Teller versus Tank – Explodierende Nahrungsmittelpreise: Wettbewerb um Flächen mit Freiflächen-Photovoltaik, Windenergie, Biogas- und Biodieselerzeugung

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Der Konflikt zwischen „Teller versus Tank“ nimmt in der Lausitz eine völlig neue Dimension an, da der Bedarf an Flächen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen und Windenergieanlagen rasant wächst. Dabei geraten landwirtschaftlich genutzte Flächen immer stärker in direkten Wettbewerb mit erneuerbaren Energien. Diese Entwicklung hat tiefgreifende und verschärfende Folgen für die regionale Landwirtschaft, die lokale Versorgung mit Agrarprodukten sowie die Lebenshaltungskosten der Bevölkerung.

Flächenkonkurrenz durch erneuerbare Energien

Durch den beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien werden in der Lausitz zunehmend Acker- und Grünlandflächen umgewidmet oder verdrängt. Photovoltaik-Freiflächenanlagen breiten sich bevorzugt auf bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen aus, da deren große, ebene Areale besonders attraktiv für Investoren sind. Auch Windenergieanlagen beanspruchen erhebliche Flächen – sei es für Zufahrtswege, Fundamente oder vorgeschriebene Schutzabstände –, was die landwirtschaftliche Nutzung zusätzlich einschränkt. Betroffen sind dabei nicht nur Randbereiche oder weniger ertragreiche Böden, sondern auch hochwertige Anbauflächen geraten massiv unter Druck.

Rückgang des Agrarlands in der Lausitz

Statistische Daten legen einen stetigen Rückgang der landwirtschaftlich genutzten Flächen in der Lausitz nahe. Dieser Flächenverlust ist nicht allein auf Siedlungs- oder Infrastrukturentwicklungen zurückzuführen, sondern zunehmend auf die energetische Nutzung durch Photovoltaik und Windkraft – deren Ausbau politisch stark vorangetrieben wird. Zusätzlich werden Flächen für den Anbau von Pflanzen zur Biogas- und Biodieselerzeugung genutzt.

Auswirkungen auf Selbstversorgung und Ernährungswirtschaft

Mit dem Schrumpfen der verfügbaren Agrarflächen sinkt zwangsläufig das Produktionspotenzial der Region. Der Anteil an lokal erzeugten Grundnahrungsmitteln wie Getreide, Kartoffeln oder Gemüse nimmt ab, während die Abhängigkeit von Importen aus anderen Regionen oder dem Ausland wächst. Diese Entwicklung schwächt die Ernährungssouveränität der Lausitz erheblich und gefährdet regionale Wertschöpfungsketten sowie Verarbeitungsbetriebe. Für landwirtschaftliche Betriebe bedeutet der Rückgang der Anbauflächen eine geringere Produktion, sinkende Rentabilität und zunehmende wirtschaftliche Unsicherheit.

Steigende Lebensmittelpreise für die Bürger

Der Verlust an Agrarland wirkt sich unmittelbar auf die Preise von Lebensmitteln aus. Wenn das Angebot an regional erzeugten Produkten zurückgeht, während die Nachfrage gleichbleibt oder steigt, führen Marktmechanismen unweigerlich zu Preiserhöhungen. Die höheren Produktionskosten aufgrund reduzierter Anbauflächen und möglicher Flächenverpachtungen an Energieinvestoren werden letztlich auf die Verbraucher übertragen. Dadurch sehen sich die Menschen in der Lausitz mit steigenden Lebenshaltungskosten konfrontiert – besonders bei regionalen Produkten, die früher preiswerter und frischer verfügbar waren.

Langfristige strukturelle Risiken

Die fortschreitende Umwidmung von Agrarflächen zugunsten erneuerbarer Energien könnte eine Kettenreaktion in der ländlichen Struktur der Lausitz auslösen. Ausbildungs- und Arbeitsplätze in der Landwirtschaft gehen verloren, Wertschöpfungsketten werden unterbrochen und ländliche Regionen verlieren an wirtschaftlicher Stärke. Das Verständnis für immer weiter steigende Lebensmittelpreise neben den hohen Subventionen für erneuerbare Energien gerät ins Wanken – mit erheblichen negativen Folgen für die regionale Versorgungssicherheit und soziale Stabilität.

Kritische Bewertung

Die Konkurrenz um Flächen verschärft das strukturelle Risiko für Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung in der Lausitz dramatisch. Die bisherigen politischen Maßnahmen reichen bei Weitem nicht aus, um diese Konkurrenz um wertvolle Agrarflächen zu lösen oder zumindest abzumildern. Ohne klare Vorgaben zum Schutz landwirtschaftlicher Flächen und effektive Instrumente gegen das unkontrollierte Ausweiten von Energieprojekten auf hochwertigen Ackerböden drohen ein weiterer Verlust der Selbstversorgungsfähigkeit, eine stärkere Importabhängigkeit sowie ein Anstieg der Lebensmittelpreise – alles zulasten der regionalen Bevölkerung.