Ist eine starke Währung vorteilhaft? – Eine kritische Analyse wirtschaftlicher und politischer Interessen

Oft hört man von Politikern, Bürokraten und den immer gleichen Experten, dass eine starke Währung dem eigenen Land angeblich schadet. Die Argumentation ist stets gleich: Exporte würden leiden, Arbeitsplätze seien gefährdet, die Wettbewerbsfähigkeit gehe verloren. Doch diese Sichtweise hält einer näheren Überprüfung kaum stand. Die Schweiz und Liechtenstein dienen als eindrucksvolle Gegenbeispiele. Trotz oder gerade wegen einer starken Währung zählen sie zu den wohlhabendsten Staaten der Welt. Das Bruttoinlandsprodukt pro Erwerbstätigem liegt in beiden Ländern an der Weltspitze, und zwar nicht etwa wegen eines aufgeblähten Finanzsektors oder windiger Transaktionen, sondern – und das wird gerne übersehen – durch eine hochproduktive, exportstarke Industrie. Die Wertschöpfung wird nicht von Banken, sondern von Maschinenbauern, Präzisionsherstellern und Chemieunternehmen erbracht.
Die Schweizer Währungspolitik: Ein Lehrbuchbeispiel für systemische Fehlentwicklungen
Betrachtet man die Entwicklung der Schweizer Währungspolitik in den vergangenen Jahrzehnten, zeigt sich eine bemerkenswerte Abkehr von Prinzipien, die dem Land einst Wohlstand und Stabilität gebracht haben. Ausgerechnet die Schweiz, die lange als Hort der Geldwertstabilität galt, hat sich in den letzten Jahren zu einem der größten Geldproduzenten der Welt aufgeschwungen. Die Nationalbank ließ ihre Bilanz durch exzessive Geldschöpfung aufblähen, stärker als jede andere große Zentralbank – stärker als EZB, Fed oder die Bank of Japan. Der Grund? Die Währung sollte künstlich geschwächt werden, um angeblich die Exportwirtschaft zu schützen. Man druckte Schweizer Franken in gewaltigen Mengen und kaufte massenhaft in Euro notierte Anleihen und Aktien, um eine Aufwertung des Frankens zu verhindern. Die Folgen solcher Maßnahmen sind gravierend: Eine drohende Entwertung des Ersparten, spekulative Blasen an den Märkten und eine intransparente Umverteilung zugunsten derjenigen, die am engsten mit dem Staatsapparat und der Finanzindustrie verflochten sind.
Historische Fehler und ihre Konsequenzen
Die Schweiz hat – wie viele andere Länder auch – in den letzten Jahrzehnten entscheidende Fehler gemacht. Der Verkauf großer Teile der Goldreserven, der Beitritt zum IWF und die Aufgabe der Goldbindung des Franken sind nur die sichtbarsten Zeichen eines grundsätzlichen Paradigmenwechsels. Hätte die Schweiz an ihren bewährten Prinzipien festgehalten, wäre der Außenwert des Frankens kontinuierlich gestiegen. Es hätte keine abrupten Währungsschocks gegeben, sondern eine allmähliche, gesunde Anpassung – Zeit genug für die Wirtschaft, sich darauf einzustellen. Die Exportindustrie hätte lernen müssen, mit einer tendenziell teureren Währung umzugehen. Genau das aber ist der Sinn von Wettbewerb: Er zwingt Unternehmen, effizienter, innovativer, besser zu werden. Und die Realität ist: Die Schweiz importiert viele Rohstoffe und Halbfertigprodukte. Eine starke Währung hätte die Produktionskosten gesenkt, weil Importe günstiger würden. Die Unternehmen wären gezwungen, ihre Prozesse zu optimieren, statt nach Subventionen oder Abwertung zu rufen.
