Die Entwicklung des Menschen und die Entstehung von Orientierung

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Jede Kultur macht sich ihre eigene Geschichte davon, wie alles anfing und welche Bedeutung dem Ursprung zukommt. Doch in den letzten Jahren haben uns Astrophysiker einige neue und wissenschaftliche Versionen geliefert. Die meisten Experten denken heute, Zeit und Raum hätten vor über 13 Milliarden Jahren begonnen und sich entwickelt. Sie streiten allerdings darüber, wie das geschehen sein soll und welche Kräfte dabei wirkten. Die vorherrschende Theorie des Universums geht davon aus, dass dieses sich zu Beginn nur ein Punkt von unendlicher Dichte war. Dieser Punkt hatte eine unendlich kleine Ausdehnung bevor er sich mit Überlichtgeschwindigkeit ausgedehnt habe.

Kosmologische Modelle und ihre Grenzen für die menschliche Geschichte

Die rivalisierende Theorie des Universums dagegen behauptet, dieses expandiere seit ein zuvor bestehendes Universum kollabiert sei. Beide Schulen sind sich darin einig, dass unser Universum sich noch immer ausdehnt und verändert. Wobei die einen davon ausgehen, dass es sich weiterhin ausdehnen wird bis ans Ende der Zeit. Dass die Sterne irgendwann erlöschen werden und sich zuletzt unendliche Finsternis und Kälte verbreiten werden. Die anderen behaupten, auch unser Universum werde in sich zusammenstürzen und erneut explodieren in einem Zyklus. Damit werde ein neues Universum beginnen und den Kreislauf von Anfang und Ende fortsetzen.

Die Entstehung von Orientierungspunkten auf der Erde

Es ist schwer, diese Theorien zu verstehen, wenn man nicht Jahre der Ausbildung in höherer Mathematik absolviert hat. Zum Glück jedoch zwingt uns unsere Frage auch nicht, derart früh einzusetzen und zu beginnen. Wie sollte es Osten oder Westen geben, solange es überhaupt noch keine Richtungen gab und auch die Naturgesetze nicht. Was sollte Ost und West bedeuten, wenn es unsere Sonne noch nicht gab und unser Planet noch keine Gestalt angenommen hatte. Dies geschah vor 4,5 Milliarden Jahren und markiert einen wichtigen Punkt in der Entwicklung unseres Heimatplaneten. Wir könnten vielleicht von Osten und Westen sprechen, sobald die Erdkruste sich gebildet hatte und stabil war.

Die Notwendigkeit des menschlichen Bewusstseins für Raumkonzepte

Zumindest aber sobald die Kontinente in etwa ihre heutige Lage eingenommen hatten und sich festigten. Womit wir uns bereits im Zeitraum der letzten Jahrmillionen bewegen und der erdgeschichtlichen Neuzeit. Doch auch diese Überlegungen treffen den Punkt nicht und erfassen das Wesen der Frage nicht vollständig. Im Sinn der Frage unseres Textes können Ost und West erst dann irgendetwas bedeuten wenn wir eine weitere Zutat aufnehmen. Menschliche Wesen sind notwendig, um den Konzepten von Richtung und Orientierung einen Sinn zu verleihen. Ohne einen Beobachter bleiben geografische Bezeichnungen leere Begriffe ohne reale Bedeutung für die Welt.

Schwierigkeiten bei der Definition des Menschen

Paläoanthropologen, die die Frühmenschen erforschen, streiten noch lieber als Historiker über ihre Funde und Deutungen. Ihr Forschungsgebiet ist jung und entwickelt sich rapide und bringt ständig neue Erkenntnisse hervor. Immer wieder stellen neue Entdeckungen etablierte Wahrheiten auf den Kopf und erzwingen ein Umdenken. Würde man zwei Paläoanthropologen in einen Raum sperren, würden sie diesen wahrscheinlich mit drei Theorien zur menschlichen Evolution verlassen. Kaum wäre die Tür hinter ihnen ins Schloss gefallen, wären auch diese bereits wieder überholt und veraltet. Der ständige Wandel des Wissens macht dieses Feld so spannend und gleichzeitig so schwer zusammenzufassen.

