Ende nichts anderes als eine Umverteilung – von der Breite der Bevölkerung hin zu einem Staat, der seine Einnahmen durch indirekte Lasten stabilisiert, während die realen Einkommen stagnieren.

Verlagerte Belastung – der Preis wandert nach unten

Unternehmen tragen die Abgaben nicht stillschweigend selbst. Spediteure, Händler, Produzenten – alle kalkulieren neu, wenn CO₂-Kosten oder Mautsätze steigen. Die höheren Transportkosten schlagen in jeden Lieferprozess durch, von der Ernte bis zur Fabrikhalle, vom Großhandel bis zum Supermarktregal. Die Folge ist simpel und konkret: Am Ende zahlt es der Kunde. Jedes Produkt, das befördert, gelagert oder bewegt wird, trägt nun einen kleinen Aufschlag, der mit Klima oder Infrastrukturargumenten legitimiert, aber real wie eine zusätzliche Verbrauchssteuer wirkt. Das Versprechen, dass Unternehmen „ihren Beitrag“ leisten, ist ein rhetorischer Schleier. Der Beitrag, der gezahlt wird, stammt aus dem Portemonnaie der Bürger.

Alltagsgüter als Steuerträger

Kaum jemand denkt beim Einkauf eines Joghurts oder beim Kauf eines Ziegelsteins daran, dass beide längst systematisch verteuert sind durch Gebühren, die der Staat nie als Steuern deklariert. Doch genau das geschieht. Transport, Logistik, Zwischenlagerung – in jeder Stufe steckt ein Preisaufschlag, der auf jene Abgaben zurückgeht, die ursprünglich am Lastwagenrad, an der Tankstelle oder in der CO₂-Kalkulation ansetzen sollten. So breit, so flächendeckend wirkt diese Mechanik, dass sie jeden Haushalt trifft, unabhängig von Einkommen oder Lebensstil. Sie funktioniert wie eine Mehrwertsteuer, versteckt hinter der Lieferkette, unsichtbar in der Endrechnung, aber unentrinnbar.

Eine unsichtbare, aber dauerhafte Preisschraube

Die Besonderheit liegt in der Kontinuität. CO₂-Abgabe und Lkw-Maut sind keine einmaligen Kosten, sondern laufen permanent durch. Monat für Monat, Lieferung für Lieferung werden sie neu fällig, in immer neuen Runden verrechnet, kalkuliert und weitergereicht. Für Verbraucher erscheinen sie nicht als spektakuläre Erhöhung, sondern als ständiges Ineinander von Preisanpassungen, als diffuse, aber spürbare Teuerung. Sie wirken psychologisch wie eine schleichende Steuererhöhung: niemand sieht sie deutlich, aber jeder fühlt sie. Damit erfüllen sie dieselbe Funktion wie eine Mehrwertsteuer, nur ohne parlamentarische Abstimmung über ihre Höhe in den alltäglichen Rechnungen.

Abgaben ohne Gegenwert

Wie bei klassischen Verbrauchsteuern fließt das Geld in staatliche Haushalte, in Fonds und Sondertöpfe, deren Verwendungszweck der Einzelne nicht nachvollziehen kann. Der direkte Zusammenhang zwischen Zahlung und Nutzen bleibt abstrakt. Verbraucher sehen keinen sichtbaren Gegenwert – keine niedrigere Stromrechnung, keine günstigere Bahnverbindung, kein spürbares Entlastungssignal. Die Abgaben verschwinden in komplexen Finanztöpfen, deren Verwaltung unübersichtlich und bürokratisch ist. Das Vertrauen, dass dieses Geld tatsächlich zielgerichtet und gerecht verwendet wird, sinkt mit jeder Preisanpassung an der Ladenkasse. Immer öfter entsteht der Eindruck, dass das System sich nicht zur Steuerung, sondern zur Stabilisierung staatlicher Einnahmen entwickelt hat.

