Verstehen, wie Aktienindizes und Fonds funktionieren – Ein Leitfaden für Anleger

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In der Welt der Geldanlage spielen Aktienindizes und Investmentfonds eine zentrale Rolle. Sie sind die wichtigsten Werkzeuge, mit denen Anleger die Entwicklung der Börsen verfolgen und ihr Kapital investieren können. Dabei sind viele Menschen unsicher, wie diese Indizes eigentlich funktionieren, wie sie zusammengesetzt sind und was die Unterschiede zwischen verschiedenen Fondsarten bedeuten. Dieser Artikel soll Licht ins Dunkel bringen, die wichtigsten Konzepte erklären und aufzeigen, warum sie für die langfristige Vermögensplanung so bedeutend sind. Wenn man versteht, wie die verschiedenen Komponenten zusammengestellt werden und welche Vor- und Nachteile sie haben, kann man bewusster und erfolgreicher investieren.

Was ist ein Aktienindex und warum ist er so wichtig?

Ein Aktienindex bildet die Wertentwicklung einer Gruppe von Aktien ab, die bestimmte Kriterien erfüllen. Dabei sind die einzelnen Aktien in diesem Korb gewichtet, meist nach ihrer Marktkapitalisierung – also ihrem Gesamtwert an der Börse. Im Wesentlichen spiegelt der Index die durchschnittliche Entwicklung einer speziellen Auswahl an Unternehmen wider. Für Anleger ist der Index ein wichtiger Orientierungspunkt, um die allgemeine Marktstimmung zu erfassen.

Der Index ist wie eine Art Messlatte: Steigen die Kurse der im Index enthaltenen Aktien, steigt auch der Wert des Index. Fällt er, zeigt das eine Abschwächung der Marktperformance an. Anleger, die in den Index investieren oder Fonds kaufen, die den Index nachbilden, profitieren direkt von dieser Entwicklung.

Indizes sind in ihrer Zusammensetzung dynamisch. Das bedeutet, dass sie regelmäßig überprüft werden, um sicherzustellen, dass nur die Unternehmen enthalten sind, die die festgelegten Kriterien noch erfüllen. Falls ein Unternehmen an Wert verliert oder seine Aktien nicht mehr regelmäßig gehandelt werden, kann es aus dem Index ausgeschlossen werden. Umgekehrt können neue Unternehmen aufgenommen werden, wenn sie die Anforderungen erfüllen.

Die Bedeutung der Marktkapitalisierung in der Indexzusammensetzung

Die Marktkapitalisierung ist ein entscheidender Faktor bei der Auswahl der Unternehmen, die in einen Index aufgenommen werden. Sie bestimmt das Gewicht eines Unternehmens innerhalb des Indexes. Unternehmen mit einer hohen Marktkapitalisierung haben einen größeren Einfluss auf die Entwicklung des Indexes, da ihre Aktien stärker gewichtet sind.

Viele Indizes priorisieren die Kombination aus Marktkapitalisierung und weiteren Kriterien. So gibt es oft Beschränkungen, wie viel Prozent der Aktien ein einzelner Investor besitzen darf, um eine zu große Konzentration zu vermeiden. Auch Umwelt-, Sozial- und Governance-Standards (ESG-Kriterien) spielen eine immer größere Rolle bei der Auswahl der Unternehmen. Manche Indizes setzen Mindestanforderungen an das Handelsvolumen, damit nur liquide Aktien berücksichtigt werden, die regelmäßig gehandelt werden. Andere verlangen, dass ein Unternehmen bereits eine gewisse Zeit an der Börse gelistet ist, um Stabilität sicherzustellen.

Regelmäßige Kontrollen sorgen dafür, dass die Zusammensetzung der Indizes aktuell bleibt. Wenn ein Unternehmen an Wert verliert oder die Kriterien nicht mehr erfüllt, kann es ausgeschlossen werden. Das führt dazu, dass die Zusammensetzung der Indizes ständig im Fluss ist – ähnlich wie eine Tabelle im Fußball, bei der die Platzierungen durch die Leistung der Teams bestimmt werden.

Verschiedene Arten von Indizes: Von der ersten Liga bis zur unteren Spielklasse

Innerhalb der Welt der Aktienindizes gibt es verschiedene Ebenen, die die Bedeutung und Größe der enthaltenen Unternehmen widerspiegeln. Ein bekanntes Beispiel ist der DAX, der die wichtigsten deutschen Unternehmen abbildet. Es gibt jedoch auch Varianten, bei denen die Unternehmen nach ihrer Marktkapitalisierung in unterschiedliche Gruppen eingeteilt werden.

Der sogenannte „Top-Index“ enthält die größten und wertvollsten Unternehmen des Landes und wird manchmal auch als die erste Liga bezeichnet. Darunter gibt es weitere Indizes, die Unternehmen mit geringerer Marktkapitalisierung abbilden. Diese sind vergleichbar mit einer zweiten oder dritten Liga im Sport. Wenn ein Unternehmen im großen Index an Wert verliert, kann es in einen weniger bedeutenden Index herabgestuft werden. Umgekehrt rückt das Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung aus einem kleineren Index auf, wenn es die Kriterien erfüllt, und wird so in den größeren Index aufgenommen.

Dieses System sorgt für eine kontinuierliche Aktualisierung der Zusammensetzung und spiegelt die aktuelle Marktperformance wider. Es ist vergleichbar mit einem Ligasystem, bei dem die Platzierung von einem Team zum anderen wechselt, abhängig von der Leistung auf dem Spielfeld.

