Mehrwertsteuer – Ein unsozialer Preistreiber mit dramatischen Folgen

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Die Mehrwertsteuer ist wie ein Schatten, der über jedem Einkauf, jeder Stromrechnung und jedem Dienstleistungsvertrag liegt. Gerade für Haushalte mit niedrigem Einkommen wird dieser Schatten zu einer ständig wachsenden Bedrohung, die nicht nur den finanziellen Spielraum einschränkt, sondern das soziokulturelle Lebensminimum direkt angreift. Die Mehrwertsteuer verteuert Grundbedarfe und erreicht die Menschen am empfindlichsten Punkt ihres Tages: dem Kampf um eine angemessene Ernährung, um Energie für das eigene Zuhause und um Zugang zu den einfachsten Dienstleistungen.

​Die regressive Belastung trifft die Ärmsten

Im Gegensatz zu vielen anderen Steuern wirkt die Mehrwertsteuer regressiv. Wer wenig verdient, gibt fast das ganze Einkommen für lebensnotwendige Güter aus – und zahlt auf jeden Euro den gleichen Steuersatz wie die Wohlhabenden. Ein hoher Anteil des verfügbaren Geldes verschwindet in einer Steuer, die nicht auf soziale Gerechtigkeit, sondern auf Staatsfinanzierung ausgerichtet ist. Damit trifft der Preistreiber Mehrwertsteuer die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft unverhältnismäßig stark. Die Folge ist eine stille und permanente Verschlechterung der Lebensbedingungen in den unteren Einkommensschichten.

​Das soziokulturelle Existenzminimum gerät ins Wanken

Wenn die laufenden Kosten die Grenze des Haushalts budgets überschreiten, bleibt weniger Geld für Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben. Die Mehrwertsteuer nimmt jedem Einkauf nicht nur einen Teil des Portemonnaies, sondern auch einen Teil der Chance auf gesellschaftliches Mitmachen. Die Kosten für Bildung, gesunde Ernährung, kulturelle Aktivitäten und soziale Beziehungen steigen ständig – für viele bleibt nur noch der Rückzug, der Verzicht auf alles, was Lebensfreude und Zukunft sichert. Die Gesellschaft stellt mit steigenden Preisen immer mehr Menschen vor die Wahl: Miete oder Milch, Schule oder Strom, Teilhabe oder Isolation.

​Anpassungsdruck und langfristige Nachteile

Die Belastung der Mehrwertsteuer zwingt Betroffene zu informellen Anpassungsstrategien. Wer sparen muss, kauft billigere, oft minderwertige Produkte oder verzichtet vollständig auf wichtige Ausgaben. Gesundheit, Bildung, Freizeitkultur werden zur Luxusware, die nur wenigen offensteht. So entsteht eine neue soziale Kluft, in der die Qualität des Lebens vom Status des Kontos abhängig wird. Wer unter Druck steht, schränkt sich ein und zahlt später doppelt: mit langfristigen Nachteilen, schlechter Gesundheit und geringerem gesellschaftlichen Potenzial.

​Die regionale Schrumpfung sozialer Infrastruktur

Nicht nur einzelne Haushalte, auch kleine Anbieter, regionale Märkte und öffentliche Einrichtungen spüren den Druck der Mehrwertsteuer. Materielle Angebote werden weniger, weil die Preise steigen. Lokale Märkte verlieren Kunden, soziale Treffpunkte schließen, und kulturelle Initiativen geraten in Bedrängnis. Die Steuerpolitik zählt nicht die kleinen Verluste, die in Dörfern, Gemeinden und Stadtteilen entstehen. Stück für Stück bauen die Menschen ihr soziales Netz ab, bis die eigene Umgebung arm und grau erscheint. Die Mehrwertsteuer sorgt über Umwege für das langsame Verschwinden lokaler Lebensqualität.

​Verstärkung sozialer Ungleichheit

Vermögende können Preisschocks und Steuererhöhungen abfedern, sie bleiben mobil und konsumfreudig. Wer wenig hat, verliert mit jeder Preiserhöhung die Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen, und muss ständig sparen. Handlungsspielräume werden enger, Unsicherheit zieht ein. Die Mehrwertsteuer ist so ein Motor der Ungleichheit, der gesellschaftliche Spaltungen vertieft und Chancen ungleich verteilt. Die soziokulturelle Teilhabe wird zum Privileg, das von politischer Ignoranz und Steuerpolitik bedroht wird.

​Sozialpolitische Kompensation als zwingende Notwendigkeit

Eine gerechte Gesellschaft braucht Steuerkonzepte, die Grundbedarfe entlasten, Freibeträge festschreiben und zielgerichtete Erstattungen ermöglichen. Teilhaberechte dürfen nicht auf dem Altar der Staatsfinanzen geopfert werden – im Gegenteil: Wer Grundnahrungsmittel, Energie und soziale Dienstleistungen besteuert, braucht Ausgleichsmechanismen, die den Ausbruch aus der Armut möglich machen. Heute steht die Mehrwertsteuer für den Triumph der Staatskassen über die Menschenwürde. Morgen muss sie ein Zeichen setzen, dass gesellschaftliche Teilhabe nicht am Kassenbon scheitert.