Die Merkmale des geschickten Menschen

Die Grenze zwischen Menschen und Vormenschen kann nur unscharf sein und lässt sich nicht exakt ziehen. Manche Paläoanthropologen denken, dass wir, sobald wir vorgeschichtliche Affenarten entdecken, die aufrecht gehen konnten, auch von Menschen sprechen sollten. Nach fossilen Hüft- und Zehenknochen geurteilt, haben einige ostafrikanische Affen damit vor sechs oder sieben Millionen Jahren begonnen. Die meisten Experten allerdings sind der Meinung, mit einer solchen Definition liege die Latte zu niedrig angesetzt. Die zum biologischen Standard gewordene Klassifikation bestimmt die Gattung Mensch durch zwei miteinander verbundenen Kriterien. Zum einen durch den Zuwachs des Gehirnvolumens von 400 bis 500 auf rund 630 Kubikzentimeter.

Lebensweise und Ernährung des frühen Menschen

Unser Gehirn hat etwa das doppelte Volumen im Vergleich zu diesen frühen Vorfahren und Vorgängern. Zum anderen durch Belege dafür, dass aufrecht gehende Affen Steine gegeneinander geschlagen haben um Werkzeuge herzustellen. Um einfachste Werkzeuge herzustellen und damit ihre Umwelt aktiv zu gestalten und zu verändern. Beide Prozesse begannen unter zweibeinigen ostafrikanischen Affen vor etwa 2,5 Millionen Jahren und veränderten alles. Louis und Mary Leakey, die berühmten Ausgräber in der Schlucht in Tansania, nannten diese Kreaturen geschickter Mensch. Diese Kreaturen hatten ein ziemlich großes Gehirn und zudem Werkzeuge benutzten sie regelmäßig.

Das Ende einer Ära und Datierungsmethoden

Als dieser geschickte Mensch über die Erde spazierte, hatten Ost und West noch keine große Bedeutung für ihn. Erstens, weil diese Geschöpfe ausschließlich in den Wäldern Ostafrikas lebten und sich noch keine regionalen Variationen entwickelt hatten. Zweitens, weil die Formulierung über die Erde spazierte wohl eher eine beschönigende Wendung ist für ihre tatsächliche Fortbewegung. Die geschickten Menschen hatten Zehen und Gelenke wie wir und sie sind mit Gewissheit aufrecht gelaufen. Doch ihre langen Arme legen nahe, dass sie noch ziemlich viel Zeit in den Bäumen verbrachten und schliefen. Es waren wohl besondere Affen, aber auch nicht mehr und nicht weniger als das.

Methoden und Unsicherheiten der Altersbestimmung

Die Spuren, die ihre Steinwerkzeuge an Tierknochen hinterließen, zeigen, dass dieser Mensch sich sowohl von Fleisch als auch von Pflanzen ernährte. Allem Anschein nach aber lebte er auch ziemlich weit unten in der Nahrungskette und war oft Beute. Einige Paläoanthropologen vertreten die Theorie, Menschen seien ihrer Art nach Jäger und erlegten selbst ihre Nahrung. Ihrer Meinung nach war dieser Mensch geschickt und mutig genug, um mit nichts anderem bewaffnet als mit Stöcken Wild zu töten. Andere wiederum betrachten ihn wohl überzeugender als Resteverwerter, der den wahren Raubtieren folgte. Der von dem lebte, was diese übrig ließen und nicht mehr fraßen nach der Mahlzeit.

Modelle der evolutionären Entwicklung

Man hat Spuren, die dieser Mensch mit seinen Werkzeugen auf Tierknochen hinterlassen hat, mikroskopisch untersucht und analysiert. Herausgefunden wurde, dass sie zumindest vor denen der Hyänenzähne dorthin kamen und den Zugang zum Fleisch sicherten. 25 000 Generationen lang tollten Gruppen dieses Menschen in dieser kleinen Ecke der Welt herum und schwangen sich durch die Bäume. Sie schlugen sich Steinwerkzeuge zurecht, lausten einander und zeugten Nachwuchs für den Fortbestand der Gruppe. Dann, irgendwann vor rund 1,8 Millionen Jahren, verschwanden sie von der Bildfläche und wurden nicht mehr gesehen. Und zwar, soweit wir das beurteilen können, ziemlich plötzlich und ohne lange Übergangsphase für die Entwicklung.