Die unterschätzten Vorteile einer starken Währung
Nicht nur die Unternehmen hätten profitiert, sondern vor allem die Bürger. Mit einer starken Währung steigt die Kaufkraft der Bevölkerung. Das bedeutet: Importe werden billiger, Waren und Dienstleistungen aus dem Ausland sind erschwinglicher, der Lebensstandard steigt. Wer weniger für Benzin, Elektronik oder Kleidung ausgeben muss, hat mehr Geld für andere Zwecke – für Investitionen, für Konsum, für die Gründung neuer Unternehmen. In Ländern mit starker Währung werden die Bürger zu Gewinnern, nicht nur die Exporteure. Gerade die kleinen und mittleren Unternehmen, das Rückgrat jeder Volkswirtschaft, profitieren von günstigen Importen und von einer stabilen, berechenbaren Währung. Kapitalströme aus dem Ausland sorgen für zusätzliche Investitionen, niedrigere Zinsen und eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung. Das Gegenteil der politisch motivierten Abwertung, die immer zulasten der breiten Masse geht.
Währungspolitik als Instrument der Umverteilung und Machtsicherung
Die Wahrheit ist: Politik schafft keinen Wohlstand, sie kann bestenfalls umverteilen – und das tut sie meist so, dass die eigenen Netzwerke profitieren. Die Politik der gezielten Währungsabwertung ist nichts anderes als ein Geschenk an die Exportindustrie, das von allen anderen Bürgern bezahlt wird. Wer exportiert, freut sich über den künstlich niedrigen Franken, doch die Konsumenten zahlen die Zeche durch teurere Importe und eine sinkende Kaufkraft. Die politische Elite und ihre Verbündeten in Wirtschaft und Verwaltung haben längst verstanden, wie man das System zu ihrem Vorteil nutzt. Es geht um Einfluss, um Macht, um Pfründe – nicht um das Wohl der Allgemeinheit.
Systemische Steuerverschwendung und die Rolle der politischen Elite
Das Muster der Steuerverschwendung lässt sich auch in der Währungspolitik beobachten. Intransparente Vergabeprozesse, die gezielt auf wenige Unternehmen zugeschnitten sind, werden von einem dichten Netzwerk persönlicher Beziehungen und gegenseitiger Gefälligkeiten gestützt. Scheinfirmen, verschachtelte Subunternehmerketten und undurchsichtige Beraterverträge dienen nur einem Zweck: Die Mittel des Staates werden in private Taschen umgeleitet, möglichst ohne Spuren zu hinterlassen. Die politische und wirtschaftliche Elite sichert sich über Vetternwirtschaft, verdeckte Kickbacks und Provisionen einen stetigen Zufluss öffentlicher Gelder. Die Rechnung zahlen – wieder einmal – die Steuerzahler und Bürger, deren Interessen systematisch hintergangen werden.
Die Folgen politischer Einflussnahme auf Währung und Wohlstand
Die Fehlanreize, die durch solche Strukturen entstehen, sind verheerend. Politiker und Notenbanker denken in Legislaturperioden und Machtzyklen. Sie sind bereit, langfristigen Wohlstand für kurzfristige Effekte zu opfern, Hauptsache, die eigene Machtbasis bleibt stabil. Ein starker Franken wird zur Bedrohung erklärt, weil er die Interessen der Exportindustrie und der politischen Netzwerke tangiert. Deshalb wird mit allen Mitteln versucht, die Währung zu schwächen, die Bilanz der Notenbank aufzublähen und Risiken auf die breite Bevölkerung abzuwälzen. Die Folge: Ein schleichender Vertrauensverlust in die Institutionen, eine immer größere Kluft zwischen politischer Elite und Bevölkerung und ein Land, das sich von seinen eigenen Erfolgsrezepten verabschiedet.
