Strategien bei der Geldanlage mit ETFs: Aktiv oder Passiv?
Screenshot youtube.comIn der heutigen Zeit der globalen Finanzmärkte stehen Privatanleger vor einer Vielzahl von Möglichkeiten, ihr Vermögen anzulegen. Besonders populär sind sogenannte Exchange Traded Funds, kurz ETFs, die sich durch ihre breite Streuung und geringe Kosten auszeichnen. Doch hinter diesem scheinbar einfachen Anlageinstrument verbirgt sich eine komplexe Welt verschiedener Strategien, die den Erfolg der Investitionen maßgeblich beeinflussen. Dabei unterscheiden Experten grundsätzlich zwei Herangehensweisen: das aktive Investieren, bei dem ständig nach den besten Chancen gesucht wird, und das passive Investieren, das auf langfristiges Halten und das Nachbilden eines Index setzt. Beide Strategien haben ihre eigenen Vorteile und Herausforderungen, die es zu verstehen gilt, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können. Dieser Artikel ordnet die Thematik ein, erläutert die Unterschiede zwischen den Ansätzen und zeigt, welche Strategie langfristig die besseren Erfolgsaussichten bieten kann. Ziel ist es, die Grundlagen für eine informierte Entscheidung beim Umgang mit ETFs zu vermitteln und die jeweiligen Vor- und Nachteile verständlich darzustellen.
Die Bedeutung der richtigen Strategie bei der Geldanlage
Wer sein Erspartes sinnvoll investieren möchte, steht heute vor einer Vielzahl von Möglichkeiten. ETFs haben sich in den letzten Jahren zu einer der beliebtesten Anlageformen entwickelt, weil sie eine kostengünstige Diversifikation über viele Märkte und Branchen hinweg ermöglichen. Doch die Wahl der richtigen Strategie ist entscheidend für den langfristigen Erfolg. Denn es reicht nicht aus, einfach nur in ETFs zu investieren; vielmehr kommt es darauf an, wie man diese Investments steuert und welche Herangehensweise man wählt. Die beiden wichtigsten Strategien sind das aktive und das passive Investieren. Während das eine auf kurzfristige Chancen und gezielte Auswahl setzt, verfolgt das andere einen langfristigen, ruhigen Ansatz. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung und eignen sich für unterschiedliche Anlegertypen. Im Folgenden werden diese Strategien detailliert vorgestellt, ihre jeweiligen Vorteile und Risiken erklärt und erläutert, warum die Wahl der Strategie maßgeblich den Erfolg beeinflusst.
Aktives Investieren: Der Wunsch nach Überrendite durch gezielte Analysen
Das aktive Investieren ist geprägt von dem Bestreben, durch eine kontinuierliche Analyse und bewusste Entscheidungen eine bessere Rendite zu erzielen als der durchschnittliche Markt. Anleger, die diese Strategie wählen, versuchen, den Markt zu schlagen, indem sie gezielt nach den vielversprechendsten Aktien suchen oder versuchen, den optimalen Zeitpunkt für den Einstieg oder Ausstieg zu bestimmen. Dabei greifen sie auf eine Vielzahl von Methoden zurück, die von fundamentalen Analysen bis hin zu technischen Chart-Analysen reichen. Ziel ist es, den Markt zu überlisten und die besten Chancen für den eigenen Vermögensaufbau zu nutzen. Diese Herangehensweise ist vergleichbar mit der Arbeit eines professionellen Fondsmanagers, der Tag für Tag versucht, durch Recherche, Marktbeobachtung und kurzfristiges Reagieren auf Marktbewegungen Mehrwert zu schaffen. Das aktive Investieren basiert auf der Überzeugung, dass es möglich ist, durch gezielte Entscheidungen den Durchschnittsmarkt zu übertreffen, was langfristig zu einer höheren Rendite führen soll.
