Der Weg zum optimalen Portfolio: So findest du die passenden ETFs für deine Anlagestrategie

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Wer sich mit dem Gedanken trägt, sein Geld langfristig sinnvoll anzulegen, steht oft vor der Herausforderung, die richtigen Finanzprodukte zu finden. Die Vielfalt an verfügbaren ETFs ist enorm, und die Namen sowie die Vielzahl an Produkten können zunächst überwältigend wirken. Doch mit ein wenig Grundwissen und der richtigen Herangehensweise lässt sich schnell herausfinden, welche ETFs am besten zu den eigenen Zielen passen. Dieser Artikel soll dir dabei helfen, die wichtigsten Aspekte bei der Auswahl eines ETFs zu verstehen und die passenden Produkte für dein Portfolio zu identifizieren. Dabei gilt es, die Grundlagen zu kennen, die Unterschiede zwischen den Produkten zu erkennen und eine fundierte Entscheidung zu treffen, um dein Vermögen optimal aufzubauen und zu sichern.

Dein erster Schritt: Die Vision für dein Portfolio entwickeln

Bevor du in konkrete Finanzprodukte investierst, solltest du dir zunächst eine klare Vorstellung davon machen, wie dein persönliches Portfolio aussehen könnte. Das bedeutet, dass du dir Gedanken darüber machst, welche Anlageklassen, Branchen oder Regionen du bevorzugst und welche Strategie du verfolgen möchtest. Diese erste Überlegung ist der Grundpfeiler für alle weiteren Entscheidungen. Wenn du deine Wunschwelt vor Augen hast, kannst du gezielt nach den passenden ETFs suchen, die genau diese Welt widerspiegeln. Es ist dabei vergleichbar mit der Planung einer Urlaubsreise: Sobald das Reiseziel feststeht, suchst du die beste Anreisemöglichkeit und die passende Unterkunft. Für dein Portfolio heißt das, dass du die geeigneten ETFs wählen musst, die deine Strategie umsetzen, sprich die Indizes abbilden, die deine Anlageziele widerspiegeln.

Die Vielfalt der ETFs: Mehrere Produkte für denselben Index

Ein wichtiger Punkt bei der Produktauswahl ist die große Zahl an verfügbaren ETFs auf denselben Index. Für jeden bekannten Index gibt es nicht nur ein, sondern manchmal bis zu zwanzig unterschiedliche ETFs. Möchtest du beispielsweise in einen ETF auf den MSCI World investieren, hast du (Stand Ende 2021) die Auswahl zwischen 17 verschiedenen Produkten. Diese Vielzahl kann auf den ersten Blick verwirrend sein, denn die Namen der ETFs klingen oft kompliziert und technisch. Viele dieser Bezeichnungen sind noch sehr ähnlich zu den Namen, die vor Jahren für institutionelle Investoren entwickelt wurden, und sind für Privatanleger kaum verständlich. Es ist verständlich, dass du dich fragst, ob der »SPDR MSCI ACWI UCITS ETF EUR Hedged Acc« oder der »Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF« besser geeignet ist. Oder ob du doch lieber den »Xtrackers MSCI World UCITS ETF 1C« wählen solltest. Diese Unsicherheit ist normal, doch keine Sorge, die Namen der ETFs sind keineswegs so schwer zu entschlüsseln, wie es auf den ersten Blick erscheint. Mit dem Wissen um die wichtigsten Abkürzungen kannst du die Unterschiede erkennen und eine fundierte Entscheidung treffen.

Die wichtigsten Bestandteile eines ETF-Namens verstehen

Der Anfang eines jeden ETF-Namens ist meist der Name des Anbieters. In unserem Beispiel ist das »Xtrackers«, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bank, die zu den größten ETF-Anbietern Europas zählt. Ähnlich große Player auf dem Markt sind die Marke »iShares«, die zum Vermögensverwalter BlackRock gehört. Weitere bekannte Anbieter sind UBS, Vanguard, Amundi oder Lyxor, die dir bei der Auswahl eines geeigneten ETFs begegnen könnten. Nach dem Anbieter folgt der Name des zugrunde liegenden Indexes. In unserem Beispiel ist das der »MSCI Emerging Markets«, also der Index, der die Schwellenländer abbildet. Falls im Namen die Abkürzung ESG vorkommt, ist klar, dass es sich um einen nachhaltigen ETF handelt, der nach ökologischen, sozialen und ethischen Standards investiert. Das Kürzel »UCITS« zeigt an, dass der Fonds bestimmte Sicherheits- und Anlegerschutzstandards erfüllt, die in den europäischen Richtlinien festgelegt sind. Diese Standards regeln, dass der Fonds nicht mehr als 20 Prozent seines Kapitals in einzelne Aktien investieren darf und eine Mindeststreuung des Vermögens aufweisen muss. Zudem garantiert das UCITS-Siegel, dass dein investiertes Kapital als Sondervermögen verwahrt wird, sodass es im Falle einer Insolvenz des Fondsanbieters geschützt ist. Das Kürzel »ETF« ist schlicht der Hinweis, dass es sich um ein börsengehandeltes Produkt handelt, das einen Index nachbildet.

