Wandern im Lausitzer Bergland und die außergewöhnlichen Felsformationen der Kälbersteine
Screenshot youtube.comDie etwa sieben Kilometer lange Wanderroute führt uns zu den beeindruckenden und außergewöhnlichen Felsformationen, die unter dem Namen Kälbersteine bekannt sind. Diese markanten Felsen ragen majestätisch aus dem Lausitzer Bergland empor und erreichen eine Höhe von ungefähr 487 Metern über dem Meeresspiegel. Für alle Natur- und Wanderliebhaber, die sich auf diese gut markierte Rundwanderung begeben möchten, sollte man ungefähr zwei Stunden einplanen, um die Strecke in gemächlichem Tempo zu erkunden und die Umgebung entspannt zu genießen. Als praktischer Ausgangs- und Endpunkt bietet sich der gut erreichbare Ausflugsparkplatz in Sohland an, der sich direkt an der B98, auch bekannt als Zittauer Straße, befindet. Von dort aus ist das Ufer der Spree in nur wenigen Minuten bequem zu Fuß erreichbar, was den Start dieser Tour sehr komfortabel macht.
Der Weg zu den Kälbersteinen: Von der Spree bis zum Gipfel
Nachdem wir den Parkplatz in Sohland erreicht haben, nehmen wir den Wanderweg, der nach rechts abzweigt und uns zunächst am Ufer der malerischen Spree entlangführt. Der Weg ist gut ausgeschildert und führt uns durch eine idyllische Flusslandschaft, bevor er weiter in Richtung eines Stausees führt. Schon nach kurzer Zeit kommen wir an den malerischen Biergarten am Stausee vorbei, der zum Verweilen und Entspannen einlädt, sowie an einem Spielplatz für Kinder, der die kleinen Wanderer begeistert. Nach einem kurzen Abschnitt am Sohlander Stausee, der mit seinem klaren Wasser und der ruhigen Atmosphäre beeindruckt, orientieren wir uns an den Wegweisern. Wir biegen nach rechts ab und setzen unseren Weg fort. Der Wanderweg ist durch gelbe Schilder mit der Aufschrift „Kälbersteine“ sowie durch die blaue Wegmarkierung gekennzeichnet, was die Orientierung erleichtert. Nun beginnt der anstrengendere Teil der Tour: der Anstieg zur Waldbühne, bei dem wir uns auf den schmalen Waldwegen hinauf zu den Kälbersteinen bewegen.
Der höchste Punkt: Der beeindruckende Sendemast und die Felsformationen
Wenn wir den höchsten Punkt unseres Aufstiegs erreichen, fällt uns sofort der auffällige Sendemast ins Auge, der über den Baumwipfeln thront. Hinter diesem Mast sind bereits die ersten der charakteristischen Felsen zu erkennen, die mit ihren kleinen Plateaus zum weiteren Aufstieg einladen und eine faszinierende Kulisse bieten. Die Erhebung, die allgemein als Kälbersteine bekannt ist, liegt im Herzen des Lausitzer Berglandes und ist eine bedeutende geologische Formation. Auf dieser bewaldeten Anhöhe finden wir zahlreiche markante Felsformationen, die aus dem für diese Region typischen Granodiorit bestehen, auch bekannt als Lausitzer Granit. Der zuvor erwähnte Felsen ist mit Treppen und Geländern gesichert, um die Besucher zu schützen. Seine flache Oberfläche dient als Aussichtsplattform, von der aus man einen atemberaubenden Blick auf die umliegenden Hügel, die sanften Landschaften und die Stadt Bautzen genießen kann. Für Interessierte besteht die Möglichkeit, ihren Besuch im sogenannten Gipfelbuch festzuhalten, das dort bereitliegt, um persönliche Eindrücke und Erinnerungen zu hinterlassen.