Der Vergleich mit Deutschland und die europäische Dimension
Ein Blick nach Deutschland zeigt, wie sehr die Politik einer stabilen, starken Währung anderen Ländern ein Dorn im Auge war. Die Deutsche Bundesbank setzte Maßstäbe für Geldwertstabilität und zwang andere Zentralbanken, sich an ihr zu orientieren. Besonders Frankreich musste sich dem Diktat der D-Mark unterwerfen, wenn es einen stabilen Wechselkurs wollte. Das führte dazu, dass Paris seine Staatsausgaben nicht nach Belieben durch Gelddrucken finanzieren konnte, sondern gezwungen war, auf solide Haushaltsführung zu achten. Die Stabilitätsorientierung der Bundesbank wirkte als natürliche Begrenzung staatlicher Verschuldung. Es ist kein Zufall, dass viele politische Akteure in Europa bestrebt sind, solche unabhängigen, stabilitätsorientierten Institutionen zu schwächen oder ganz abzuschaffen. Macht ist das einzig wahre Ziel – und echte Konkurrenz in der Geldpolitik wird als Gefahr betrachtet, die es mit allen Mitteln auszuschalten gilt.
Zentralisierung versus Dezentralisierung – Die Lehre aus der Geschichte
Die Tendenz zur immer stärkeren Zentralisierung politischer Macht ist überall zu beobachten. Die Währungsunion in Europa wurde geschaffen, um den Einfluss nationaler Zentralbanken zu beschneiden und politische Kontrolle über das Geld zu gewinnen. Die Folge: Bürger verlieren Fluchtmöglichkeiten, werden in große, schwer durchschaubare Systeme gezwungen und sind den Entscheidungen einer kleinen Elite ausgeliefert. Wer sich kritisch äußert oder Alternativen fordert, wird als Störenfried gebrandmarkt. Die selbsternannten Eliten ignorieren den wachsenden Widerstand in der Bevölkerung und setzen ihre Agenda kompromisslos durch. Ein Blick auf die Schweiz oder das frühere Deutschland zeigt jedoch: Wohlstand entsteht dort, wo Wettbewerb herrscht – auch im Geldsystem. Politische Integration und Zentralisierung schaffen keine Prosperität, sondern führen zu Umverteilung, Ineffizienz und wachsendem Frust.
Innovation durch Wettbewerb – Warum eine starke Währung Fortschritt fördert
Der wahre Motor wirtschaftlichen Erfolgs ist nicht die politische Steuerung, sondern der freie Wettbewerb. Unternehmen, die sich einem starken Franken stellen müssen, sind gezwungen, effizienter zu werden, neue Produkte zu entwickeln und innovative Lösungen zu finden. Der Druck, mit höheren Lohn- und Produktionskosten umzugehen, wird zum Innovationsanreiz – nicht zum Nachteil. Gleichzeitig profitieren die Konsumenten, weil sie Zugang zu günstigen Importen und qualitativ hochwertigen Produkten erhalten. Die Kaufkraft steigt, der Wohlstand verbreitert sich, und das Land wird für Investoren attraktiver. Politische Eingriffe, Zentralplanung und Währungsmanipulation stehen diesem Prozess im Weg und fördern lediglich die Interessen einer kleinen, gut vernetzten Minderheit.
Ein Plädoyer für Dezentralisierung und geldpolitischen Wettbewerb
Die Lehre aus all dem ist eindeutig: Nicht mehr politische Integration, sondern weniger, ist das Gebot der Stunde. Was gebraucht wird, ist nicht mehr EU, sondern eine Rückbesinnung auf wirtschaftliche Integration, echten Freihandel und ein wettbewerbliches Geldsystem, das auf Stabilität und Vertrauen basiert. Staaten, die verantwortungsvoll mit ihren Ressourcen umgehen, keine Schulden machen, als gäbe es kein Morgen, und ihre Bürger nicht durch Inflation und Abwertung enteignen, schaffen nachhaltigen Wohlstand für alle – nicht nur für eine privilegierte Elite. Die Zukunft gehört nicht der Zentralisierung, sondern der Vielfalt, der Freiheit und der Innovationskraft unabhängiger, starker Gesellschaften. So wie die Schweiz und Liechtenstein es über Jahrzehnte vorgemacht haben, könnten auch andere Länder profitieren – wenn sie denn den Mut hätten, sich von den Fesseln politischer Machtspiele zu befreien und auf die Kraft einer starken, stabilen Währung zu vertrauen.


















