Aktien – Vorurteile und Realität
Screenshot youtube.comViele Menschen halten Aktien immer noch für Teufelszeug, das man besser meiden sollte, um nicht alles zu verlieren. Dieses alte Vorurteil wird durch Hollywood-Filme verstärkt, die die Börse als Ort skrupelloser Händler in teuren Anzügen und als Spekulationsspiel darstellen. Zwar gibt es auch einen wahren Kern in diesen Klischees, doch wer es richtig angeht, entdeckt in Aktien eine attraktive und vergleichsweise sichere Form der Altersvorsorge.
Was sind Aktien? – Eigentum an Unternehmen
Jedes Unternehmen hat Eigentümer – sei es der kleine Bäcker nebenan oder der Blumenladen um die Ecke. Bei großen Firmen, den sogenannten Aktiengesellschaften, sind die Eigentümer in viele kleine Anteile, die sogenannten Aktien, aufgeteilt. Wenn du eine Aktie kaufst, wirst du Miteigentümer dieser Firma. Wahrscheinlich nutzt du täglich Produkte von solchen Unternehmen: Dein iPhone von Apple, dein Internet von Vodafone, deine Turnschuhe von Adidas, dein Auto vom VW, oder deine Bestellung bei Amazon. Statt nur Geld auszugeben, kannst du auch an ihrem Erfolg teilhaben, indem du Aktien kaufst.
Aktien – Für alle zugänglich
Das Beteiligungskonzept ist längst nicht nur wohlhabenden Privatanlegern vorbehalten. Bereits mit wenigen Euro kannst du Anteile an einem Unternehmen erwerben und Miteigentümer werden. Das begeistert mich persönlich noch immer. Als Aktionär hast du im Wesentlichen dieselben Rechte wie jemand, der in die Bäckerei gegenüber einsteigt: Du hast ein Stimmrecht bei wichtigen Entscheidungen und kannst an den Gewinnen partizipieren.
Deine Rechte als Aktionär – Mitspracherecht und Dividenden
Einmal im Jahr findet die Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft statt. Bei Snacks und Getränken stimmen die Aktionäre über zentrale Entscheidungen ab. Auch wenn der Vorstand vieles eigenständig beschließen darf, müssen große Entscheidungen mit den Aktionären abgestimmt werden. Wie viel Einfluss du hast, hängt von der Anzahl deiner Aktien ab. Manche Aktien, sogenannte Vorzugsaktien, gewähren kein Stimmrecht, zahlen dafür aber oft eine höhere Dividende.
Gewinne teilen – Dividenden
In der Regel haben Aktionäre Anspruch auf Gewinnbeteiligung durch Dividenden. Manche Unternehmen schütten jährlich einen Teil ihrer Gewinne aus, andere reinvestieren diese in Wachstum oder Innovationen. Beispiel: Amazon und Alphabet (Google) haben bisher keine Dividenden gezahlt, sondern setzen alles in die Weiterentwicklung. Die Höhe der Dividende hängt vom Gewinn und der Anzahl deiner Aktien ab.
Kursgewinne – Mehr als Dividenden
Neben Dividenden kannst du auch durch Kursgewinne Geld verdienen. Wenn du eine Aktie für 100 Euro kaufst und sie steigt auf 150 Euro, hast du einen Gewinn von 50 Euro gemacht. Zusammen mit Dividenden ergibt das die sogenannte Aktienrendite: Kursgewinn plus Dividenden.
Aktien an der Börse – Der Marktplatz für Finanzprodukte
Viele Aktien werden an der Börse gehandelt, das heißt, die Unternehmen sind börsennotiert. Das ermöglicht dir, mit wenig Geld Miteigentümer zu werden. Du entscheidest, wie viel du investieren möchtest, und kannst deine Anteile jederzeit wieder verkaufen – schnell und unkompliziert. Die Börse ist wie ein riesiger Marktplatz, nur für Finanzprodukte: Aktien, Anleihen, Rohstoffe wie Öl oder Kaffee. Sie ist standardisiert, reguliert und sehr effizient.