Der zentrale Felsen: Ein Ort der Geschichte und der Natur
Am Gipfel angekommen, bietet sich ein faszinierender Anblick: Eine Schutzunterkunft, Holzsitze und diverse Informationstafeln laden dazu ein, eine Pause einzulegen, die Aussicht zu genießen und die Natur zu erkunden. Der Weg führt weiter zu weiteren beeindruckenden Felsformationen, die allesamt aus dem charakteristischen Granodiorit bestehen. Besonders auffällig ist der zentrale Felsen, der durch seine markante Lage zwischen hohen Bäumen hervorsticht. Es wird vermutet, dass dieser spezielle Felsen möglicherweise unseren Vorfahren als Beobachtungsstelle für die Sonne gedient hat. Aufgrund seiner besonderen Form und Lage gilt er als ein Ort, der seit langer Zeit die Menschen fasziniert und eine geheimnisvolle Bedeutung hat. Dieser Ort strahlt eine besondere Atmosphäre aus, die sowohl die Naturverbundenheit als auch die historische Bedeutung widerspiegelt und noch näher betrachtet werden soll.
Der weitere Weg: Zurück über den schmalen Waldpfad und der Abstieg nach Ellersdorf
Von dem zentralen Felsen aus setzen wir unseren Weg auf dem schmalen, naturbelassenen Waldpfad fort. Unser Ziel ist es, den Rückweg über den Wanderweg zu wählen, der rechts abwärts in Richtung des kleinen Ortes Ellersdorf führt. Dabei folgt man den markanten Wegweisern, die uns sicher durch den Wald leiten. Um wieder zum Stausee zurückzukehren, folgen wir der Ellersdorfer Straße, die wir nach einer Weile erneut nach rechts abbiegen, um dem Verlauf des Ellersdorfer Wassers zu folgen. Dieser kleine Fluss schlängelt sich durch die Landschaft und führt uns direkt zurück zum Stausee. An diesem Ort haben wir die Gelegenheit, das gastronomische Angebot des Stausees zu nutzen, um sich zu stärken oder eine erfrischende Pause einzulegen. Alternativ können wir die Wanderung auch mit einer gemütlichen Runde um den See ausklingen lassen, dabei die Natur und die Ruhe genießen.
Historische Bedeutung: Sonnenbeobachtung und prähistorische Felskunst
Bereits im Jahr 2006 wurden an mehreren mythenumwobenen Felsen des Lausitzer Berglands interessante kalendarische Phänomene beobachtet, die die Bedeutung dieser Orte in der Vergangenheit verdeutlichen. Speziell an einigen dieser Felsen sind Öffnungen und Spalten vorhanden, die eine besondere Rolle bei der Sonnenbeobachtung spielen. Durch diese Öffnungen lassen sich die Sonnenwenden sowie die Tagundnachtgleichen sichtbar machen, was auf eine bewusste Nutzung dieser Felsen für astronomische Zwecke hindeutet. Es wird angenommen, dass unsere Vorfahren an bestimmten Tagen im Jahr die Sonne beim Auf- und Untergang verehrten und die Felsen als Kultorte nutzten. Besonders auf dem Gipfel des Kälbersteins findet sich ein solcher bemerkenswerter Felsen, der möglicherweise als prähistorisches Sonnenheiligtum diente oder als früher Kalender genutzt wurde. Diese Felsen zeugen von einer tiefen Verbindung der Menschen mit den natürlichen Zyklen und haben bis heute eine mystische Anziehungskraft.
Eine Wanderung voller Geschichte, Natur und Panorama
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese rund sieben Kilometer lange Wanderung zu den Kälbersteinen im Lausitzer Bergland eine faszinierende Kombination aus Naturerlebnis, geologischer Vielfalt und historischer Bedeutung bietet. Die abwechslungsreiche Strecke führt durch bewaldete Hänge, vorbei an beeindruckenden Felsformationen, zu Aussichtspunkten mit atemberaubendem Panorama und endet in einem Gebiet, das seit Jahrtausenden Menschen fasziniert. Die Verbindung von geologischen Besonderheiten, prähistorischen Spuren und den malerischen Landschaften macht diese Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis, das sowohl Naturfreunde, Geschichtsinteressierte als auch Genießer gleichermaßen anspricht. Dabei eröffnet die Wanderung auch die Gelegenheit, in die Vergangenheit einzutauchen und die Geheimnisse der alten Kulturen zu entdecken, die diese Orte einst nutzten und schätzten.


