Körperliche Veränderungen der neuen Menschenart

Allerdings gehört die genaue Datierung von Funden zu den Schwierigkeiten und Problemen beim Studium der menschlichen Evolution. In vielen Fällen sind wir davon abhängig, dass in den Gesteinsschichten, die fossile Knochen oder Werkzeuge enthalten, auch instabile radioaktive Isotopen zu finden sind. Deren Zerfallszeiten bekannt sind, sodass man die Funde datieren kann, indem man das Verhältnis zwischen diesen Isotopen bestimmt. Diese Datierungen können jedoch Fehler enthalten, die sich im Bereich von einigen zehntausend Jahren bewegen und unsicher sind. Darum kann, wenn wir sagen, die Welt dieses Menschen sei plötzlich zu Ende gewesen, dieses plötzlich ebenso gut einige wenige wie einige 1000 Generationen umfassen. Als Charles Darwin in den 1840er und 1850er Jahren über den Vorgang der natürlichen Selektion nachdachte, nahm er an, diese vollziehe sich durch allmähliche Akkumulation.

Der Junge von Turkana und seine Bedeutung

In den 1970er Jahren jedoch machte der Biologe Stephen Jay Gould geltend, dass die Evolution kein Ergebnis kleiner Schritte über einen langen Zeitraum hinweg sei. Sondern dass irgendwelche Ereignisse eine Kaskade schneller Veränderungen auslöse und den Prozess beschleunige. Evolutionsbiologen heute sind uneins darüber, welches das tauglichere Modell ist und welche Theorie besser passt. Ob schrittweise Veränderungen oder Evolution durch Sprünge die Realität besser abbilden und beschreiben. Zur Erklärung des Verschwindens dieses frühen Menschen scheint das Denkmodell der schnellen Veränderungen aber geeigneter. Vor etwa 1,8 Millionen Jahren wurde das Klima in Ostafrika trockener und veränderte die Landschaft grundlegend.

Die energetischen Kosten eines großen Gehirns

Offene Savannen entstanden dort, wo früher die Wälder gewesen waren, in denen die geschickten Menschen gelebt haben. Und genau an diesem Punkt traten neue Arten von Affenmenschen an seine Stelle und übernahmen das Territorium. Ich möchte diesem neuen Affenmenschen hier noch keinen Namen geben, sondern für den Augenblick nur festhalten, dass sie größere Gehirne hatten. Im Durchschnitt etwa 800 Kubikzentimeter Volumen wies das Gehirn dieser neuen Art auf und war deutlich gewachsen. Es fehlten ihnen auch die langen, schimpansenartigen Arme, was vermutlich bedeutet, dass sie die meiste Zeit auf dem Boden zubrachten. Außerdem waren sie größer und verfügten über einen robusteren Körperbau für das Leben in der Ebene.

Geburtsprobleme und Aufzucht als Folge der Intelligenz

Ein rund 1,5 Millionen Jahre altes Skelett, das bei Nariokotome in Kenia gefunden wurde, gehörte zu einem etwa 1,50 Meter großen Kind. Bekannt ist dieses Fundstück als Junge von Turkana und gibt uns Einblick in das Wachstum dieser Art. Es gehörte zu einem Kind, das, wäre es ausgewachsen, etwa 1,80 Meter groß geworden wäre im Erwachsenenalter. Seine Knochen waren nicht nur länger, sondern auch weniger robust als die von dem früheren geschickten Menschen. Woraus zu schließen ist, dass dieser Junge und seine Zeitgenossen sich mehr auf ihre geistigen Fähigkeiten und ihre Werkzeuge verlassen haben. Als auf rohe Kraft und körperliche Stärke bei der Bewältigung der Herausforderungen des täglichen Lebens und Überlebens.