Wie bestimmen Angebot und Nachfrage die Kurse?
Der Preis einer Aktie hängt vom Verhältnis von Angebot und Nachfrage ab. Wenn mehr Käufer als Verkäufer vorhanden sind, steigt der Kurs. Wenn es mehr Verkäufer als Käufer gibt, fällt er. Das ist vergleichbar mit Rohstoffen wie Holz: Bei hoher Nachfrage und knappem Angebot steigen die Preise, bei Überangebot sinken sie.
Kursschwankungen – Das Auf und Ab an der Börse
An der Börse werden täglich Millionen von Aktien wie Daimler gehandelt. Die Kurse ändern sich ständig, manchmal in Sekunden. Diese Schwankungen werden durch Ereignisse, Erwartungen und Gefühle der Anleger beeinflusst. Isaac Newton sagte einst: „Ich kann die Bewegungen der Himmelskörper exakt berechnen, aber nicht, wohin die Masse an Börsenkursen treibt.“
Erwartungen und Zufall – Die treibenden Kräfte
Die Kurse werden stark von Erwartungen bestimmt. Wenn viele glauben, dass Tesla nächste Woche hervorragende Zahlen vorlegt, steigt der Kurs. Enttäuschen die Zahlen, verkaufen die Anleger schnell, und der Kurs fällt. Die Börse handelt die Zukunft: Erwartungen, Ereignisse, Angst, Übermut – alles beeinflusst die Kurse kurzfristig.
Risiken und Chancen beim Aktieninvestment
Risiken gehören dazu, wenn man in Aktien investiert. Ein hohes Risiko kann auch Chancen bedeuten. Das Marktrisiko, also die generellen Schwankungen des Aktienmarktes, ist beispielsweise durch Ereignisse wie die Corona-Krise deutlich geworden: 2020 fiel der Markt um bis zu 30 %, erholte sich aber wieder. Langfristig ist die durchschnittliche Rendite positiv, und das Risiko lohnt sich.
Unternehmerische Risiken – Das Spiel mit der Zukunft
Wer Aktionär ist, trägt auch unternehmerische Risiken. Unternehmen wachsen mal schnell, mal langsam, haben Krisen und Herausforderungen. Diese Unsicherheit spiegelt sich im Wert der Aktien wider. Für das Eingehen dieses Risikos wirst du durch Dividenden oder langfristiges Wachstum belohnt. Doch nicht jede Investition ist erfolgreich; manchmal gehen Unternehmen auch pleite, und du verlierst dein eingesetztes Kapital.
Risiko messen – Volatilität als Kennzahl
Die Schwankungsintensität von Aktien lässt sich messen, beispielsweise mit der Volatilität. Diese zeigt in Prozent, wie stark ein Kurs vom Durchschnitt abweicht. Je höher die Volatilität, desto stärker schwanken die Kurse – und desto höher das Risiko.
Gute und schlechte Risiken – Chancen vs. Gefahren
Nicht alle Risiken lohnen sich. Das Marktrisiko ist ein Beispiel für ein grundsätzliches Risiko, das langfristig meist mit Rendite belohnt wird. Es gibt jedoch auch Risiken, die keine Chancen bieten, sondern nur Verluste. Deshalb ist es wichtig, Risiken sorgfältig abzuwägen: Sie müssen Chancen eröffnen, um lohnenswert zu sein.
Das Risiko lohnt sich
Insgesamt ist das Marktrisiko bei Aktien ein kalkulierbares Risiko, das sich auf lange Sicht meist auszahlt. Es ist Teil des Spiels, um Renditen zu erzielen. Wer klug investiert, kann mit Aktien sein Vermögen aufbauen – trotz aller Schwankungen und Unsicherheiten.
