Markettiming: Den optimalen Zeitpunkt für Ein- und Ausstieg finden
Ein zentrales Element des aktiven Investierens ist das sogenannte Markettiming. Dabei versuchen Anleger, den idealen Zeitpunkt für den Kauf oder Verkauf von Aktien zu erkennen, um möglichst von Kursbewegungen zu profitieren. Das Prinzip dahinter ist simpel: Man möchte so früh wie möglich bei einem Kursrückgang kaufen und bei einem Kursanstieg wieder verkaufen. Das Ziel ist, die sogenannten Tiefpunkte zu erwischen, um dann bei den Hochpunkten wieder auszusteigen – also nach dem Motto „Buy low, sell high“. Dabei werden kurzfristige Trends, Marktstimmungen und technische Signale genutzt, um die besten Einstiegs- und Ausstiegspunkte zu identifizieren. Obwohl diese Strategie verlockend klingt, ist sie in der Praxis äußerst schwierig umzusetzen. Die Vorhersage von Kursbewegungen ist so komplex, dass sie oft als nahezu unmöglich gilt. Die meisten Anleger, die versuchen, den Markt zu timen, laufen Gefahr, falsche Entscheidungen zu treffen und dadurch Verluste zu erleiden.
Stockpicking: Die Kunst, die besten Aktien auszuwählen
Ein weiteres Element des aktiven Investierens ist das sogenannte Stockpicking. Hierbei konzentriert sich der Anleger auf die Auswahl einzelner Aktien, von denen er glaubt, dass sie in naher Zukunft besser performen werden als der Gesamtmarkt. Die Analyse basiert hierbei vor allem auf fundamentalen Kennzahlen, wie Gewinn, Umsatz, Verschuldungsgrad oder Bewertungskennzahlen. Ziel ist es, Aktien zu identifizieren, die momentan unterbewertet sind und daher noch Potenzial für Kurssteigerungen besitzen. Ebenso versucht man, Aktien zu meiden, die bereits ihr Hoch erreicht haben oder sich auf dem Rückzug befinden. Diese Herangehensweise erfordert viel Fachwissen, Zeit und Erfahrung, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Das Ziel ist, durch gezielte Auswahl die besten Chancen auf hohe Renditen zu nutzen. Allerdings ist auch das Stockpicking mit Risiken verbunden, denn eine falsche Einschätzung kann zu erheblichen Verlusten führen. Beide Strategien – Markettiming und Stockpicking – setzen voraus, dass der Anleger ständig aktiv am Markt agiert und regelmäßig neue Entscheidungen trifft. Manche Anleger beauftragen dafür professionelle Fondsmanager, die diese Aufgaben übernehmen.
Passives Investieren: Das ruhige Vorgehen für langfristigen Erfolg
Im Gegensatz zum aktiven Ansatz steht das passive Investieren, bei dem es vor allem um eine langfristige, ruhige Herangehensweise geht. Hierbei versucht der Anleger nicht, kurzfristige Marktbewegungen vorherzusagen oder einzelne Aktien auszuwählen. Stattdessen setzt er auf den Grundsatz, den gesamten Markt oder einen breiten Index möglichst genau nachzubilden. Das Prinzip nennt sich „Indexing“ – man investiert in ETFs, die einen bestimmten Index, beispielsweise den DAX oder den MSCI World, nachbilden. Das Ziel ist, möglichst die durchschnittliche Marktrendite zu erzielen, ohne ständig aktiv eingreifen zu müssen. Die Strategie basiert auf Geduld, Kontinuität und dem Glauben, dass die Märkte auf lange Sicht steigen. Der Anleger kauft sein ETF-Portfolio einmal und hält es über viele Jahre, manchmal Jahrzehnte, ohne ständig umzuschichten. Diese Herangehensweise erfordert Disziplin und das Durchhaltevermögen, auch in Phasen mit Kursrückgängen ruhig zu bleiben.