Merkmale und spezielle Kennzeichen eines ETF im Namen erkennen

Im letzten Teil des Namens werden häufig weitere Eigenschaften des Fonds angegeben. In unserem Beispiel endet der ETF mit dem Kürzel »1C«. Dieses Kürzel bedeutet, dass der ETF thesaurierend ist, also die erwirtschafteten Dividenden automatisch wieder in den Fonds reinvestiert werden. Das bedeutet, dass keine Dividenden an den Anleger ausgezahlt werden, sondern die Gewinne im Fonds verbleiben, um neue Anteile zu kaufen. Dadurch wächst dein Investment über die Zeit, weil die Dividenden im Fonds verbleiben und für weiteres Wachstum sorgen. Solche Details sind bei der Auswahl wichtig, doch meistens unterscheiden sich die Produkte nur in kleinen Punkten. Wichtig ist vor allem, dass sie denselben Index möglichst exakt nachbilden und ähnliche Eigenschaften aufweisen.

So findest du den passenden ETF: Tipps für die Auswahl

Die gute Nachricht ist, dass du bei der Auswahl eines ETFs in der Regel kaum eine falsche Entscheidung treffen kannst. Denn Produkte, die denselben Index abbilden, ähneln sich in ihrer Struktur und ihrer Zielsetzung sehr stark. Sie verfolgen alle das Ziel, den jeweiligen Index möglichst exakt zu replizieren. Um den geeigneten ETF zu finden, kannst du auf verschiedene Online-Vergleichsportale zurückgreifen. Plattformen wie JustETF oder ExtraETF bieten dir die Möglichkeit, alle in Deutschland zugelassenen ETFs übersichtlich zu filtern. Dabei kannst du Kriterien festlegen, die für dich wichtig sind, beispielsweise die Art der Replikation, die Währung, die Kosten oder die Ausschüttungsart.

Das Factsheet liefert dir detaillierte Einblicke in die Zusammensetzung des Fonds, in welche Aktien, Länder oder Branchen er investiert und wie hoch die laufenden Kosten sind. Es ist vergleichbar mit der Zutatenliste auf einer Lebensmittelverpackung. Hier findest du alles, was du wissen musst, um eine informierte Entscheidung zu treffen. Dabei begegnen dir Begriffe, die auf den ersten Blick kompliziert erscheinen, doch mit ein wenig Grundwissen kannst du sie schnell verstehen. Für die Bewertung eines ETFs ist vor allem das Fondsvolumen eine wichtige Kennzahl. Es umfasst die Gesamtsumme aller im Fonds enthaltenen Vermögenswerte, also das Kapital aller Anleger zusammen, inklusive Kursgewinnen und -verlusten. Ein großes Fondsvolumen ist in der Regel ein positives Zeichen, weil es auf eine breite Akzeptanz und eine höhere Liquidität schließen lässt. Außerdem führt ein hohes Volumen häufig dazu, dass der Anbieter geringere Verwaltungskosten hat und dir das Produkt günstiger anbieten kann. Für einen globalen ETF empfehle ich eine Mindestgröße von 100 Millionen Euro, damit die Liquidität für den Handel gewährleistet ist.

Wichtige Kennzahlen: Auf das Datum der Fondsauflage und die Kosten achten

Ein weiteres Kriterium bei der Auswahl ist das Datum der Fondsauflage. In der Regel solltest du Produkte wählen, die mindestens drei Jahre alt sind, da sie sich dann bereits bewährt haben und du auf eine gewisse Stabilität vertrauen kannst. Zudem spielen die laufenden Kosten eine entscheidende Rolle. Die sogenannte Total Expense Ratio, kurz TER, umfasst alle jährlichen Gebühren, die für Verwaltung, Vermarktung und Lizenzierung anfallen. Sie wird in Prozent angegeben und beeinflusst direkt deine Rendite. Für ETFs auf den MSCI World liegt die TER meist bei rund 0,2 Prozent. Bei einem Investment von 10.000 Euro würden die jährlichen Kosten also etwa 20 Euro betragen. Die TER wird automatisch vom Fondsvermögen abgezogen, sodass du dich um nichts weiter kümmern musst. Ein niedriger Wert ist immer vorteilhaft, da er deine Rendite schont und die Kosten im Rahmen hält.