Investieren über Fonds: Direkte Indexinvestments sind nur indirekt möglich

Da ein Index eine Zusammenstellung von Wertpapieren ist, die bestimmte Kriterien erfüllen, kann man nicht direkt in einen Index investieren. Stattdessen sind spezielle Investmentfonds die Lösung. Diese Fonds orientieren sich an einem bestimmten Index und versuchen, die Entwicklung dieses Indexes möglichst genau nachzubilden. Damit können Anleger am Erfolg des Indexes teilhaben, ohne einzelne Aktien kaufen zu müssen.

Jeder Fonds basiert auf einem Vergleichsindex. Wenn ein Fonds beispielsweise in große deutsche Aktien investiert, ist der DAX wahrscheinlich die Benchmark. Die Wertentwicklung des Fonds hängt dann maßgeblich davon ab, wie gut der Vergleichsindex in der gleichen Zeitperiode abgeschnitten hat.

Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Fonds: aktive und passive Fonds. Beide verfolgen unterschiedliche Strategien, um die Anlageziele zu erreichen.

Aktive Fonds: Der Fondsmanager entscheidet aktiv

Aktive Investmentfonds werden auch als aktiv gemanagte Fonds bezeichnet. Hierbei übernimmt ein Fondsmanager die Verantwortung für die Verwaltung des Vermögens der Anleger. Unterstützt wird er dabei von einem Team aus Analysten und Researchern, die ihm bei der Auswahl der Wertpapiere helfen. Das Ziel ist es, durch gezielte Auswahl von Aktien eine bessere Rendite zu erzielen, als es der Vergleichsindex schafft.

Der Fondsmanager sucht bestimmte Aktien aus, die er für unterbewertet hält oder bei denen er eine zukünftige Kurssteigerung erwartet. Aktien, die seiner Meinung nach keine hohen Wachstumschancen mehr haben oder sogar Kurseinbußen drohen, werden gemieden. Die Strategie ist darauf ausgerichtet, am Ende eine höhere Rendite zu erwirtschaften als der Markt, gemessen am Vergleichsindex.

Nach einer bestimmten Anlagedauer wird überprüft, ob der Fondsmanager die richtigen Entscheidungen getroffen hat. Wenn der Fonds eine höhere Rendite erzielt, freut sich der Anleger, weil er vom Management profitiert hat. Falls die Rendite jedoch niedriger ist als die des Vergleichsindex, ist das enttäuschend. Allerdings sind aktive Fonds mit erheblichen Kosten verbunden, die die Rendite schmälern können.

Passive Fonds: Der Index wird eins zu eins abgebildet

Passive Investmentfonds, auch bekannt als Indexfonds, funktionieren anders. Hierbei wird der Vergleichsindex nahezu exakt nachgebildet. Der Fondsmanager entscheidet nicht, welche Aktien gekauft oder verkauft werden, sondern kopiert die Zusammensetzung des Index. Ziel ist es, die gleiche Rendite wie der Index zu erzielen.

Da sie den Index genau abbilden, entwickeln sich die Kurse der passiven Fonds parallel zu den Indizes. Anleger profitieren hier von der Marktentwicklung, ohne aktiv eingreifen zu müssen. Das macht passive Fonds in der Regel kostengünstiger, da sie keine aufwändigen Analysen und Entscheidungen benötigen.

Die Performance: Warum passive Fonds meistens besser abschneiden

Obwohl aktive Fonds das Ziel haben, die Marktentwicklung zu schlagen, zeigen Studien immer wieder, dass die Mehrheit langfristig hinter dem Vergleichsindex zurückbleibt. Die Gründe dafür sind vielfältig, aber vor allem die hohen Kosten, die bei aktivem Management anfallen, spielen eine entscheidende Rolle.

Untersuchungen haben ergeben, dass nur ein kleiner Teil der aktiv gemanagten Fonds es über mehrere Jahre schafft, eine höhere Rendite zu erzielen als der Vergleichsindex. Die meisten Fondsmanager, egal ob in den USA oder Europa, erreichen auf lange Sicht eine Performance, die deutlich unter der ihres Benchmark-Indexes liegt.

Das bedeutet, dass die sogenannten „Gewinner“-Fonds, die regelmäßig besser abschneiden, nur eine kleine Gruppe darstellen. Die besten Fonds wechseln ständig, und es ist kaum vorherzusagen, welcher Fonds in einem bestimmten Jahr die besten Ergebnisse liefern wird.

Warum aktive Fonds oft scheitern

Der Hauptgrund, warum die meisten aktiv gemanagten Fonds ihre Benchmark nicht schlagen, liegt in den Kosten. Managementgebühren, Transaktionskosten und andere Ausgaben verringern die Rendite, die der Fonds letztlich für die Anleger erwirtschaftet. Über längere Zeiträume hinweg wirken sich diese Kosten erheblich aus und führen dazu, dass passive Fonds, die nur den Index nachbilden, meist eine bessere Performance aufweisen.

Daher empfehlen viele Experten, auf kostengünstige passive Fonds zu setzen, um langfristig eine stabile und zuverlässige Rendite zu erzielen. Das Verständnis der Funktionsweise von Indizes und Fonds ist dabei ein wichtiger Schritt, um kluge Anlageentscheidungen zu treffen und das eigene Vermögen erfolgreich zu vermehren.