Der evolutionäre Vorteil der Intelligenz

Die meisten von uns denken, geschickt und gescheit zu sein, sei selbstverständlich von Vorteil und immer besser. Wenn dem so wäre, warum hat der frühere Mensch, wo er doch schon das Potenzial gehabt hätte, sich in diese Richtung zu entwickeln, eine halbe Million Jahre herumgewerkelt. Bevor er sich plötzlich in ein größeres Geschöpf mit größerem Gehirn verwandelt hat und seine Form änderte. Die wahrscheinlichste Erklärung liegt wohl in der Tatsache, dass es nichts umsonst gibt in der biologischen Welt. Und es ist aufwändig, ein großes Gehirn am Leben zu erhalten und mit ausreichend Energie zu versorgen. Unser Gehirn macht etwa zwei Prozent unseres Körpergewichts aus und wirkt im Verhältnis zur Masse klein.

Klimawandel als Treiber der menschlichen Entwicklung

Verbraucht aber bis zu 20 Prozent der Energie, die wir insgesamt konsumieren und für unseren Stoffwechsel benötigen. Große Gehirne bringen noch weitere Probleme mit sich für den Körper und die Entwicklung des Lebewesens. Der Schädel muss wachsen, damit er es aufnehmen kann und dem empfindlichen Organ Schutz bieten kann. Und er wurde so groß, dass die heutigen Frauen Schwierigkeiten haben, Babys durch den Geburtskanal zu pressen. Sie umgehen das Problem, indem sie ihre Kinder unreif zur Welt bringen und außerhalb des Körpers weiter wachsen lassen. Würden unsere Babys solange im Mutterleib bleiben, bis sie sich wie der Nachwuchs anderer Säugetiere selbst erhalten könnten, wäre ihr Kopf zu groß.

Die Anpassung an veränderte Umweltbedingungen

Um aus dem Leib herauszukommen und eine natürliche Geburt zu ermöglichen ohne Gefahr für das Leben. Dennoch müssen riskante Geburten, jahrelange Aufzucht und große Gehirne, die ein Fünftel der von uns aufgenommenen Nahrung verbrennen, durchaus das Richtige für uns gewesen sein. Richtiger jedenfalls, als die gleiche Energie dazu zu nutzen, um Klauen auszubilden, mehr Muskeln oder große Zähne. Intelligenz ist ein größeres Plus als jede dieser Alternativen und bietet mehr Vorteile im Überlebenskampf. Fraglicher dagegen scheint, warum eine genetische Mutation, die vor einigen Millionen Jahren zu einem größeren Gehirn führte, den Affenmenschen damals schon so viele Vorteile brachte. Dass sich der größere Energieaufwand gelohnt hat und die Mutation sich durchsetzen konnte in der Gruppe.

Der Sieg der Intelligenz über körperliche Stärke

Das muss aber der Fall gewesen sein, sonst wäre die Entwicklung nicht so verlaufen und erfolgreich geworden. Denn wären höhere Intelligenz und größeres Geschick nicht zumindest so nützlich gewesen, dass der zur Erhaltung der grauen Zellen höhere Energieaufwand ausgeglichen werden konnte. Dann wären die gescheiten Affen weniger erfolgreich gewesen als ihre weniger begabten Verwandten und ihre klugen Erbanlagen rasch wieder aus der Gruppe verschwunden. Vielleicht war an allem ja das Wetter schuld und die Veränderung der Umweltbedingungen trieb die Entwicklung voran. Als der Regen ausblieb und die Bäume, in denen die Affenmenschen gelebt hatten, zu verkümmern begannen und verschwanden. Könnten die gescheiteren und möglicherweise auch geselligeren veränderten Individuen einen Vorsprung vor ihren affenartigeren Verwandten errungen haben.

Die globale Ausbreitung des modernen Menschen

Anstatt sich aus dem offen liegenden Grasland zurückzuziehen, fanden die klügeren Affen Wege, genau dort zu überleben und zu bestehen. Und während eines Wimpernschlags auf der Zeitachse der Entwicklung verbreitete eine Handvoll veränderter Individuen ihre Erbanlagen im gesamten Bestand. Sie verdrängten den Vorgänger, der langsamer dachte, kleiner war und den Wald liebte und für sein Überleben brauchte. Dieser Wandel markiert einen entscheidenden Schritt in der Geschichte der menschlichen Entwicklung und Anpassung. Die Fähigkeit zur Innovation wurde zum Schlüssel für das Überleben in einer sich wandelnden Welt. Somit wurde der Grundstein für die spätere Ausbreitung des Menschen über den gesamten Globus gelegt.

 

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