Abweichungen: Warum ETFs manchmal anders entwickeln als der Index

Trotz der hohen Genauigkeit, mit der ETFs den zugrunde liegenden Index nachbilden, gibt es immer kleine Unterschiede. Diese Differenz nennt man die Tracking Difference. Sie entsteht durch verschiedene Faktoren, wie die laufenden Verwaltungskosten, steuerliche Optimierungen oder zeitliche Verzögerungen bei der Abbildung. In den meisten Fällen entwickelt sich der ETF nur geringfügig anders als der Index, manchmal sogar besser, was durch steuerliche Vorteile oder zusätzliche Gewinne des Fondsanbieters erklärbar ist. Die Tracking Difference ist eine interessante Kennzahl, wird aber von den meisten Anbietern nicht regelmäßig veröffentlicht. Für die Beurteilung eines ETFs ist die TER die einfachere und zuverlässigere Kennzahl. Es ist wichtig zu wissen, dass die Tracking Difference eine historische Größe ist und keine Garantie für die zukünftige Genauigkeit der Indexnachbildung bietet.

Dividenden: Ausschüttend oder thesaurierend – was ist die beste Wahl?

Ein entscheidendes Thema bei der Auswahl ist die Frage, was mit den Dividenden passiert, die der Fonds erwirtschaftet. Bei einem ausschüttenden ETF werden die Dividenden regelmäßig an die Anleger ausgezahlt. Diese Gelder landen auf deinem Konto, und du kannst sie nach Wunsch verwenden oder sparen. Bei einem thesaurierenden ETF bleiben die Dividenden im Fonds und werden automatisch reinvestiert. Das bedeutet, dein Investment wächst durch die wieder angelegten Gewinne, und dein Anteil am Fonds wird größer. Die Wahl zwischen diesen beiden Varianten hängt von deiner persönlichen Strategie ab. Thesaurierende ETFs eignen sich besonders für langfristige Anleger, die ihr Kapital stetig vermehren möchten, während ausschüttende ETFs eher für Anleger geeignet sind, die regelmäßig Einkommen aus ihren Anlagen beziehen wollen. Die Entscheidung ist also eine Frage deiner individuellen Zielsetzung und Lebenssituation.

In den Namen der ETFs findest du oft Hinweise auf die Art der Ausschüttung. Kürzel wie »ACC« oder »C« deuten auf einen thesaurierenden Fonds hin, während Kürzel wie »DIST« oder »DIS« auf eine ausschüttende Variante verweisen. Dabei unterscheiden sich ETFs auch hinsichtlich der Replikationsmethode. Bei der physischen Replikation kauft der Fonds die tatsächlichen Aktien, die im Index enthalten sind. Bei synthetischer Replikation werden Derivate genutzt, um den Index nachzubilden. Diese Methode ist manchmal günstiger, kann aber zusätzliche Risiken bergen, weil eine Zwischeninstanz involviert ist, die im schlimmsten Fall insolvent werden könnte. Für Privatanleger ist die physische Replikation meist die sicherere Wahl, während synthetische ETFs eher für erfahrene Investoren infrage kommen.

Währung, Kennnummern und Vergleichsmaßstäbe für dein Investment

Die Währung, in der der ETF geführt wird, spielt keine zentrale Rolle, da du immer in deiner Heimatwährung investierst. Das bedeutet, egal ob der Kurs in US-Dollar, Euro oder Schweizer Franken angegeben ist, dein Gewinn wird bei der Auszahlung immer in Euro umgerechnet. Wichtig sind auch die Kennnummern wie die deutsche WKN oder die internationale ISIN. Sie helfen dir, das richtige Produkt eindeutig zu identifizieren und Verwechslungen zu vermeiden. Im Factsheet werden außerdem die Benchmark, also der Vergleichsindex, sowie die wichtigsten Top-Positionen des Fonds aufgelistet. Diese Informationen geben dir einen guten Überblick darüber, in welche Unternehmen dein Geld investiert wird und wie hoch die Gewichtung einzelner Aktien ist. Wenn du dich für einen ETF entschieden hast, kannst du anhand der WKN oder ISIN sicherstellen, dass du das richtige Produkt auswählst und später wiederfindest. Damit hast du die wichtigsten Grundlagen geschaffen, um dein Portfolio gezielt aufzubauen und langfristig erfolgreich zu investieren.

 

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