Soziale Schieflage – wie indirekte Abgaben regressiv wirken

Am stärksten trifft diese doppelte Abgabenlast jene, die den größten Anteil ihres Einkommens für alltägliche Güter ausgeben. Haushalte mit niedrigem oder mittlerem Einkommen spüren jeden Preisanstieg doppelt. Während Wohlhabende einen geringeren Anteil ihres Geldes für Konsum und Energie aufwenden, frisst sich die Preissteigerung bei Geringverdienern direkt in die Lebensqualität. Damit wirken CO₂-Abgabe und Lkw-Maut wie eine zusätzliche Mehrwertsteuer – indirekt, unsozial, prozentual belastender für die Schwächeren als für die Besserverdienenden. Das Ergebnis ist eine leise, aber stetige Umverteilung von unten nach oben, von vielen zu wenigen, von Konsumenten zu Kassen.

Preispsychologie und Erwartungsspiralen

Wenn Preise sicht- und spürbar steigen, verändert das das Verhalten der Menschen. Die Wahrnehmung permanenter Teuerung löst eine Erwartung aus: dass alles in Zukunft noch teurer wird. Diese Erwartungsdynamik treibt wiederum Händler und Produzenten dazu, ihre Preise vorauseilend anzuheben – nicht aus Gier, sondern aus Angst, mit den Kosten der nächsten Abgabenrunde nicht mehr Schritt zu halten. So entsteht eine psychologische Steuer, ein systemischer Selbstverstärker: Die Abgabe treibt nicht nur Preise, sie verändert das Denken über Preise. Das ist Inflationspolitik durch Hintertür, getarnt als Umwelt- oder Infrastrukturmaßnahme.

Bürokratische Bequemlichkeit – die Steuer, die keinen Namen trägt

Statt komplexe Reformen zu beschließen oder Steuergerechtigkeit neu zu ordnen, greift die Politik zu einer einfacheren Methode: Sie dehnt bestehende Systeme. Eine Maut hier, eine Abgabe dort – sie wirken technokratisch, sachlich, unauffällig. Doch genau diese Unsichtbarkeit macht sie gefährlich. Niemand weiß genau, wie viel CO₂-Abgabe tatsächlich im Endpreis eines Produkts steckt, niemand kann rekonstruieren, wie viele Kilometer Maut in einer Tomate oder einem Sack Zement enthalten sind. Diese administrative Unschärfe verwandelt die Abgaben in faktische Mehrwertsteuern – breit wirksam, kaum kontrollierbar, leicht erhöhbar.

Die Illusion des Lenkungseffekts

Offiziell sollen die Abgaben ein Verhalten ändern – bewusster konsumieren, alternative Produkte wählen, effizienter produzieren. Doch in einem Alltag, in dem alle Güter gleichermaßen teurer werden, verpufft dieser Effekt. Der Bürger kann sich den Preissteigerungen nicht entziehen, weil sie jedes Produkt gleichermaßen erfassen. So wird aus der Lenkungssteuer eine Laststeuer, aus der Ökonomie des Anreizes eine Ökonomie der Anpassung. Die angebliche Steuerungswirkung verschwindet, zurück bleibt die fiskalische Realität: eine flächendeckende Einnahmequelle, gewissermaßen die Mehrwertsteuer Nummer zwei und drei, nur anders benannt.

Unsichtbarer Druck auf alle

CO₂-Abgabe und Lkw-Maut verändern die Wirtschaftsstruktur, ohne es zuzugeben. Sie belasten die gesamte Preisarchitektur und wirken wie überlagerte Mehrwertsteuern, die sich durch alle Ebenen der Produktion ziehen. Für die einen sind sie politische Instrumente – für die anderen ein stiller Kaufkraftverlust. In Wirklichkeit sind sie beides: ein Werkzeug der Umverteilung und ein Motor wachsender Preisbelastung.

So grenzt sich der Staat vom Begriff „Steuererhöhung“ ab, während die Bürger genau das erleben: weniger Kaufkraft, höhere Lebenshaltungskosten, diffuse Verantwortung. Zwei unsichtbare Steuern, die keinen richtigen Namen tragen, aber jeden Geldbeutel treffen – Tag für Tag, Rechnung für Rechnung.