Buy and Hold: Langfristig investieren und abwarten
Das sogenannte „Buy and Hold“ ist das Kernprinzip des passiven Investierens. Es bedeutet, dass der Anleger seine ETFs kauft, diese im Portfolio belässt und die Entwicklung des Marktes langfristig abwartet. Statt ständig auf Kursveränderungen zu reagieren, vertraut er darauf, dass die Märkte langfristig steigen werden. Diese Strategie ist weniger aufregend als das ständige Beobachten und Reagieren am Markt, bietet aber statistisch gesehen deutlich höhere Erfolgschancen. Studien belegen, dass Anleger, die ihre ETFs mindestens 15 Jahre lang halten, in der Regel die durchschnittliche Marktrendite erzielen und Verluste nur in sehr seltenen Fällen auftreten. Das langfristige Halten hilft, kurzfristige Schwankungen auszusitzen und von der sogenannten Regression zur Mitte zu profitieren, einem statistischen Phänomen, das besagt, dass extreme Ausschläge nach oben oder unten mit der Zeit wieder abnehmen und sich dem Mittelwert annähern. So ist es möglich, über lange Zeiträume stabile Renditen zu erzielen, die den durchschnittlichen Marktwert widerspiegeln.
Langfristige Daten untermauern den Erfolg des passiven Ansatzes
Wenn man sich historische Daten anschaut, wird deutlich, dass der passive Ansatz langfristig gesehen deutlich erfolgreicher ist als das aktive Trading. Eine Analyse des MSCI World Index zeigt, dass Anleger, die mindestens 15 Jahre in den Index investierten, fast immer Gewinne erzielten, unabhängig vom genauen Einstiegspunkt. Selbst bei ungünstigen Zeitpunkten, wie dem Börsencrash 1973 oder der Finanzkrise 2008, konnte man durch langes Halten letztlich positive Renditen erwirtschaften. Die durchschnittliche jährliche Rendite lag bei etwa 7 Prozent, wobei die Schwankungen nach längerer Haltedauer immer kleiner werden. Selbst die schlechtesten Zeitfenster brachten nach 15 Jahren noch positive Ergebnisse. Nach 40 Jahren haben sowohl die besten als auch die schlechtesten Portfolios eine ähnliche Rendite von rund 6 bis 8 Prozent erzielt. Diese Zahlen belegen eindrucksvoll, dass Geduld und Kontinuität im Investieren auf lange Sicht den entscheidenden Unterschied machen.
Vorteile des passiven Investierens: Weniger Stress, Steuervorteile und Erfolg im Langzeitvergleich
Ein weiterer entscheidender Vorteil des passiven Investierens liegt in den steuerlichen Begünstigungen. Da Anleger ihre ETFs in der Regel über viele Jahre halten, profitieren sie vom sogenannten Steuerstundungseffekt. Gewinne, die beim Verkauf der Positionen realisiert werden, werden erst versteuert, wenn die Investments aufgelöst werden. Das bedeutet, dass das Kapital während der Haltedauer weiter wachsen kann, ohne durch Steuerzahlungen geschmälert zu werden. Im Gegensatz dazu müssen aktive Trader regelmäßig Steuern auf ihre kurzfristigen Gewinne zahlen, was die Rendite schmälert. Darüber hinaus ist das passive Investieren deutlich weniger zeitaufwendig und weniger nervenaufreibend. Es erfordert kein ständiges Beobachten der Märkte, kein kurzfristiges Reagieren auf Kursverluste und keine ständigen Umschichtungen. Stattdessen erfolgt die Strategie durch eine einmalige Entscheidung, verbunden mit Disziplin und langfristiger Geduld. Diese Herangehensweise ist besonders für Anleger geeignet, die langfristig Vermögen aufbauen möchten, ohne sich täglich mit Börsennachrichten beschäftigen zu wollen, und die auf eine bewährte Methode setzen, um das Risiko zu minimieren und stabile Erträge zu erzielen.











